NRT Yamaha: Offene Gehälter und ein Funken Hoffnung

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM

Das indische Nerds Racing Team (NRT) hat schwierige Monate hinter sich, mehr als einmal wurde Eigentümer Vafi Khan das vorzeitige Saisonende prophezeit. «Alle ausstehenden Zahlungen sind auf dem Weg», so der 29-Jährige.

Als es im April zum Bruch zwischen Teamchef Vafi Khan und seinem ehemaligen Teammanager Gary Reynders kam, gab es gegenseitige Vorwürfe, die von Betrug über Unterschlagung bis hin zur Dokumentenfälschung reichen.

Obwohl es im Hintergrund seit Monaten rumort, haben sich alle im Team mächtig ins Zeug gelegt, Jules Cluzel eroberte seit dem Europa-Auftakt in Aragón die Ränge 3, 1, 1, 2, 1 und 4. Nach acht von zwölf Rennen ist der Franzose mit fünf Punkten Rückstand auf Sandro Cortese (Kallio Yamaha) Zweiter der Supersport-WM.

Rookie Thomas Gradinger sorgte mit Platz 6 in Brünn für sein bestes WM-Ergebnis.

Was jetzt noch fehlt zur Glückseligkeit, ist die Bezahlung aller Gehälter: Die Teammitglieder erhielten seit einigen Rennen kein Geld.

Deshalb gab es in Misano Gespräche mit Dorna-Manager Gregorio Lavilla. Der Spanier versuchte mit seiner sachlichen Art die Gemüter zu beruhigen und verwies darauf, dass Vafi Khan bis heute immer alles bezahlt hat – wenn auch grundsätzlich mit Verzögerung.

Bis zum heutigen 19. Juli müssen die Supersport-Teams bei WM-Vermarkter Dorna die zweite Rate für die Reifen bezahlen. «Ich habe das Geld überwiesen», versicherte Khan gegenüber SPEEDWEEK.com.

Stimmt diese Aussage, unterstreicht sie bisherige Äußerungen des Inders, dass er die Saison mit seinem Team auf jeden Fall beenden will.

Und was ist mit den ausstehenden Gehältern? «Die ganzen Gerüchte um mein Team kamen auf, weil ich mit der Bezahlung der Gehälter zwei Monate im Rückstand bin», weiß Khan. «Auch diese Gelder habe ich überwiesen, die Teammitglieder sollten sie demnächst haben. Ich bin mit den Gehältern nicht spät dran, weil mir das Geld fehlt. Ich bin zu spät, weil meine Firma NRT in Dubai eine Buchprüfung hatte. So lange diese nicht abgeschlossen war, konnte ich keine Transaktionen tätigen.»

Das Tagesgeschäft in einer deutschen Firma läuft normal weiter, wenn es eine Buchprüfung durch das Finanzamt gibt. Über die Gegebenheiten in Dubai hat der Autor keine Kenntnis. Tatsache ist: Geldüberweisungen von Dubai nach Europa dauern länger als gewöhnlich, weil es strenge Überprüfungen nach dem Geldwäschegesetzt gibt.

Bis zum heutigen Tag hat keiner der Teammitglieder sein Geld für die letzten Rennen erhalten, sie warten jetzt mal diese Woche ab. Sind nicht alle Ausstände bis zum nächsten Rennen in Portimao Mitte September bezahlt, wird das Team mangels Personal nicht am Start sein.

Jules Cluzel hat bereits einen Plan B: Geht es bei NRT nicht weiter, seilt er sich zu Kawasaki Puccetti ab. Teamchef Manuel Pucceti spricht neben dem Franzosen auch mit Hector Barbera über den Platz des zurückgetretenen Rekordweltmeisters Kenan Sofuoglu. Dessen Ersatz Sheridan Morais blieb in den Rennen bis Misano hinter den Erwartungen.

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