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Zuletzt musste Ducati als frühere Superbike-Supermacht mitansehen, wie sich die einstige Dominanz in Luft auflöste. Selbst die Rückkehr zu einem vollwertigen Werksteam konnte diese Schwierigkeiten nicht lösen.
Durch die aktuellen technischen Regeln haben die Ducati mit ihren 1200 ccm auf den meisten Pisten gegenüber den schnellen Vierzylinder-Bikes, die mit immer besserer Elektronik den früheren Vorteil des V-Twin aus den Kurven egalisierten, das Nachsehen. Durch das Reglement 2015 kann sich das ändern.
SPEEDWEEK.com sprach mit Ducatis Superbike-Projektleiter Ernesto Marinelli, was er sich von den neuen Regeln verspricht.
"Es ist ein Kompromiss, der aber nicht allen im selben Umfang zufrieden stellt. Ich denke, dass es eine gute Basis für die Zukunft darstellt", meint der lange Italiener. "Positiv ist die Kostenreduzierung und beim Motor ist es ausgeglichener als früher. Die Kostensenkung ist definitiv das Hauptproblem für die Zukunft. Jedes Team muss um das erforderliche Budget kämpfen, es war absolut erforderlich, das anzupacken."
Marinelli erwartet, dass die Kappung der Elektronik (Kostenlimit von 8000 Euro) die gravierendsten Änderung sein wird. Jede Elektronik muss vor ihrem Einsatz von der FIM und Dorna abgesegnet werden. Dadurch soll auch der unterschiedliche Entwicklungsaufwand der Hersteller harmonisiert werden.
"Bei der Elektronik gibt es den grössten Einschnitt", sagt Marinelli. "Es gibt eine Preisobergrenze, inklusive aller Sensoren. Klar könnte ein Werk viel Geld in die Entwicklung pumpen. Ich denke aber, die FIM und Dorna haben aber genügend Möglichkeiten zu prüfen, ob jemand betrügt oder nicht. Heute kostet eine ECU weit über 10.000 Euro. Auch die Sensoren müssen genehmigt werden und jedem zum Erwerb angeboten werden."
Durch das derzeit noch im Entwurfsstadium befindliche Reglement könnte auch wieder ein Markt für ausgediente Bikes aus der Superbike-WM entstehen, da der Unterschied zwischen WM und nationale Serien geringer sein wird.
"In vielen nationalen Meisterschaften fahren Ducati, die meisten Serien haben sich aus Kostengründen allerdings in Richtung Superstock-Reglement entwickelt. Früher, als die Reglements dichter zusammen waren, gab es einen gut funktionierenden Markt für Racebikes. Die Motorräder vom letzten Jahr wurden verkauft und von irgendjemanden in einer anderen Serie gefahren. Und so dreht sich das Rad immer weiter."
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