Thomas Gradinger fürchtet um seine sportliche Zukunft

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Thomas Gradinger

Thomas Gradinger

Bis 23. August wird sich entscheiden, ob es für NRT Yamaha in der Supersport-WM weitergeht. Sperrt das Team zu, verliert der Österreicher Thomas Gradinger nicht nur seinen Job, sondern auch viel Geld.

Die Mitglieder des Nerds Racing Teams haben Eigentümer Vafi Khan aus Indien eine letzte Deadline bis 23. August 2018 gesetzt, um Gehaltsverbindlichkeiten in der Größenordnung von 150.000 Euro zu begleichen. Inzwischen haben die Mechaniker seit über 100 Tagen kein Geld bekommen – hält Khan nicht endlich Wort und bezahlt, ist sein Supersport-WM-Team Geschichte.

Dann müssen sich auch die beiden Fahrer Jules Cluzel und Thomas Gradinger nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. Der WM-Zweite Cluzel könnte eventuell im Yamaha-Team GMT94 seines französischen Landsmanns Christophe Guyot unterkommen.

Gradinger aus Österreich fährt eine hervorragende Debütsaison, konnte in sechs Rennen in den Top-12 punkten und ist vor dem letzten Saisondrittel WM-Neunter. Der Rookie wird sich aber deutlich schwerer tun, ein anderes Team zu finden.

«Für mich schaut es ganz schlecht aus», erzählte der 22-Jährige SPEEDWEEK.com. «Ich habe noch keine anderen Möglichkeiten, habe mich aber auch noch nicht wirklich umgehört. Ich habe zwei Leute, die für mich am Suchen und am Druck machen sind, aber es hängt alles immer vom Geld ab.»

Gradinger musste bei NRT Yamaha eine Mitgift von 100.000 Euro mitbringen, diesen Betrag hat er in zwei Raten bezahlt. Der Deutsche Supersport-Meister hat Geld für zwölf Rennen abgeliefert, im schlimmsten Fall ist aber nach acht Schluss.

«Beim nächsten Rennen in Portimao bin ich auf jeden Fall dabei, egal ob als Fahrer oder Teamsuchender», bemerkte Gradinger. Falls das Team stirbt, «müssten wir Geld zurückverlangen», grübelte der Sechste von Brünn. «Aber wenn er die Mechanikergehälter nicht bezahlt, dann wird er mir das Geld kaum zurückbezahlen.»

Gradinger wickelte alles über den ehemalige Teammanager Gary Reynders ab, «mit Vafi hatte ich nicht viel zu tun. Manchmal haben wir über Whatsapp geschrieben, aber nie über organisatorische Sachen. Die erste Rate wurde an Vafi überwiesen, die zweite an Gary. Uns war es egal, wo wir es hinüberweisen.»

Nicht nur das Ultimatum der Teammitglieder läuft, auch ein Sponsor von Gradinger übt Druck auf Vafi Khan aus, um ihn entweder zum Weitermachen zu bewegen, oder anteilig 33.000 Euro zurück zu erstatten.

Gradinger fürchtet um seine sportliche Karriere, im Gegensatz zu einigen Teammitgliedern ist aber wenigstens seine Existenz nicht bedroht.

«2011 begann ich bei KTM meine Lehre zum Zweiradmechaniker», schilderte er. «Heute bin ich Testfahrer für die normalen Motorräder für die öffentliche Straße. Ich arbeite weiterhin bei KTM, irgendwo muss ich ja meine Knete herkriegen. KTM unterstützt mich gut, ich kann meine Tests frei einteilen. Wir testen viel in Spanien und bin entsprechend viel unterwegs. Ich schaue, dass ich nicht direkt vor einem Rennwochenende einen Test habe und ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann.»

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