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Bruderkrieg: Worüber Sofuoglu & Razgatlioglu streiten

Von Kay Hettich
Der eine drückt dem anderen die Daumen – ihre Bikes wollen Kenan Sofuoglu und Toprak Razgatlioglu aber nicht tauschen

Der eine drückt dem anderen die Daumen – ihre Bikes wollen Kenan Sofuoglu und Toprak Razgatlioglu aber nicht tauschen

​ Im Paddock der Superbike-WM sind sie selten ohne den anderen zu sehen, halten zusammen wie Pech und Schwefel. Dennoch gibt es ein Thema, bei dem sich Kenan Sofuoglu und Toprak Razgatlioglu nicht einig werden.

Als fünffacher Supersport-Weltmeister nahm sich Kenan Sofuoglu seinem jungen Landsmann Toprak Razgatlioglu an und führte ihn als Mentor an die Weltspitze. 2018 wird der erst 21-Jährige seine erste volle Saison in der Superbike-WM absolvieren. Und niemand bezweifelt, dass sich der aus der Touristenhochburg Alanya stammende Razgatlioglu nicht gut schlagen wird.

In jeder Klasse wusste der ruhig wirkende Razgatlioglu bisher zu überzeugen. 2015 gewann er überlegen die mittlerweile abgeschaffte Superstock-600-EM, im Folgejahr fuhr er als Rookie im Superstock-1000-Cup sofort Podiumsplätze ein. Als Cup-Zweiter 2017 (drei Siege , fünf Podien) war der Aufstieg in die Superbike-Klasse logisch. Bei Testfahrten in Portimão fuhr Razgatlioglu mit der Puccetti Kawasaki wieder sofort starke Rundenzeiten.

«Kenan hat mir alles beigebracht was ich wissen muss, um im Paddock respektiert zu werden. Wille, Disziplin, Selbstvertrauen und dass man niemals aufgeben darf, habe ich von ihm gelernt», sagte Razgatlioglu bei GPOne. «Er ist mein Idol – es gibt nur eine Sache, bei der wir uns nicht einig sind: Welche Kategorie am besten ist!»

«Bei den Supersport-Bikes war er immer die Nummer eins, mit dem Superbike hatte er aber Schwierigkeiten – ganz anders als ich», erzählte er weiter. «Ich mochte die 600er nie, ich hasse sie sogar regelrecht. Deshalb wollte ich auch direkt nach dem Gewinn der 600er-EM sofort zu den 1000er aufsteigen. Ich brauche mehr PS, ich wollte meine Zeit nicht mit der Supersport-WM verschwenden.»

Beim Portimão-Test wurde auch Kawasaki-Werkspilot Jonathan Rea auf Razgatlioglu aufmerksam und bot sich als Fahrlehrer an. «Er war verrückt nach mir»m grinste der junge Türke. «Für mich war es eine Ehre, dass ein dreifacher Superbike-Weltmeister mir die Ideallinie zeigte. Er nahm mich unter seine Fittiche, als wäre ich sein Pate.»


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