Dorna will sparen, Hersteller keine Vorteile abgeben

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Die Elektronik einer Honda CBR600RR hat nicht viel zu bieten

Die Elektronik einer Honda CBR600RR hat nicht viel zu bieten

Das Reglement der Supersport-WM 2016 wird seriennäher. Doch Hersteller, WM-Vermarkter Dorna und der Motorrad-Weltverband FIM sind sich nicht einig, wie genau dieses aussehen soll.

Ende Mai 2015 veröffentlichte SPEEDWEEK.com exklusiv die Pläne für die zukünftige Supersport-Weltmeisterschaft. WM-Vermarkter Dorna hat folgenden Ideen.

Ab 2016 soll jeder Hersteller eine Nockenwelle sowie eine Standard-ECU homologieren. So soll gewährleistet werden, dass alle Motorräder eines Herstellers auf annähernd dem gleichen technischen Level sind. Arbeiten am Zylinderkopf bleiben den Teams weiterhin freigestellt.

Mit der Einführung der Standard-ECU will die Dorna die elektronischen Hilfsmittel deutlich zurückschrauben. Ihnen schwebt eine ähnliche Elektronik wie in Moto2 vor, wo die Teams lediglich auf die Motorbremse Einfluss nehmen können. Traktionskontrolle, Launch- und Wheelie-Control sind Fehlanzeige.

Problematisch: Die Elektronik der Supersport-Motorräder variiert in ihrem Können je nach Hersteller markant. MV Agusta zum Beispiel hat eine sehr ausgereifte Standard-Elektronik mit Ride-by-wire, alle elektronischen Spielereien inklusive. Der Hersteller aus Varese hat natürlich kein Interesse daran, diesen Vorteil einzubüßen.

Alle anderen Motorräder elektronisch aufzurüsten widerspricht dem Sparwunsch der Dorna. Es wird auf einen Kompromiss hinauslaufen. Die Hersteller-Vereinigung MSMA will in den kommenden Tagen einen konkreten Vorschlag vorlegen.

«Als ehemaliger Fahrer glaube ich nicht, dass Supersport-Maschinen eine ausgefeilte Elektronik brauchen», so Dornas Sport-Director Gregorio Lavilla gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Teams müssen viel Geld ausgeben, um so eine Elektronik bestmöglich zu nützen. Der Großteil der Hersteller stimmt mir zu, dass wir die Elektronik zurückfahren können, daran arbeiten wir. Das wird den Teams Geld sparen, weil sie dann keinen teuren Elektronik-Experten mehr brauchen. Und es wird alle Hersteller auf einen ähnlichen Stand bringen. Außerdem folgen wir damit dem Weg, der in den nationalen Meisterschaften eingeschlagen wurde, dort haben die meisten Kategorien heute Superstock-Regeln. Ein gleiches Reglement erleichtert Wildcard-Einsätze in der WM, das ist unser Ziel.»

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