Loeb auch in Norwegen spitze

Von Toni Hoffmann
WRC
Loeb pflügt sich durch den Schnee zum Tagessieg

Loeb pflügt sich durch den Schnee zum Tagessieg

Loebs «heisser» Kampf bei frostigen Temperaturen um dem Tagessieg mit Hirvonen

Der fünffache Weltmeister Sébastien Loeb hatte auf der ersten Etappe des zweiten Laufes zur Rallye-Weltmeisterschaft den strengen norwegischen Winter und die Konkurrenz im Griff. Der 48fache Rekordsieger entschied im Citroën C4 den heißen Kampf um den Tagesieg bei frostigen Temperaturen unter minus 20° gegen seinen Rivalen Mikko Hirvonen (Ford Focus) um 2,6 Sekunden für sich. Erst auf der letzten der neun Tagesentscheidungen entriss der irische Auftaktsieger und Tabellenführer Loeb dem Vize-Champion Hirvonen, der zuvor noch 7,3 Sekunden vor Loeb geführt hatte, den nahen Etappensieg. Mit einem Rückstand von 26,2 Sekunden sicherte sich Hirvonens Ford-Teampartner Jari-Matti Latvala den dritten Platz.

«Das war heute wirklich ein spannender Kampf mit Mikko. Ich war den ganzen Tag dicht an ihm», sagte Loeb. «Auf der letzten Prüfung habe ich richtig gepuscht und bin an ihm vorbei.» Ganz zufrieden aber war Loeb dennoch nicht. «Auf weichem Schnee war unser Grip nicht so gut wie auf blankem Eis.» Einen Teil seiner mit Norwegen noch offenen Rechnung hat Loeb nun beglichen. Bei der norwegischen WM-Premiere 2007 war er dreimal in einer Schneebank gelandet und hatte wegen des Zeitverlustes von 17 Minuten nur den 14. Endplatz erreicht.

Hirvonen, der nach der zweiten und von der vierten bis zur achten Tagesentscheidung geführt hatte, zeigte sich dennoch von seiner Leistung etwas enttäuscht: «Es lief nicht so gut. Es war zuviel weicher Schnee auf den Pisten. Mehrere Male wurden wir zwischen den Schneebänken hin und her geschleudert», meinte Hirvonen und fügte hinzu: «Morgen muss Sébastien die Spur legen.»

Für die Rallye-verrückten Norweger stand in den tief verschneiten Wäldern in der Nähe von Lillehammer nicht das Spitzenduell im Vordergrund. Ihr Augenmerk richtete sich vielmehr auf den familien-internen Zweikampf der einheimischen Gebrüder Solberg. Bei der WM-Premiere 2007 war der etwas ältere Henning Solberg mit dem dritten Rang einen Platz besser als sein bekannterer Bruder Petter. Bei ihrem zweiten WM-Heimspiel ging im Bruder-«Zwist» nach der ersten Etappe Petter als Sieger hervor.

Der Weltmeister von 2003, wegen des Rückzugs seines letzten Arbeitgebers Subaru ohne Werks-Cockpit, erreichte in seinem acht Jahre alten privat eingesetzten «Gebrauchtwagen» vom Typ Citroën Xsara den fünften Platz (Rückstand: 1:31,5 Minuten), aber nur eine Zehntelsekunde vor dem Schweden Per-Gunnar Andersson, der zum ersten Mal in seiner Karriere im privat eingesetzten Skoda Fabia WRC zwei Bestzeiten markierte. Bruder Henning im aktuellen Ford Focus des britischen Stobart-Teams erreichte auf dem siebten Platz (Rückstand: 1:39,4 Minuten) und mit einem Abstand von 7,9 Sekunden zum jüngeren Bruder das Tagesziel in Hamar. «Das Auto ist trotz seines Alters okay. Wir hatten heute großen Spaß», meinte der Lokalmatador Petter Solberg.

Nur drei Zehntelsekunden trennten am Ende der ersten Etappe den auf Rang neun liegenden Junioren-Weltmeister Sébastien Ogier im Citroën C4 WRC von Urmo Aava im Ford Focus des Stobart-Teams.

Eine gelungene WM-Premiere gab es für den neuen Skoda Fabia S2000 mit dem Schweden Patrik Sandell vom Red Bull Rallye-Team. Der Junioren-Weltmeister von 2006 holte in der Produktionswagen-Wertung, bei der in Norwegen der erste von acht WM-Läufen ausgetragen wird, auf dem 14.Gesamtrang (Rückstand: 5:26,3 Minuten) den Tagessieg mit einem Vorsprung von bereits 2:35,2 Minuten auf Martin Prokop im Mitsubishi Lancer. «Das Auto ist fantastisch», schwärmte Sandell nach dem ersten Teil seiner Skoda-Jungfernfahrt. «Nur in einigen Kurven hatte ich noch einige Schwierigkeiten, die richtige Linie zu finden.»

Stand der ersten von drei Etappen und nach neunten von 23 Prüfungen (= 124,16 von 375,04 km):

1. Sébastien Loeb/Daniel Elena (F/MC), Citroën C4 WRC, 1;13;41,7 h.
2. Mikko Hirvonen/Jarmo Lethinen (FIN/FIN), Ford Focus WRC, + 2,6 sec.
3. Jari-Matti Latvala/Miikka Antilla (FIN/FIN), Ford Focus WRC, + 26,2 sec.
4. Dani Sordo/Marc Marti (E/E), Citroën C4 WRC, + 1:08,6 min.
5. Petter Solberg/Philip Mills (N/GB), Citroën Xsara WRC, + 1:31,5 min.
6. Per-Gunnar Andersson/Jonas Andersson (S/S), Skoda Fabia WRC, + 1:31,6 min.
7. Henning Solberg/Cato Menkerud (N/N), Ford Focus WRC, + 1:39,4 min.
8. Matthew Wilson/Scott Martin (GB/GB), Ford Focus WRC, + 2:03,3 min.
9. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Citroën C4 WRC, + 2:41,2 min.
10. Urmo Aava/Kuldar Sikk (EE/EE), Ford Focus WRC, + 2:41,5 min.

Einen ausführlichen Bericht über die Rallye Norwegen finden Sie in unserer Print-Ausgabe Nr. 9, die am Dienstag, 17. Februar 2009, erscheint.

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