SBK Moskau: Die wahren Gründe der Absage

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Die Pressemitteilung bezüglich der Absage des Superbike-WM-Events am 21. September in Moskau ist blutleer. SPEEDWEEK.com hakte nach.

Seit Wochen dominiert der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Halbinsel Krim die Nachrichten. Spätestens seit Russlands Präsident Vladimir Putin damit gedroht hat, die Ansprüche seines Landes notfalls militärisch geltend zu machen, herrscht Kriegsangst und Unsicherheit.

Der Motorrad-Weltverband FIM hat bereits alle geplanten Weltmeisterschaftsläufe im Motocross und Speedway in der Ukraine abgesagt. Letztes Wochenende folgte die Absage des für 21. September 2014 angesetzten Superbike-WM-Laufs in Moskau.

In der offiziellen Stellungnahme des örtlichen Veranstalters YMS Promotion werden lediglich die politischen Probleme angeschnitten, aber keine handfesten Fakten genannt. Diese hat SPEEDWEEK.com in Erfahrung gebracht.

Keine Unterstützung von Vladimir Putin

YMS besitzt einen Vertrag über die Austragungsrechte der Superbike-WM in Russland bis einschließlich 2021. Das Rennen ist nicht an die Strecke in Moskau gebunden, es könnte ebenso in Sotschi oder Kasan ausgetragen werden.

Als die FIM die Rennen in der Ukraine cancelte, kam bei YMS die Angst auf, dass es auch ihr Rennen in Russland treffen könnte. Wie zu hören ist, hat die FIM die Absagen eigenverantwortlich getroffen, die örtlichen Veranstalter wurden in die Entscheidungsfindung nicht mit einbezogen. Das gab YMS zu denken. «Ohne Unterstützung von der Regierung kannst du heute in Russland gar nichts machen», unterstrich ein Insider.

Während sich Präsident Putin für die Olympischen Spiele oder den Formel-1-GP persönlich einsetzt und wohl auch verbürgt, interessiert ihn die Superbike-WM nicht, YMS hat keinerlei Unterstützung von der Regierung.

Weil viele in Russland Krieg befürchten, verteilen die Banken nur noch wenige Kredite. Das Geschäftsleben kommt immer mehr zum Erliegen, Investitionen werden kaum noch getätigt, ausländische Firmen ziehen sich aus dem Land zurück.

Ohne Unterstützung aus der Industrie, von Banken und der Regierung kann YMS keinen WM-Lauf ausrichten und zog deshalb frühzeitig den Stecker. Die Planungen laufen bereits für 2015, dann soll der dritte Superbike-Event vor den Toren Moskaus ausgetragen werden.

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