4. Mexiko-Sieg für Ogier, starkes Comeback von Loeb

Von Toni Hoffmann
WRC
Der fünffache Champion Sébastien Ogier hat mit seinem vierten Mexiko-Sieg beim dritten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft wieder die Gesamtführung übernommen, Sébastien Loeb gab ein starkes WM-Comeback.

Der französische Vorname Sébastien bestimmte den gesamten dritten WM-Lauf im heißen Mexiko. Der fünfmalige Weltmeister und Titelverteidiger Sébastien Ogier übernahm im Ford Fiesta WRC mit seinem vierten Sieg in Mittelamerika wieder die Tabellenspitze. Die Schlagzeilen aber produzierte sein Namensvetter mit Nachname Loeb. Der neunfache Rekordchampion Loeb gab im Citroën C3 WRC bei der ersten Schotterrallye des Jahres sein WM-Comeback nach einer mehr als dreijährigen Pause. Als ob er nie weg gewesen wäre, zeigte der 78-malige Laufsieger Loeb eine starke Leistung und lag sogar streckenweise am Samstag in Führung.

Ein Reifenwechsel aber verhinderte den sechsten Mexiko-Sieg des Heimkehrers, der in diesem Jahr hauptamtlich für die PSA-Schwester Peugeot in der Rallycross-Weltmeisterschaft antritt. Nun ist jeder gespannt, wie stark er auf seinem bevorzugten Terrain, auf Asphalt, bei seinem nächsten Auftritt bei seinem Heimspiel auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika in drei Wochen sein wird.

Für Ogier ist aber Loeb in seinem Jahresprogramm keine Konkurrenz. Der Auftaktsieger, der auf der ersten Etappe als Tabellenzweiter als zweites Fahrzeug auf die Schotterpisten musste, kämpfte sich stetig nach vorne und übernahm nach dem Loeb-Pech die Führung, die er mit fünf Bestzeiten zu einem Vorsprung von 1:13,6 Minuten auf Dani Sordo im Hyundai i20 Coupé WRC und 1:29,2 Minuten zum Vorjahressieger im Citroën C3 WRC ausbaute. Mit seinem 42. Laufsieg und seinem zweiten Saisontriumph übernahm er mit 60 Punkten wieder die Tabellenspitze. Für Ford war es der erste Erfolg in Mexiko nach 2004 mit Markko Märtin im Focus WRC.

«Das ist einfach nur fantastisch», jubelte Ogier. «Das hier ist ein besonderer Ort für mich. Ich bin auf dem Podium und habe viermal hier gewonnen. Ich wusste, unsere Chance war beim Start als zweites Auto auf der Strecke nicht besonders, aber ich habe nie aufgegeben. Das Auto war einfach toll.»

Loeb war mit seiner Leistung zufrieden: «Es war toll, wieder in der Rallye-WM und in Mexiko zu sein, eine Rallye, die mir besonders Spaß macht. Es hat mir sehr gefallen, diese neue Generation Auto zu fahren. Ich war richtig froh, als ich, wenn auch kurz, führte, und ich hatte ein tolles Wochenende.»

«Nach dem Pech von Meeke konnte ich etwas das Tempo drosseln. Ich wollte aber meinen zweiten Platz sichern», sagte Sordo zu seinem besten Mexiko-Ergebnis. Damit trug Sordo auch bei dazu, dass Hyundai auch mit dem vierten Platz von Andraes Mikkelsen seine Tabellenführung bei den Herstellern (84 Punkte) zwölf Zähler vor M-Sport Ford verteidigen konnte. Der Teamkollege Thierry Neuville erreichte nach einigen Problemen wie Straßenkehrer und Motoraussetzer am Freitag den sechsten Rang (+ 9:13,0 Minuten inklusive der Strafminuten für den späten Start zur Power Stage). In der Tabelle fiel er vom ersten auf den zweiten Platz neun Punkte hinter Ogier ab.

«Nach meinem dummen Fehler am Morgen hatte ich nur ein Ziel, ich wollte auf jeden Fall meinen dritten Platz ins Ziel bringen. Eigentlich war ich hier, um die Rallye zu gewinnen», führte Meeke an.

Toyota erlebte in der dünnen Höhenluft Mexikos ein größeres Desaster als im letzten Jahr. 2017 war Jari-Matti Latvala nach Überhitzungsproblemen am Toyota Yaris WRC mit Rang sechs Bester der Truppe von Tommi Mäkinen. In diesem Jahr aber schaffte er nur Rang acht (+ 15:47,1). Neben den erneut aufgetauchten Überhitzungsproblemen setzten sich die Piloten selbst schachmatt. Latvala musste auf der ersten Etappe nach einem Ausrutscher mit einer defekten Lichtmaschine aufgeben. Esapekka Lappi landete am Freitag in der mexikanischen Botanik. Ott Tänak tat es ihm am Samstagmorgen nach.

Die WRC2-Wertung war eine klare Angelegenheit für den Titelverteidiger Pontus Tidemand, der im offiziellen Skoda Fabia R5 souverän 6:44,6 Minuten vor Gus Greenschmith und 13:53,4 Minuten vor Pedro Heller, beide im Ford Fiesta R5, lag.

Rallye Mexiko – Endstand nach 22 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Ogier/Ingrassia (F), Ford

3:53:58,0

2.

Sordo/Del Barrios (E), Hyundai

+ 1:03,6

3.

Meeke/Nagle (GB/IRL), Citroën

+ 1.19,2

4.

Mikkelsen/Jaeger (N), Hyundai

+ 1:18,4

5.

Loeb/Elena (F/MC), Citroën

+ 2:24,6

6.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 9:03,0

7.

Tidemand/Andersson (S), Skoda R5

+ 10:24,7

8.

Latvala/Anttila (FIN), Toyota

+ 15:37,1

9.

Greensmith/Craig (GB), Ford R5

+ 17:09,3

10.

Heller/Olmos (RCH/RA), Ford R5

+ 24.18,1

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