Southwick: Marvin Musquin (KTM) siegt, Roczen P5

Von Thoralf Abgarjan
US-Motocross 450
Marvin Musquin siegte in Southwick vor Eli Tomac und Justin Barcia

Marvin Musquin siegte in Southwick vor Eli Tomac und Justin Barcia

Tabellenführer Eli Tomac (Kawasaki) stürzte in Southwick gleich zweimal und machte den Weg für seinen Verfolger Marvin Musquin (KTM) frei, der einen historischen Sieg für Frankreich feierte. Roczen erreichte Platz 5.

Der 6. Lauf zur Lucas Oil Pro Motocross Championship in Southwick (Massachusetts) markierte die Halbzeit der US-Outdoors-Saison 2018. Der französische KTM-Werksfahrer Marvin Musquin war zwar nicht der schnellste Pilot auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit einer weichen und sandigen Oberfläche, doch er fuhr insgesamt fehlerfrei und konstant, während Tabellenführer Eli Tomac (Kawasaki) mehrfach stürzte.

Das Ende einer Siegesserie
Tomac, der in diesem Jahr sämtliche Tagessiege der US-Outdoors gewonnen hatte, startete schlecht in beide Läufe. In Moto 1 brauchte er bis zur vorletzten Runde, um Musquin den Laufsieg abzunehmen. Zunächst hatte Ken Roczen (Honda) den 'holeshot' gezogen. Der Thüringer fuhr solide und führte im ersten Lauf 4 Runden lang das Feld an. Im weiteren Verlauf konnte der HRC-Pilot jedoch das Tempo der Spitze nicht mitgehen und wurde er bis auf Platz 5 durchgereicht.

Tomac: Von Stürzen eingebremst
Im zweiten Lauf übernahm Musquin zunächst die Führung. Tomac vermasselte seinen Start, brauchte aber nur eine Runde, um mit überlegenem Speed von Platz 9 bis auf Rang 2 vorzufahren. Musquin wehrte sich zwar nach Kräften, doch Tomacs pace war für den Franzosen in Southwick nicht zu halten. Der Kawasaki-Werksfahrer setzte sich binnen weniger Runden vom Franzosen ab, ging aber zu Boden. Musquin war damit wieder im Rennen, doch erneut drehte Tomac den Gashahn kräftig auf und enteilte dem Feld. Zu Halbzeit des zweiten Laufs stürzte Tomac dann erneut. Diesmal konnte Musquin vorbeigehen und eine solide Führung herausfahren. Tomac wirkte nach seinem zweiten Crash und verbogenem Kupplungshebel etwas von der Rolle und gab sich mit Rang 2 zufrieden. Musquin gewann wegen des besseren Ergebnisses im zweiten Lauf den Tagessieg.

Musquin: «Bin sitzengeblieben»
Marvin Musquin erklärte nach seinem Sieg die Situation. «Die Intensität, die Eli [Tomac] heute vorgelegt hat, konnte ich nicht mitgehen. Die Strecke war schwierig und jeder kleine Fehler hat sich gerächt. Ich habe konstant meine Linien gezogen und bin sturzfrei durchgekommen. Deswegen habe ich heute gewonnen.»

Der große Tag der Franzosen
Noch nie zuvor in der Geschichte des US-Motocross haben zwei Franzosen beide Klassen an einem Tag gewinnen können. Nach dem Tagessieg von Dylan Ferrandis in der 250er Klasse markierte der Sieg des Franzosen Musquin einen historischen Doppelsieg für die Motocross-Nation Frankreich.

Roczen: Kontinuierlich auf Rang 5
Ken Roczen (Honda) fuhr in Southwick solide, doch seine Rundenzeiten im Rennen waren im Schnitt zwei Sekunden langsamer als die der Spitze. In den Trainings-Sessions tat sich sogar eine noch größere Lücke auf. Roczen befindet sich noch immer im Aufbauprozess nach seinen langen Verletzungspausen. Im Rennen duellierte er sich mit Blake Baggett (KTM), der in der Gesamtwertung bis auf einen Punkt an Roczen auf Platz 4 herangekommen ist. Tomac führt die Serie weiterhin souverän an. Musquin folgt mit bereits 32 Punkten Rückstand vor Justin Barcia, der in Southwick mit zwei dritten Rängen auch seinen dritten Tabellenrang konsolidieren konnte.

Ergebnisse Lucas Oil Pro Motocross Southwick:
1. Marvin Musquin (FRA), KTM, 2-1
2. Eli Tomac (USA), Kawasaki, 1-2
3. Justin Barcia (USA), Yamaha, 3-3
4. Blake Baggett (USA), KTM, 4-4
5. Ken Roczen (GER), Honda, 5-5
6. Benny Bloss (USA), KTM, 6-6
7. Lorenzo Locurcio (VEN), Honda, 7-7
8. Cooper Webb (USA), Yamaha, 8-9
9. Phil Nicoletti (USA), Husqvarna, 10-8
10. Weston Peick (USA), Suzuki, 9-11

Meisterschaftsstand nach 6 von 12 Läufen:
1. Eli Tomac, 289
2. Marvin Musquin, 257, (-32)
3. Justin Barcia, 224, (-65)
4. Ken Roczen, 201, (-88)
5. Blake Baggett, 200, (-89)
6. Weston Peick, 170, (-119)
7. Benny Bloss, 156, (-133)
8. Phil Nicoletti, 142, (-147)
9. Cody Cooper, 85, (-204)
9. Jason Anderson, 73, (-216)


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