Comeback von Troy Bayliss: Schön war’s...

Kolumne von Kay Hettich
Superbike-WM
Für zwei Meetings verzückte Troy Bayliss die Fans der Superbike-WM noch einmal mit seiner Präsenz. Ein toller Typ hat sich am vergangenen Sonntag endgültig von der aktiven Szene verabschiedet.

Das war es nun endgültig, sehr wahrscheinlich zumindest: Troy Bayliss hat nach zwei Meetings als Ersatz des verletzten Davide Giugliano bei Ducati die Notbremse gezogen und sich wieder verabschiedet. Ihm wurden in Thailand die Grenzen seiner Möglichkeiten aufgezeigt, daran hätten auch weitere Rennen in Aragón und Assen nichts geändert.

Nicht die lange Pause war das Problem und auch nicht sein Alter von immerhin 45 Jahren. Zu viel hat sich seit 2008 verändert, als sich der Haudegen nach seinem dritten WM-Titel zum ersten Mal in den Ruhestand verabschiedete. Die Aprilia RSV4 gab es in seiner Ära noch nicht als Gegner, sie kam erst 2009 und ist seitdem das erfolgreichste Motorrad. Die Kawasaki ZX-10R kannte Bayliss auch nur als belächeltes Superbike.

Die frühere Dominanz von Ducati ist spätestens seit der Einführung der Panigale R einer schemenhaften Erinnerung gewichen. Auch der Wechsel 2013 von 16,5“ zu 17“ Reifen bedeutete für den 52-fachen Laufsieger einen Eiertanz. Das seriennähere Reglement der Saison 2015 wird wohl weniger gravierend gewesen sein.

Wenn man realistisch bleibt war schon im Vorfeld klar, dass Bayliss nicht wie in Valencia 2006 bei seinem umjubelten Ducati-Sieg als Ersatzfahrer in der MotoGP sofort um Siege würde mitfahren würde.

Aber ganz ehrlich, das musste er auch gar nicht. Aber man hätte es ihm von Herzen gegönnt. Warum? Einfach weil es schön gewesen wäre, einen alten Champion noch einmal ganz oben stehen zu sehen.

Ein Troy Bayliss steht für eine andere Ära der Superbike-WM in der gewiss nicht alles besser war. Seit 2012 wurde der Weltmeister erst beim Saisonfinale gekürt, optimal. 2008 holte Bayliss dagegen seinen letzten Titel vorzeitig und mit 58 Punkten Vorsprung!

Dennoch: Es war schön, Troy Bayliss noch einmal im Rahmen der Superbike-WM sehen zu dürfen. Mancher junger Rennfahrer hatte so die Gelegenheit, gegen sein Idol zu fahren – und nicht wenige haben einen auf die Mütze bekommen! Lächerlich hat sich die Superbike-Legende nicht gemacht, aber sein Entschluss, keine weiteren Rennen zu fahren, war richtig. Niemand möchte sehen, wie ein früherer Held seinen Ruf demoliert – oder sogar sich selbst!

Ich persönlich bin auf den Geschmack gekommen und würde gerne Comebacks weitere Altstars erleben: Comeback von Max Biaggi? Schön wäre es!

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