Wahr über verrückte Wellen, Schmitter in Sturzgefahr

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Kevin Wahr will seinen Rückstand auf unter 2 sec reduzieren

Kevin Wahr will seinen Rückstand auf unter 2 sec reduzieren

Jules Cluzel (MV Agusta) hat den Trainings-Freitag der Supersport-WM in Portimao als Schnellster beendet. Kevin Wahr und Dominic Schmitter landeten auf den Rängen 14 und 18.

Jules Cluzel dominierte den Freitag und platzierte seine MV Agusta trotz eines Sturzes am heißeren Nachmittag an der Spitze. Seine Zeit aus dem ersten freien Training (1:46,005 min) ließ ihn 0,147 sec vor seinem härtesten Rivalen, dem Meisterschafsführenden Kenan Sofuoglu (Kawasaki Puccetti) bleiben.

Cluzels Teamkollege Lorenzo Zanetti beendete den Tag an dritter Position, trotz eines Sturzes in Kurve 5, zwölf Minuten vor Ende. Der Italiener blieb unverletzt.

Patrick Jacobsen lieferte in seinem neuen Team Core Motorsport Thailand Honda einen sauberen Einstand auf Platz 4 ab.

Kevin Wahr (SMS Honda) verlor bei seiner Portimao-Premiere als 14. knapp zweieinhalb Sekunden auf Cluzel. «Die Strecke ist geil, aber nicht so schwer wie gesagt wird», meinte der Schwabe zu SPEEDWEEK.com. «Die Kurven an sich und die Linien sind relativ simpel. Es geht halt dreimal über einen Berg drüber geht, wo du beim Einlenken nichts siehst.»

«Ich habe vermutet, dass ich hier hinterherhinke, weil ich die Strecke nicht kenne», hielt der Honda-Pilot fest. «Aber 2,4 sec Rückstand ist gut. Wenn ich am Samstag bei einskomma lande und im Qualifying noch etwas näher ran, dann sind wir da, wo wir hin wollen. Das Motorrad läuft gut, es macht auch Spaß. Nur die Bodenwellen sind verrückt. Beim Anbremsen in Schräglage schwingt das Hinterrad über die Wellen weg. Die Wellen und die letzte Kurve, das muss man hier hinkriegen.»

Dominic Schmitter, der als 18. über 3,5 sec verlor, sieht das mit der Strecke ganz anders. «Sie ist wahnsinnig schwierig», unterstrich der Schweizer. «Im ersten Training war ich 15 Mal in Sturzgefahr, immer wieder ist mir das Vorderrad weggeklappt, auch beim Beschleunigen. Ich konnte gar nicht pushen. Das Team hat für jede Strecke ein Basis-Set-up, aber das heißt ja nicht, dass das mir passt. Im zweiten Training sind wir mit der Abstimmung in eine ganz andere Richtung gegangen und es war viel besser.»

Im ersten Training lag der Kawasaki-Youngster beinahe 6 sec hinter der Spitze. Obwohl er seinen Rückstand im zweiten Training um 2,5 sec verringerte, ist er noch lange nicht zufrieden. «Wenn ich schneller in die Kurve fahren wollte, würde ich stürzen», ist er überzeugt. «Zweimal ist mir das nach einem Vorderradrutscher fast passiert, ich habe fast keinen Spielraum. Es liegt aber nicht alles am Motorrad, ich bin auch zu verkrampft. 2 sec Rückstand gehen auf meine Kappe.»

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