Sandro Cortese über Siege: «Egal, in welcher Klasse»

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Sandro Cortese fühlt sich bei Yamaha gut aufgehoben

Sandro Cortese fühlt sich bei Yamaha gut aufgehoben

Ein Rennen vor Saisonhalbzeit in Donington Park liegt Sandro Cortese in der Supersport-WM auf Gesamtrang 3, auf die Spitze fehlen dem Schwaben aus dem Team Kallio Yamaha nur vier Punkte.

In den ersten fünf Rennen der Supersport-Weltmeisterschaft 2018 eroberte Sandro Cortese die Plätze 3, 4, 1, 6 und 4. Mit 77 Punkten hat er nach fünf von zwölf Rennen nur vier Punkte weniger als WM-Leader Randy Krummenacher (Bardahl Evan Bros Yamaha) und zwei weniger als Weltmeister Lucas Mahias (GRT Yamaha) auf Platz 2.

SPEEDWEEK.com setzte sich mit dem 28-Jährigen vor dem Rennen in Donington Park am kommenden Sonntag zusammen.

Sandro, obwohl dir in Assen der Vorderreifen einging, konntest du dich auf Platz 6 ins Ziel retten. Wenn du an einem schlechten Tag Sechster wirst, ist das insgesamt ein gutes Zeichen?

Ich war sehr enttäuscht nach Assen, wir haben aber viel gelernt. Mir klappte ständig das Vorderrad ein, ich konzentrierte mich deshalb darauf, das Rennen zu beenden. Das waren zehn wichtige Punkte, die mir sonst vielleicht irgendwann fehlen, wenn ich kämpfe und das Motorrad wegschmeiße. So wie es Cluzel in Thailand gemacht hat. Wir haben nur zwölf Rennen.

Ich habe das Rennen mit dem Team und Pirelli analysiert. Pirelli sagte mir, dass wenn ich die Situation habe, dass der Vorderreifen einklappt, dann geht es schon noch. Der Vorderreifen hat mehr Grip als ein Dunlop-Reifen, das Bike wackelt und schaukelt halt mehr. Ich hatte diese Situation in den drei Rennen zuvor noch nie.

WM-Leader Randy Krummenacher brauste in Assen vom letzten auf den zweiten Platz. Wie schätzt du diese Leistung ein?

Das war sehr stark. Wir haben uns an der Spitze selbst ein Eigentor geschossen. Wären wir die ersten fünf Runden ordentlich gefahren, dann wäre Krummi nie in die Position gekommen, dass er uns angreifen kann. Wie er locker blieb und sich durchkämpfte, da kann man nur den Hut ziehen.

2012 wurdest du Moto3-Weltmeister, damals hast du den Druck gespürt, der auf dem Favoriten lastet. Inzwischen werden von dir in der Supersport-WM auch Podestplätze und sogar der Titel erwartet. Merkst du das?

Ich genieße seit langem wieder das Motorradfahren, es macht mir wieder Spaß. Das ist viel mehr wert als zu sagen, dass ich in meinem ersten Supersport-Jahr die Chance habe Weltmeister zu werden. Natürlich, wenn wir das hinkriegen, bin ich der Letzte, der «lass mal» sagt.

Wie sind die Reaktionen auf deine Erfolge, vor allem natürlich auf den Aragón-Sieg?

Extrem. Mir fällt auf, dass es die Leute nicht wirklich interessiert, ob ich in der Supersport-WM gewonnen habe oder in Moto3 – für sie zählt nur der Sieg. Ich hätte nie gedacht, dass Supersport so aufgenommen wird, auch wenn es nicht so viel im Fernsehen kommt. Die Leute kaufen sich dann den Eurosport-Player oder den SBK-Player und schauen sich die Rennen an, weil sie super sind.

Drum muss ich mir auch für die Zukunft überlegen, was ich mache. In der Supersport-Klasse fühle ich mich wohl.

Wirst du inzwischen von Yamaha Deutschland unterstützt?

Ja, wir hatten ein gutes Gespräch. Ich habe sie ja erst sehr spät gefragt, da waren die Budgets schon lange vergeben. Trotzdem können sie mich jetzt etwas unterstützen, in der Zukunft möchten wir mehr zusammen machen. Sie freuen sich, dass ich als einziger Deutscher in der Supersport-WM bin, das kommt gut an.

Kenan Sofuoglu hat in Imola seinen Rücktritt erklärt: Hast du seine Karriere verfolgt?

Er war bis auf seine zwei Ausritte in der Moto2- und Superbike-WM immer in dieser Klasse, fünf WM-Titel muss dir erst mal einer nachmachen.

So hart es klingt für einen Rennfahrer, aber irgendwann muss man an seine Gesundheit denken. Er hat Frau und Sohn, wenn er noch mal stürzt, könnte er im Rollstuhl sitzen.

Kenan hat eine Familie, in der er sehr gut aufgehoben ist. Er hatte in seinem Leben viele Rückschläge, er weiß, was er jetzt hat. In seiner Serie hat er als Fahrer alles erreicht, jetzt widmet er sich einer neuen Aufgabe mit seiner Academy. Er wird vielleicht irgendwann sein eigenes Team haben – die Wende kommt für jeden Fahrer.

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