Exklusive Details der neuen Honda CBR1000RR-R SP

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Alvaro Bautista und Leon Haslam fahren die neue Honda CBR1000RR-R

Alvaro Bautista und Leon Haslam fahren die neue Honda CBR1000RR-R

Ihre Konkurrenzfähigkeit hat Hondas neue Fireblade SP bereits beim Meeting der Superbike-WM 2020 auf Phillip Island bewiesen. Im Exklusiv-Interview spricht Yuzuru Ishikawa von HRC über Details der CBR1000RR-R.

Yuzura Ishikawa ist Hondas «Large Project Leader» sowohl für die käufliche Strassenversion der neuen Fireblade als auch für das Superbike-Projekt. Man will mit dem neuen Superbike am Markt und auf der Rennstrecke erfolgreich sein, dafür wurde die radikalste CBR1000RR-R aller Zeiten gebaut.

SPEEDWEEK.com sprach mit Ishikawa über technische Details der Triple-R. Was aus der MotoGP adaptiert wurde, wieso auf gesplittete Drosselklappen verzichtet wurde und wie viel High-Tech in der Elektronik steckt.

Ishikawa-San, obwohl es an der 2020er Fireblade technische Neuerungen gibt, scheint das Chassis dem Vorgängersehr ähnlich. War keine technische Revolution erforderlich oder wurde aus Kostengründen darauf verzichtet?

Es sieht so aus, als hätten wir keine revolutionäre, neue Chassis-Technologie oder dergleichen, doch wie ich schon erwähnte, lag der Fokus bei der Konstruktion der neuen Fireblade auf dem Renneinsatz. Das heisst: Wir brauchen die passende Fahrwerksgeometrie in Kombination mit der korrekten Fahrwerksbalance und der richtigen Gewichtsverteilung für den Renneinsatz. Die Fahrwerksdaten sind deshalb sehr nahe an jenen des MotoGP-Renners. Es schaut nicht spektakulär aus, doch unsere Techniker haben die Funktionalität aus der MotoGP in ein alltagstaugliches Serienmotorrad transferiert und dabei auch noch ein genügend breites Spektrum an Einstellmöglichkeiten integriert.

Welche Anpassungen mussten am Serienchassis für den Einsatz in der Superbike-WM vorgenommen werden oder haben sie schon zusätzliche Verstärkungen angebracht, wie es das Reglement erlaubt?

Der Hauptrahmen entspricht komplett dem Serienbauteil, denn dieses Chassis wurde schon mit Slickreifen entwickelt. Hingegen verwenden wir völlig andere Teile für die Schwinge und die Gabelbrücken.

Das Serienmotorrad hat keine gesplitteten Drosselklappen, darum kann Honda solche nicht nicht in der Superbike-WM verwenden - warum nicht? Vor fünf Jahren wollten alle Fahrer solche getrennt betätigten Drosselklappen haben.

Wir können eine sanfte Gasannahme in langsamen Kurven mit der Motorelektronik erreichen, gesplittete Drosselklappen brauchen wir dazu nicht. Darum haben wir darauf verzichtet.

Die Drosselklappen sind so nahe am Motor, es sieht so aus, als befänden sie sich im Zylinderkopf, sehr nahe an den Einlassventilen. Was ist der Vorteil?

Diese Anordnung ist sehr ähnlich wie im MotoGP. Es bewirkt eine höhere Leistung und ein gutes Ansprechverhalten. Dazu erhöhen nahe am Zylinderkopf platzierte Drosselklappen das Volumen der Airbox. Es gibt noch vieles zu testen…

Was ist sonst noch speziell an diesem Motorrad, das man nicht auf den ersten Blick sieht, das sie aber haben wollten, um in der Superbike-WM erfolgreich zu sein?

Wir verwenden spezielle Materialien, zum Beispiel für die Kolben. Ebenso sind die Nockenwellen mit einer reibungsmindernden Beschichtung versehen, die aus dem Rennsport kommt.

Wie weit fortgeschritten ist die Elektronik, die sie in der Superbike-WM einsetzen werden? Auf dem Level der MotoGP oder sogar weiter?

Grundsätzlich verwenden wir unsere eigene Software, welche das Wissen aus dem MotoGP und aus anderen Rennserien integriert. Nach meiner Einschätzung ist das unser bestes Elektronik-Paket. Und wir haben noch Potential für weitere Fortschritte. Wer Honda kennt, der weiß: Wir gehen immer weiter. Wenn einer eine gute Idee hat, kann er sie einbringen und verwirklichen. Derzeit verwenden wir für viele Parameter geschlossene Regelkreise. Damit können wir die Leistungsentfaltung ausgleichen, damit es sich für den Fahrer linear anfühlt. Dazu reicht ein einziger simpler geschlossener Regelkreis natürlich nicht aus, die Elektronik muss ähnlich wie ein Fahrer ein Feedback vom Motorrad erfühlen und dann handeln. Da haben wir derzeit noch eine Verzögerung, was die Fahrer natürlich nicht mögen. Wir versuchen nun, die Verzögerung soweit zu verkürzen, dass sie der Fahrer nicht mehr wahrnimmt.

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