Sylvain Guintoli: «Rea hat die Meisterschaft gekillt»

Von Ivo Schützbach
Yamaha-Werksfahrer Sylvain Guintoli

Yamaha-Werksfahrer Sylvain Guintoli

Ex-Weltmeister Sylvain Guintoli sagt, dass in der neuen Yamaha R1 viele Gene des MotoGP-Bikes M1 stecken. Für die Superbike-WM 2016 ist der Franzose im Yamaha-Werksteam entsprechend zuversichtlich.

Fahrer wie Chaz Davies, Leon Camier und Michael van der Mark ließen sich auf Phillip Island bereits am Freitag im Fahrerlager blicken und schauten sich den letzten Tag der MotoGP-Tests an.

Am heutigen Sonntag waren alle da, die Piloten hatten zahlreiche Foto- und Video-Termine, außerdem muss alles für die Testfahrten am Montag und Dienstag vorbereitet werden.

SPEEDWEEK.com sprach mit Yamaha-Werksfahrer Sylvain Guintoli über seine Pläne, Ziele und Favoriten.

Wen erwartest du dieses Jahr an der Spitze? Kawasaki und Ducati?

Ich glaube, dass andere Teams überraschen werden. Letztes Jahr war Jonathan Rea in der ersten Saisonhälfte so schnell, dass er die Meisterschaft killte.

Ende der Saison war es viel ausgeglichener, dann gewannen auch andere Fahrer. Rea war zu Beginn unglaublich gut, in der zweiten Hälfte holte Chaz Davies die meisten Punkte.

Wir müssen uns momentan um die Ausnützung unseres Potenzials kümmern und weniger um den Wettbewerb. Unser Speed und unsere Rundenzeiten müssen besser werden.

Siehst du Yamaha nach einem Jahr Entwicklung auf dem Level der Spitze?

Das wissen wir nicht. Die Basis ist sehr gut, das ist 100-prozentig sicher. Das Chassis ist gut, die Kraftentfaltung ist stark und effizient. Das Motorrad hat eine gute Verbindung mit den Pirelli-Reifen.

In welchen Bereichen fühlst du die DNA der MotoGP-Maschine M1?

Wie man auf dem Motorrad sitzt, wie es einlenkt, das Gefühl fürs Vorderrad.

Ich fuhr für vier verschiedene Hersteller, jeder hat seine eigene Philosophie. Man spürt die DNA. Wenn du die Rennmaschine kennst und dann das Serienmodell fährst, dann spürst du die gleichen Wurzeln.

Natürlich ist ein Superbike viel schneller, effizienter und steifer. Aber die DNA dahinter ist trotzdem die gleiche, die Reaktionen kommen dir vertraut vor.

So ging es mir mit der R1, obwohl es lange her ist, seit ich die M1 fuhr. Der Motor fühlt sich auch sehr ähnlich an.

Wie schätzt du BMW mit dem Deutschen Meister Markus Reiterberger ein?

Ich habe ihn nie gesehen, aber gehört, dass er interessante Rundenzeiten fuhr. Aber die Wintertests sind nicht immer relevant. Man kann in den Wintertests langsam sein und dann in den Rennen...

Das gilt vor allen für dich?

Das stimmt, ich bin in den Wintertests immer langsam.

Einige Fahrer und auch andere Hersteller als Kawasaki und Ducati werden konkurrenzfähig sein, das ist sicher.

Du wurdest 2014 mit Aprilia Weltmeister. Kannst du nachvollziehen, dass sie ihr Werksteam zugesperrt haben, sich auf MotoGP konzentrieren und jetzt mit Iodaracing bei den Superbikes antreten?

Wenn sie die Meisterschaft verlassen, ist das für niemanden gut. Sie sind einer der führenden Hersteller. Es ist aber nicht an mir zu beurteilen, was sie tun sollten. Sie haben ihre Gründe, weshalb sie sich so entschieden.

Ich hatte zwei sehr erfolgreiche Jahre mit Aprilia, wir pflegen eine gute Beziehung. Wir hatten eine großartige Zeit, jetzt muss sich jeder neuen Herausforderungen stellen. An meinen sehr guten Erinnerungen ändert das nichts.

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