Gesperrter Anthony West bezichtigt die FIM der Lüge

Von Kay Hettich
Anthony West beteuert seine Unschuld

Anthony West beteuert seine Unschuld

Weil auch die B-Probe positiv auf verbotene Substanzen geprüft wurde, bleibt die Dopingsperre von Anthony West bestehen. Der Australier reagiert auf das offizielle Schreiben der FIM mit deutlichen Worten.

Die Karriere von Anthony West liegt nach seiner zweiten Dopingsperre in Trümmern. Erstmalig wurde der Australier in Sepang 2012 überführt, in Misano 2018 erneut. Mit 37 Jahren würde die ihm nun drohende Sperre von zwei Jahren einem Karriereende gleichkommen.

Doch West beteuert nach wie vor seine Unschuld und beantragte die Öffnung der B-Probe – mit demselben Ergebnis. In der Mitteilung der FIM vom 2. November 2018 heißt es außerdem, West hätte nicht dargelegt, wie die verbotenen Substanzen in seinen Körper gelangten.

Die Reaktion von West ließ nicht lange auf sich warten. Der Australier spricht von Lügen, Korruption und Inkompetenz!

«Mein Manager versuchte sie anzurufen, man sagte ihm jedoch, alles müsse schriftlich per E-Mail vorgelegt werden. Also schickte ich ihnen jede Woche eine E-Mail, kriegte aber keine Antwort», kritisiert West. «Also musste ich einen Anwalt einsetzen. Der Anwalt wollte eine Erklärung von mir, um sie der FIM zu senden und ich habe ihm eine gegeben.»

«Die FIM hat meinem Anwalt dann gesagt, vor Absendung der Erklärung solle er anrufen. Im Telefonat sagte man ihm, dass ich die Saison zu Ende fahren kann, wenn ich auf einen Anwalt verzichte und die die zweijährige Sperre akzeptiere. Dieses Telefonat am 25. September war der letzte Kontakt mit der FIM bezüglich meiner Lizenz. Eine Pressemitteilung können sie herausgeben, mich kontaktieren aber nicht – merkwürdig.»

West behauptet, der australische Verband wäre über offizielle Kanäle noch nicht über die Untersuchung informiert, seine nationale Lizenz besteht demnach weiterhin.

«Die Labor-Ergebnisse habe ich erst am 12. Oktober erhalten und das enthüllte eine weitere Lüge. Meinem Anwalt sagte man, es wären 300 ng der verbotenen Substanz nachgewiesen, in der Analyse stehen aber 100 ng», erklärte West weiter. «Nicht alle bei der FIM sind korrupt oder inkompetent, ich habe dort auch ein paar Freunde. Ich hasse es, alle über einen Kamm zu scheren. Nur eine Person bei der FIM hat etwas gegen mich. Es ist nicht das erste Mal, dass ich Probleme mit diesem Menschen habe.»

West kann den weiteren Verlauf des Prozesses nicht vorhersehen. «Der Schaden ist bereits angerichtet und ich habe noch immer keine Ahnung, was mit meiner Lizenz passieren wird. Mein Sponsor ist weg, genauso wie mein Vertrag für 2019. Ich warte weiter ab und bin 100 Prozent frustriert.»

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