M-Sport triumphiert in Deutschland mit Tänak-Sieg

Von Toni Hoffmann
WRC
Der zehnte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Deutschland war eine Demonstration von M-Sport, Ott Tänak erzielt seinen zweiten Sieg, den ersten auf Asphalt, und Sébastien Ogier ist wieder Tabellenführer.

M-Sport ist in der Rallye-Weltmeisterschaft 2017 das dominierende Team mit zwei starken Piloten in den Ford Fiesta WRC. Ott Tänak, der bislang mehr im Schatten seines sonst so mächtigen Teamkollegen Sébastien Ogier stand, ist flügge geworden und mausert sich allmählich zu einem ernsten Rivalen für den vierfachen Champion und Titelverteidiger Ogier. Nach seiner Stärke auf Schotter mit seinem ersten Triumph auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien zeigte er bei der zweiten Asphaltrallye des Jahres in Südwestdeutschland nun auch seine starke Performance auf festem Belag.

Der 29-jährige WM-Dritte aus Estland feierte bei der neu konzipierten ADAC Rallye Deutschland am saarländischen Bostalsee seinen ersten Sieg auf Asphalt und seinen zweiten Volltreffer in der Königsklasse. Nach fünffachem Führungswechsel übernahm Tänak auf der siebten von 21 Prüfungen erneut das Zepter und gab dieses bis ins Ziel nicht mehr ab. Am Sonntagmittag lag er 16,4 Sekunden vor Andreas Mikkelsen, der seinen dritten Einsatz im Citroën C3 WRC bestritt.

«Ich fühle mich großartig. Der Start in diese Rallye war nicht gerade perfekt, aber dann haben wir die Rallye kontrolliert», freute sich Tänak über seinen ersten Sieg auf Asphalt. «Hier auf Asphalt zu gewinnen ist einfach cool. Mit diesen 25 Punkten sehe ich keinen Grund, warum wir nicht um die Meisterschaft kämpfen sollten. Wenn wir noch weiter siegen, dann gewinnen wir auch die Meisterschaft.»

Auch der letztjährige WM-Dritte Mikkelsen freute sich: «Für mich war das ein großes Wochenende, und für das Team natürlich. Es war keine leichte Rallye. Ich ging oft ans Limit. Gestern und heute lief es gut. Ob wir wieder im C3 sitzen? Ich würde es gerne machen», meinte Mikkelsen. Sein Teamkollege Craig Breen zeigte wieder eine konstante Leistung und erreichte wieder den fünften Platz (2:01,5 Minuten Rückstand). Kris Meeke dürfte nach seinem Lapsus auf dem Saarbrücker Stadtkurs am Donnerstagabend wieder angezählt sein.

Ogier wieder an der Tabellenspitze

Sébastien Ogier verpasste im zweiten Ford Fiesta WRC zwar mit Rang drei (30,4 Sekunden zurück) seinen vierten Deutschland-Sieg, dafür ist aber mit 177 Punkten und 17 Zählern vor dem Pechvogel Thierry Neuville, der am Samstagmorgen mit seinem Hyundai i20 Coupé WRC auf Baumholder strandete, wieder der alleinige Tabellenführer. «Die Punkte für die Meisterschaft waren hier das wichtigste Ergebnis. Weil Neuville Pech hatte, musste ich hier nicht das Maximum geben. Ich vermisste zwar den richtigen Speed, aber das ist ein gutes Ergebnis für die Meisterschaft», erklärte der 40-fache Laufsieger und Titelverteidiger Ogier.

Die sehr starke Teamleistung von M-Sport wird nach dem Sieg von Tänak und dem dritten Rang von Ogier mit dem sechsten Platz von Elfyn Evans im dritten Ford Fiesta WRC, der als einziges Werksauto mit DMACK-Reifen ausgerüstet ist, abgerundet.

Juho Hänninen steuerte den besten Toyota Yaris WRC auf den vierten Platz (Rückstand: 1:49,2 Minuten). «Ich bin richtig happy. Wir haben am ersten Tag zwar viel Zeit verloren, danach aber lief es», sagte Hänninen, dessen Teamkollege Jari-Matti Latvala nach Motorproblemen am Freitag den siebten Rang erreichte.

Hyundai darf auf ein eher vermasseltes Heimspiel zurückblicken. Das in Alzenau ansässige Team, das 2014 in Deutschland seinen ersten Triumph erzielt hatte, brachte den besten i20 Coupé WRC mit Hayden Paddon nur auf Rang acht ins Ziel.

Starker Auftritt von Kremer

Ein tolles Comeback in einem World Rally Car nach 2004 (Toyota Corolla WRC) gab Armin Kremer bei seiner Jungfernfahrt im Ford Fiesta WRC von M-Sport. Er fuhr mit dem neunten Platz (Rückstand: 10:19,4 Minuten) zwei WM-Punkte ein. «Ich bin richtig glücklich. Am Montag saß ich zum ersten Mal in diesem Auto, ein fantastisches Auto. Vielleicht habe ich nochmals die Gelegenheit, wer weiß», merkte der 49-jährige Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern an.

Der Junioren-Europameister Marijan Griebel erreichte im Skoda Fabia R5 bei der Rallye vor seiner Haustür den 17. Rang. In der WRC2-Wertung, die Eric Camilli im Ford Fiesta R5 1:12,2 Minuten vor Jan Kopecky im offiziellen Skoda Fabia R5 gewann, reichte es nur für den achten Platz. Der Gruppendritte Pontus Tiedmand sicherte sich im zweiten Werks-Skoda schon in Deutschland den WRC2-Titel. «Ich fühle mich fantastisch. Danke an das Team», freute sich der neue Titelgewinner.

Endstand nach 21 Prüfungen:

1. Tänak/Jarveoja (EE), Ford Fiesta WRC, 2:57:31,7 h.
2. Mikkelsen/Jaeger (N), Citroën C3 WRC, + 16,4 sec.
3. Ogier/Ingrassia (F), Ford Fiesta WRC, + 30,4
4. Hänninen/Lindström (FIN), Toyota Yaris WRC, + 1:49,2 min.
5. Breen/Martin (IRL/GB), Citroën C3 WRC, + 2:01,5
6. Evans/Barritt (GB), Ford Fiesta WRC, + 2:03,4
7. Latvala/Anttila (FIN), Toyota Yaris WRC, + 3:58.2
8. Paddon/Marshall (NZ/GB), Hyundai i20 Coupé WRC, + 4:32,4
9. Kremer/Winklhofer (D/A), Ford Fiesta WRC, + 10.19,4
10. Camilli/Veullas (F), Ford Fiesta R5, + 10:44,3

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