Umstritten: Neue 300er-Klasse nur für Asiaten gut?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Schon vor der Übernahme durch die Dorna im Herbst 2012 wurde über eine neue kleine Hubraumklasse als Unterbau der Superbike-WM nachgedacht. Der ehemalige Managing Director Paolo Ciabatti erklärt.

Von 2007 bis 2012 war der Italiener Paolo Ciabatti als Managing Director für die sportlichen Belange der Superbike-WM zuständig. Als die spanische Agentur Dorna die Serie im Herbst 2012 von Infront Motor Sports übernahm, kehrte Ciabatti zu seinem alten Arbeitgeber Ducati zurück, wo er seither als Sport-Direktor arbeitet.

SPEEDWEEK.com sprach mit ihm über die Dorna-Pläne, eine neue 300er-Klasse als Unterbau der Superbike-WM zu etablieren.

Seit Jahren haben wir die zwei 1000er-Klassen Superbike und Superstock sowie die 600er-Klassen Supersport und Superstock. Sind die beiden Superstock-Klassen noch zeitgemäß? Dorna schweben drei Klassen vor mit 300, 600 und 1000 ccm.

Paolo Ciabatti lässt seinen Gedanken freien Lauf.

«In der Vergangenheit gab es die zwei Klassen Superbike und Supersport, hinzu kamen die zwei seriennahen Superstock-Klassen, in denen mit den gleichen Modellen gefahren wurde.»

«Doch der Markt hat sich verändert, der Verkauf von Sportmotorrädern ist heute nicht mehr so, wie er mal war. Das 600er-Marktsegmnet leidet sehr stark. Es ist gut, wenn man heute über die Klassen nachdenkt. In Asien boomen die Motorradmärkte, also muss man sich ansehen, welche Modelle dort verkauft werden.»

«Mit welchen Klassen wir zukünftig fahren, wird davon abhängen, in welchen Ländern die Meisterschaft gastiert und wo die Nachfrage im Fernsehen am größten ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 300er-Bikes die Leute in Europa begeistern.»

«Das ist keine leichte Entscheidung und ich verstehe, dass Dorna noch keine getroffen hat. Sie müssen sich überlegen, mit welchen Serienmodellen gefahren wird, sodass es auch Sinn macht.»

«Auch wenn sich die 600er-Maschinen kaum noch verkaufen, ist das doch die Einstiegsklasse für die Meisterschaft und hat als diese ganz gut funktioniert. Michael van der Mark kommt von dort, er fuhr Superstock-600-EM, dann Supersport und jetzt Superbike. Eine neue Klasse muss attraktiv für neue Piloten sein und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit bieten, als Rennfahrer zu wachsen.»

«In MotoGP ist es sehr simpel: Moto3, Moto2 und MotoGP. Márquez ging diesen Weg, dazu viele andere, es funktioniert gut.»

«Für die Superbike-WM muss man Klassen bieten, die es Fahrern ermöglichen, in dieser Meisterschaft von Grund auf Karriere zu machen. Sinnvoll wäre, die Klassen Superbike mit 1000 ccm, Supersport mit 600 ccm und eine neue Klasse mit 300 oder 350 ccm zu haben. Bei den Europarennen könnte zugleich ein Markencup wie der von Honda mitfahren.»

«Heute ist der Zeitplan am Sonntag vollgepackt. Ich glaube nicht, dass es alle diese Klassen braucht. Es gibt heute keine Möglichkeit mehr, jeder Klasse die nötige Aufmerksamkeit einzuräumen, weil es an Zeit fehlt. Jetzt ist es an der Dorna, mit guten Vorschlägen zu kommen.»

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