Reaktionen auf Loebs 50. Sieg

Von Toni Hoffmann
WRC
Citroën freut sich über den 50. Sieg von Loeb

Citroën freut sich über den 50. Sieg von Loeb

Unglaublicher historischer Erfolg – Hirvonen gesteht, Chance am Freitag vergeben zu haben.

Rekordsammler Sébastien Loeb hat beim dritten Lauf zur Rallye-WM auf Zypern seinen 50. Laufsieg erzielt. Damit hat er 20 Erfolge mehr als Marcus Grönholm, Zweiter in der Siegerliste. Viele glauben, dass dieser Triumph ein Rekord für die nächsten 50 Jahre sei. Das Wundern und das Staunen hat die Konkurrenz angesichts der einzigartigen Karriere des 35jährigen «Überfliegers» schon längst aufgegeben, aber die Anerkennung über solche, fast schon übernatürliche Leistungen ist geblieben.

«Die Leistungen von Sébastien sind unbeschreiblich, das bei jeder Rallye», sagte Citroën-Motorsport-Direktor Olivier Quesnel. «Wie üblich fuhr er auch hier eine perfekte Rallye. Er ist in jede Prüfung gestartet, als wolle er das allerletzte Tor schiessen. Ich freue mich jedes Mal über ihn sehr.»

Er durfte sich auch über das Ergebnis von Petter Solberg freuen, der im von seinem eigenen Privatteam eingesetzten Citroën Xsara (Chassis-Baujahr 2001) den letzten Podiumsplatz erreichte. Solberg, Zypern-Sieger in seinem Meisterjahr 2003 als Subaru-Werksfahrer, hat in seiner Karriere schon viele Gefechte mit Loeb um den Sieg ausgetragen und viel Respekt vor dessen Leistungen gewonnen. «Ich verbeuge mich vor ihm. Es gibt auf der Welt nicht so viele Spitzensportler, die so etwas Einzigartiges vollbracht haben wie er. Davor habe ich grossen Respekt», würdigte er die Erfolge von Loeb. «Es ist wirklich ein toller Kerl mit einer Leidenschaft von 110 Prozent. Er hat einen wahrlich historischen Sieg eingefahren, und das für eine sehr, sehr lange Zeit. Ich werde wohl noch 50 bis 60 Jahre fahren müssen, um ihn zu schlagen.»

«50 Siege, das ist einfach fantastisch. Bis ich das vielleicht mal erreiche, habe ich wahrscheinlich 50 weitere zweite Plätze geholt», erklärte Hirvonen, der mit seinem Zypern-Ergebnis gar nicht zufrieden war. «Meine Chance auf den Sieg habe ich am Freitagmorgen vergeben, als ich einfach nicht gut genug gefahren bin», gab sich Hirvonen selbstkritisch.

Den ersten – ausschließlich auf Asphalt ausgetragenen – Wettkampftag beendete der 28-Jährige etwas mehr als eine Minute hinter seinem größten Rivalen um die Weltmeisterschaft. «Als wir von Samstag an auf Schotter fuhren, war ich konstant schneller als er. Das gibt mir grosses Selbstvertrauen für die nächsten sieben Runden der WM, die allesamt auf losem Untergrund ausgetragen werden.»

Jari-Matti Latvala lag am Samstagmorgen nur 3,4 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Hirvonen. Auf der zweiten WP des Tages rutschte er nach einem kleinen Fahrfehler jedoch in einen Graben und blieb stecken. Erst nach rund einem Kilometer Fussmarsch fand der 23-jährige Finne genügend Zuschauer, die ihm helfen konnten, seinen Ford Focus RS WRC aus der misslichen Lage zu befreien. «Mit meiner Vorstellung insgesamt bin ich sehr zufrieden – umso mehr ärgert mich dieser Fehler», gab Latvala im Ziel zu. «Es war meine Premiere hier auf Zypern, und die Prüfungen waren anspruchsvoller, als ich es erwartet hatte. Ich habe dieses Mal eine wichtige Lektion gelernt. Bei den bevorstehenden Rallyes auf meinem Lieblingsbelag möchte ich bessere Ergebnisse erzielen.“

Malcolm Wilson, Direktor des Teams BP Ford Abu Dhabi, fasste das Wochenende so zusammen: «Ich beglückwünsche Sébastien Loeb zu seinem 50. Sieg auf WM-Niveau – aber die Leistungen von Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala bringen mich zu der Überzeugung, dass der nächste Meilenstein für ihn nicht so bald kommen wird. Mikko lieferte erneut eine fantastische Vorstellung ab. Jari-Mattis Problem gestern war enttäuschend, aber er zeigte ein eindrucksvolles Comeback und sicherte mit konkurrenzfähigen Zeiten wichtige Punkte für das Team.»

«Ich beglückwünsche die Organisatoren der Rallye Zypern zu ihrer bemerkenswerten Entscheidung, die Veranstaltung auf zwei so unterschiedlichen Untergründen auszutragen», so Mark Deans, Motorsport-Direktor Ford Europa. „Das brachte ein Charakteristikum in die Rallye-Weltmeisterschaft zurück, das wir viele Jahre lang nicht mehr gesehen haben. Die Entscheidung, nur Schotter-Reifen zuzulassen, sorgte für zusätzliche Würze. Es war eine enorme Herausforderung für Mensch und Material. Allein der Aufschrieb für die 40 Kilometer der drei Wertungsprüfungen am Sonntag nahm 53 Seiten in Anspruch – ein untrügliches Indiz für das hohe Schwierigkeitsniveau der diesjährigen Rallye Zypern.»

Die Siegesbilanz von Loeb:
2002: Deutschland – 10. WM-Platz
2003: Monte Carlo, Italien, Deutschland – 2. WM-Platz
2004: Monte Carlo, Schweden, Deutschland, Zypern, Türkei, Australien – Weltmeister
2005: Monte Carlo, Argentinien, Italien, Griechenland, Deutschland, Neuseeland, Korsika, Spanien, Zypern, Türkei – Weltmeister
2006: Mexiko, Argentinien, Italien, Deutschland, Korsika, Spanien, Japan, Zypern – Weltmeister
2007: Monte Carlo, Mexiko, Portugal, Argentinien, Deutschland, Korsika, Spanien, Irland – Weltmeister
2008: Monte Carlo, Mexiko, Argentinien, Italien, Griechenland, Finnland, Deutschland, Neuseeland, Korsika, Spanien, Großbritannien – Weltmeister
2009: Irland, Norwegen und 50. Sieg auf Zypern

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