Melandri gegen Haslam: Vorwürfe nach Zusammenstoß

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Im zweiten Hauptrennen der Superbike-WM in Misano krachten die Maschinen von Marco Melandri und Leon Haslam gegeneinander. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

«Das war ein typischer Melandri», meinten Leon Haslam, Alex Lowes und Toprak Razgatlioglu nach dem zweiten Hauptrennen in Misano übereinstimmend zum Manöver des Italieners im Kampf um Platz 3 gegen Haslam.

Ab der zweiten Runde lag Melandri auf Rang 4, von Runde 5 bis 12 hatte er Haslam vor sich. Dann kam es im Zweikampf zur Feindberührung.

«Ich wusste nicht, dass das Melandri ist», erzählte Haslam SPEEDWEEK.com. «Er kam von hinten und krachte in mich! Ich dachte schon, er wäre deshalb aus dem Rennen geflogen. So ist Marco eben, so macht er das immer – ich erwarte das von ihm.»

Melandri sieht das anders: «Ich war schon vor ihm und konnte ihn gar nicht sehen. Am Sonntagmorgen hat mich auch schon Rinaldi getroffen. Wegen Haslam ist die Karbonabdeckung meiner Vorderradbremse gebrochen. Ich überholte ihn, legte um und dann krachte es. Das war ein harter Zusammenstoß, so etwas kann passieren.»

Im verregneten ersten Hauptrennen fuhr Melandri am Samstag auf Platz 6, im Sprintrennen, in dem er nach einer Strafversetzung um sechs Ränge nur von Startplatz 19 kam, ebenfalls. Als er im zweiten Hauptrennen stürzte, lag der 36-Jährige auf Platz 4.

«Mein größtes Problem war der Freitag, mein Qualifying war sehr schlecht», hielt der WM-Siebte fest. «Im Nassen bekam ich kein Gefühl für das Motorrad, am Sonntag war es gut. Ich tat mir schwer damit, Haslam zu überholen. Der Plan war, zwischen Kurve 9 und 10 vorbeizugehen, also tat ich in Kurve 8 alles dafür, so nahe wie möglich an ihm dran zu sein. Dann rutschte mir beim Loslassen der Bremse das Vorderrad weg. In einigen Kurven hatte ich große Gripprobleme in maximaler Schräglage, die letzten zwei Kurven war ich sehr langsam, auch in Kurve 6. In anderen war ich dafür sehr schnell.»

Seit Jerez ist Melandri auf der Yamaha R1 des Giansanti Racing Teams wieder konkurrenzfähig. «Seit wir den Tank gewechselte haben, funktionieren Dinge, die vorher nicht gingen», bemerkte er. «Jetzt müssen wir alles auf ein Neues probieren. Wir haben in Misano viel gelernt, schon im nächsten Rennen werden wir besser dastehen.»

Lauf 2 wurde zum ersten Dreifach-Sieg von Kawasaki seit Rennen 2 in Sugo 1993: Jonathan Rea siegte vor Toprak Razgatlioglu und Leon Haslam.

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