Neues Team mit Geld aus Indien will SSP-WM fahren

Von Sascha Weingrill
Supersport-WM
Teameigner Vafi Khan fährt auch gerne selbst flott

Teameigner Vafi Khan fährt auch gerne selbst flott

Ein neues Team aus Indien steigt 2018 in die Supersport-WM ein. Vafi Khan, Teameigentümer von Nerds Racing, will zwei Yamaha R6 einsetzen und hat Experten eingekauft.

Nerds Racing ist international noch nicht in Erscheinung getreten, bestätigte nun aber offiziell, dass das Team mit indischen Wurzeln 2018 in der Supersport-WM antreten wird. Eingesetzt werden sollen zwei Yamaha R6. Wer die Maschinen pilotieren wird, ist noch nicht entschieden.

Klar ist hingegen, wer Teammanager wird: kein geringerer als Gary Reynders – und der hat beste Kontakte.

Der Belgier arbeitete bereits mit namhaften Piloten zusammen und war jahrelang im GP-Paddock ein fixer Bestandteil. In den 1990er-Jahre erarbeitete sich Reynders im Motocross-Sektor einen Namen, stieg um die Jahrtausendwende in den Straßen-Rennsport ein. Und das äußerst erfolgreich, konnte er als Cheftechniker mit verschiedenen Fahrern den WM-Titel erobern. So führte er Oliver Jacque (250ccm, 2000), Dani Pedrosa (125ccm, 2003 und 250ccm, 2004) und auch Andrea Dovizioso (125ccm, 2004) zum WM-Titel. Bis Ende 2015 arbeitete er durchgängig für verschiedene Teams in Moto3, Moto2 und MotoGP. Betreute dabei prominente Piloten wie James Toseland, Colin Edwards, Johann Zarco und Randy Krummenacher – um nur einige zu nennen.

Sneyders betreibt einen Suspension-Service, durch den der Kontakt zum Inder zu Stande kam. «Ich bin sehr gespannt auf 2018», freut sich Reynders. «Was Vafi Khan in diesen wenigen Monaten aufbauen konnte, ist beeindruckend. Ich freue mich sehr darauf das Team anzuführen. Das gesamte Team freut sich die R6 einzusetzen. Wir haben bereits jetzt ein wettbewerbsfähiges Paket zusammengestellt, in welches unsere Fahrer Vertrauen haben können.»

Der angesprochene Vafi Khan ist Team-Eigentümer und hat die notwendigen Fäden gezogen, um den Einstieg in die Supersport-WM zu ermöglichen. Khan hat indische Wurzeln, verdient sein Geld mit einer Investment-Firma aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er bringt also das notwendige Kleingeld mit, um das Team auf gesunde Beine zu stellen.

«Nun können wir weltweit zeigen, wofür wir die letzten Monate hart geschuftet haben», so der Inder. «Ich selbst bin ein leidenschaftlicher Rennfahrer und bestreite auch Rennen. Das Team und ich sind nun sehr aufgeregt, wie wir uns nächste Saison schlagen können. Wir freuen uns die sehr wettbewerbsfähige Yamaha R6 einzusetzen und um Podestplätze zu kämpfen.»

Khan verfolgt das Ziel, den Motorradrennsport an die indischen Fans heranzuführen: «Wir haben ein großartiges und erfahrenes Team aufgestellt. Außerdem habe ich großes Vertrauen darin, dass uns mit unserem Teammanager Gary Reynders, ein ernsthafter Angriff auf unsere Konkurrenz gelingt.»

Motorsport führt in Indien nur ein Schattendasein. Mit dem Buddh International Circuit gibt es zwar eine moderne, permanente Rennstrecke, das für 2017 geplante Meeting der Superbike-WM wurde aber auf Wunsch der Inder auf 2018 verschoben.

Mittlerweile glaubt jedoch kaum jemand, dass die seriennahe Meisterschaft je auf dem Buddh International Circuit fahren wird. Zum einen agiert der dortige Promoter bislang dilettantisch, außerdem sind die indischen Zollbestimmungen problematisch. Diese wurden gegenüber vor einigen Jahren zwar gelockert, nach wie vor ist es aber so, dass über das gesamte Material eine Bankgarantie in selber Höhe hinterlegt werden muss. Diese gibt es zwar irgendwann zurück, es geht aber um Millionen.

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