Jake Gagne (Red Bull Honda): «Habe keine Ausreden»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Superbike-WM-Neuling Jake Gagne

Superbike-WM-Neuling Jake Gagne

Als 15. bei den Phillip-Island-Tests war Jake Gagne der letzte Fahrer aus einem offiziellen Hersteller-Team. «Ich habe nichts zu verlieren und viel zu gewinnen», sagt der Superbike-WM-Rookie von Red Bull Honda.

«Das waren meine ersten Runden in Phillip Island, ich wollte schon immer hier fahren», erzählte Jake Gagne nach den zwei Testtagen. «Jeder schaut sich die Rennen im Fernsehen an, die Strecke ist einmalig, hat viel Geschichte, sie ist schnell – ganz anders als alle Strecken, vor allem in Europa. Ich konnte mich konstant steigern und habe viel an meiner Fahrweise gearbeitet. Die Strecke ist trickreich, hier eine gute Runde zusammenzubekommen ist schwierig. Ich habe viel gelernt. An der Honda haben wir einige Sachen am Chassis und der Elektronik geändert, was mir das Leben leichter macht. Für mich ging es aber vor allem darum, so viele Runden wie möglich zu drehen.»

Gagne konnte sich vom ersten auf den zweiten Testtag um eine Sekunde steigern, auf die Bestzeit von Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) büßte der Kalifornier aus San Diego knapp 1,7 sec ein. Zu Teamkollege Leon Camier fehlen ihm gut 0,7 sec.

Der Superbike-WM-Rookie stellte sich im Fahrerlager von Phillip Island den Fragen von SPEEDWEEK.com.

Jake, Camier sagt, er habe Wheelies in die erste Kurve hinein, das würde ihm Angst einflößen. Geht es dir auch so?

Daran gewöhnt man sich. Ein bisschen Wheelie ist okay, aber mit dem Wind ist es mühsam. Ich bemühe mich, dass das Vorderrad am Boden bleibt, um das Motorrad ruhig zu halten. Du willst nicht, dass es dich beim Einlenken in Kurve 1 durchschüttelt, das ist eine schnelle Kurve.

Muss man auf dieser Strecke so mutig sein, wie alle behaupten?

Das muss man. Auf der Geraden kommst du über den Berg, du kämpfst mit Wheelies und biegst in Kurve 1 ein – das ist eine der schnellsten Kurven. In den letzten beiden Kurven baust du immer mehr Geschwindigkeit auf – da bist du echt schnell, dort willst du nicht stürzen. Ich hatte ein paar haarige Momente, konnte es aber retten. Da kommt es auf jeden Zentimeter an. Es dauert seine Zeit, bis du auf dieser Strecke alles gut hinbekommst.

Letztes Jahr wurdest du von Red Bull Honda als Ersatzfahrer ins kalte Wasser geschmissen. Jetzt bist du fix im Team und hast die Wintertests hinter dich gebracht. Was erwartest du von deinem ersten Rennwochenende?

Die Tests haben mir geholfen. Ich konnte mir Zeit nehmen und an Dingen arbeiten. Das ist nicht wie bei den Rennen letztes Jahr, wo es für mich Schlag auf Schlag ging.

Meine Erwartung ist, dass ich mich stetig verbessere. Ich will auf dem aufbauen, was ich während der Tests erreicht habe. Ich will nichts Verrücktes tun und so nahe wie möglich an die Top-10 kommen. Und dann darauf aufbauen.

Fühlt sich das Motorrad jetzt anders an als letzten Juli, als du es in Laguna Seca zum ersten Mal gefahren bist?

Ja, es wurde in vielen Bereichen verbessert. Viel liegt aber auch an mir, ich fahre das Motorrad jetzt besser. Die Honda ist ein erstaunliches Bike, Leon zeigt, was mit ihm möglich ist. Ich habe keine Ausreden und nehme es Schritt für Schritt. Ich muss viel lernen. Gut in der Superbike-WM ist, dass es so viele großartige Leute im Team gibt und wir so viele Ressourcen haben: Wir können das Motorrad immer mehr an mich anpassen, das ist großartig.

Wie fielen die Reaktionen in den USA aus, als Red Bull Honda dich als fixen Fahrer in der Superbike-WM verkündete?

Es war irre, so cool. Ich hatte schon bei den paar Rennen letztes Jahr unvorstellbare Unterstützung. Jetzt wurden die Kommentare in den sozialen Netzwerken noch viel mehr. Ich bin sehr dankbar, dass mich die Fans zuhause und auf der ganzen Welt so unterstützen. Die Leute freuen sich, dass es zwei Amerikaner in der WM gibt, mich und PJ Jacobsen. So haben die Fans in den Staaten zwei Gründe mehr, Superbike-WM zu schauen.

Das bedeutet aber auch mehr Druck.

Ich fühle keinen Druck von den Fans, ich bin mit mir im Reinen. Ich habe nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.

Kombinierte Zeiten SBK-Test Phillip Island:

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:30,598 min
2. Marco Melandri (I), Ducati, 1,30,726
3. Tom Sykes (GB), Kawasaki, 1:30,804
4. Eugene Laverty (IRL), Aprilia, 1:31,074
5. Javier Fores (E), Ducati, 1:31,076
6. Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:31,131
7. Alex Lowes (GB), Yamaha, 1:31,370
8. Leon Camier (GB), Honda, 1:31,537
9. Loris Baz (F), BMW, 1:31,542
10. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, 1:31,579
11. Chaz Davies (GB), Ducati, 1:31,614
12. Toprak Razgatlioglu (TR), Kawasaki, 1:31,822
13. Jordi Torres (E), MV Agusta, 1:31,866
14. Leandro Mercado (RA), Kawasaki, 1:32,069
15. Jake Gagne (USA), Honda, 1:32,288
16. Troy Herfoss (AUS), Honda, 1:32,297
17. Yonny Hernandez (CO), Kawasaki, 1:32,453
18. Roman Ramos (E), Kawasaki, 1:32,520
19. Wayne Maxwell (AUS), Yamaha, 1:32,651
20. Patrick Jacobsen (USA), Honda, 1:32,663
21. Daniel Falzon (AUS), Yamaha, 1:32,828
22. Ondrej Jezek (CZ), Yamaha, 1:33,143

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