Loeb – wer sonst?

Von Toni Hoffmann
WRC
Loeb ist auf Asphalt nicht zu schlagen.

Loeb ist auf Asphalt nicht zu schlagen.

Der Rekord-Champion deklassiert die Konkurrenz – Burkart mit Reifenproblemen.

Sébastien Loeb liess schon auf den ersten drei Prüfungen des dritten Laufes zur Rallye-WM auf Zypern die Konkurrenz ganz schön im Schatten stehen. Der fünffache Rekord-Champion und Tabellenführer fuhr im Citroën C4 zur Mitte der ersten von drei Etappen einen klaren Vorsprung von 22,5 Sekunden auf seinen Teamkollegen Dani Sordo heraus. Sein Titelrivale Mikko Hirvonen, in der Tabelle sechs Punkte hinter Loeb auf dem zweiten WM-Rang, lag als Dritter bereits 42,0 Sekunden zurück.

Die ersten sechs Prüfungen der ersten seit Jahren wieder von der FIA erlaubten Misch-Rallye müssen auf Asphalt mit Schotterreifen absolviert werden, gar nicht nach dem Geschmack der Piloten. «Wir mussten auf unsere Ersatzreifen wechseln. Wir tauschten die vorderen mit den hinteren Reifen vor der letzten Prüfung», sagte Loeb am Mittag. «Ich habe heute Morgen richtig gepuscht, damit ich für morgen eine komfortable Führung habe, wenn ich als erstes Fahrzeug auf Schotter die Pisten säubern muss», ergänzte Loeb, der die letzten drei WM-Rallyes auf Zypern von 2004 bis 2006 in Folge gewonnen hatte. Auf Zypern können er und sein Beifahrer Daniel Elena den historischen 50. Laufsieg erzielen.

«Auf Asphalt haben wir gegen Loeb keine Chance. Ich mag keine Schotterreifen auf Asphalt», hatte Hirvonen ein wenig Klärungsbedarf.

Hinter dem Ford-Werks-Duo mit Hirvonen und Jari-Matti Latvala fuhr Petter Solberg, der in seinem Weltmeisterjahr 2003 im Subaru Impreza auf der Mittelmeerinsel gewonnen hatte, in seinem privaten etwas älteren Citroën Xsara mit einem Rückstand von 1:19,3 Minuten auf den fünften Platz. «Auf den Schotterprüfungen am Samstag rechne ich mir mehr Chancen aus», meinte der 13fache Laufsieger. Sein etwas älterer Bruder Henning, in der WM Vierter, schied auf der Transportetappe zur ersten Prüfung durch einen Unfall aus. Mit seinem Ford Focus kollidierte mit einem anderen Verkehrsteilnehmer. «Nach unseren Informationen ist der Toyota Pickup plötzlich nach rechts gezogen und hat den Ford von Henning stark beschädigt», erklärte Ford-Teamchef Malcolm Wilson den Unfall.

Beim zweiten Lauf zur Junior-WM musste der Tabellenführer Aaron Burkart schon gleich nach dem Start einen herben Dämpfer einstecken. Der letztjährige Junioren-Vize, der auf Irland in der Junior-WM seinen ersten Sieg eingefahren hatte, fing sich an seinem Suzuki Swift S1600 hinten rechts einen Reifenschaden ein. Durch den nötigen Wechsel verlor er 4.21,4 Minuten auf die erste Loeb-Bestzeit. Auch aus der dritten Prüfung kam er mit einem Reifenschaden, was zur Folge hatte, dass er auf dem 26. Gesamtplatz (Rückstand: 8:08,9 Minuten) letzter der drei Junioren ist.

Für Aufsehen sorgte sein Titelkontrahent Martin Prokop. Im Citroën C2 S1600 fuhr er nach den ersten Prüfungen auf den siebten Platz, bedingt auch dadurch, dass die Junioren im Gegensatz zu den anderen Teams auf den ersten Prüfungen auch Asphaltreifen nutzen dürfen. Auf der dritten Entscheidung landete Prokop zwar neben der Strecke, blieb aber auf dem 14. Gesamtrang in der Junioren-Wertung vor Michal Kosciuszko (Suzuki Swift S1600) und Burkart in Führung.

Zwischenstand nach 3 von 13 Prüfungen
(= 67,10 von 332,07 km):

1. Sébastien Loeb/Daniel Elena (F/MC), Citroën C4 WRC, 48:44,4 min.
2. Daniel Sordo/Marc Marti (E), Citroën C4 WRC, + 22,5 sec.
3. Mikko Hirvonen/Jarmo Lethinen (FIN), Ford Focus WRC, + 42,0
4. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN), Ford Focus WRC, + 46,4
5. Petter Solberg/Philip Mills (N/GB), Citroën Xsara WRC, + 1:19,3 min.
6. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F), Citroën C4 WRC, + 1:28,5
7. Evgeny Novikov/Dale Moscatt (RUS/AUS), Citroën C4 WRC, + 2:01,8
8. Matthew Wilson/Scott Martin (GB), Ford Focus WRC, + 2:03,2
9. Conrad Rautenbach/Daniel Barritt (ZW/GB), Citroën C4 WRC, + 2:24,9
10. Federico Villagra/Jorge Perez Companc (RA), Ford Focus WRC, + 2:33,8

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