Trotz Australien-Sieg - kein Titel für Ogier

Von Toni Hoffmann
Sieg, aber kein Titel für Sébastien Ogier

Sieg, aber kein Titel für Sébastien Ogier

Sébastien Ogier war in Australien mit seinem nahen siebten Saisonsieg auf Titelkurs, das Drama von Mikko Hirvonen auf der letzten Prüfung aber verhinderte den Titelgewinn.

Welch eine Dramatik beim Finale des zehnten Laufes zur Rallye-Weltmeisterschaft in Australien. Vor der letzten Prüfung, dem zweiten Durchgang der 29,44 km «Shipmans», die als Power Stage gefahren wurde, lief für Sébastien Ogier und Volkswagen alles «down under» nach Plan. Ogier lag im VW Polo R WRC klar vor Mikko Hirvonen in Führung. Sein noch einziger Titelrivale Thierry Neuville notierte im Ford Fiesta RS WRC mit einem Rückstand den dritten Rang. Nach Punkten ergab diese Konstellation vor der letzten Australien-Entscheidung folgendes Bild: Ogier 209 Punkte und Neuville 124. Das wäre ein Vorsprung von 85 Punkten für Ogier auf Neuville gewesen. Für die letzten drei Saisonläufe aber stehen nur noch maximal 84 Zähler zur Disposition. Demnach hätte Ogier im australischen Coffs Harbour den vorzeitigen Gewinn seiner ersten Weltmeisterschaft unter Dach und Fach bringen können, wenn…  

Ein Punkt...

Und dieses «Wenn» passierte auf der letzten Prüfung. Ogier setzte dort seine 19. Bestzeit, sicherte sich die drei zusätzlichen Bonuspunkte und schaffte in Australien die maximale Ausbeute von 28 Zählern. Der bis dahin zweitplatzierte Hirvonen fing sich aber einen Platten und damit einen Zeitverlust von 58 Sekunden ein. Dadurch wurde Neuville auf den zweiten Platz gehievt. Und Neuville behielt auf der Power Stage die Nerven und markierte hinter Ogier die zweitschnellste Zeit, die ihm zwei Bonuspunkte brachte. Dadurch schmolz der angepeilte Vorsprung von Ogier von 84 auf nur noch 83 Punkte. Wegen eines fehlenden Punktes musste die so nahe Titelentscheidung für Ogier auf sein französisches Heimspiel am ersten Oktober-Wochenende im Elsass vertagt werden. Hätte Neuville nur in der Final-WP nur die drittschnellste Zeit erreicht, wäre Ogier in Australien Weltmeister gewesen.  

«Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Wir hatten eine perfekte Rallye und haben gewonnen. Und nun fehlt uns ein einziger Punkt», erklärte etwas enttäuscht Ogier, der im ostaustralischen Coffs Harbour seinen sechsten Saisonsieg und seinen 13. Gesamtsieg erzielte. Volkswagen baute ín der Hersteller-Wertung mit dem siebten Saisonsieg seine Führung auf 299 Punkte und zu einem Vorsprung von 46 gegenüber dem Titelverteidiger Citroën aus.  

Der Überraschungszweite Neuville freute sich über sein Australien-Ergebnis und dankte seinem Team: «Danke an das Team. Das Auto war perfekt. Wir haben unser Bestes gegeben.»  

Und Hirvonen, der 2006, 2009 und 2011 dreimal im Ford auf der anderen Seite der Erdkugel gewonnen hatte, wusste nicht, was ihm auf der Finalentscheidung geschah: «Einfach unglaublich. Ich war die ganze immer in der Mitte der Piste. Ich habe nicht gesehen, wo wir uns den Reifenschaden geholt haben.»  

55,3 Sekunden hinter ihm erreichte Jari-Matti Latvala im zweiten offiziellen VW Polo R WRC auf Rang vier das Ziel. Das norwegische Duell um den fünften Platz entschied Mads Östberg im Ford Fiesta RS WRC um 20,4 Sekunden gegen Andreas Mikkelsen im dritten VW Polo R WRC für sich.  

Die sehr schwach besetzte WRC2-Wertung gewann zum dritten Mal Abdulaziz Al-Kuwari im Ford Fiesta RRC 1:13,4 Minuten vor Yuriy Protasov im Ford Fiesta R5. Damit übernahm Al-Kuwari wieder die Tabellenführung vor Robert Kubica, der bei seinem polnischen Heimspiel in der Rallye-Europameisterschaft antrat.  

Endergebnis nach 22 Prüfungen:  

1. Ogier/Ingrassia (F), VW Polo R WRC, 3:19:55,0 h.
2. Neuville/Gilsoul (B), Ford Fiesta RS WRC, + 1:32,1 min.
3. Hirvonen/Lehtinen (FIN), Citroën DS3 WRC, + 2:02,1
4. Latvala/Anttila (FIN), VW Polo R WRC, + 2:57,4
5. Östberg/Andersson (N/S), Ford Fiesta RS WRC, + 3:17,2
6. Mikkelsen/Nagle (N/IRL), VW Polo R WRC, + 3:37,6
7. Novikov/Minor (RUS/A), Ford Fiesta RS WRC, + 7:31,2
8. Quinn/Macneall (AUS), Mini JCW WRC, + 13:10,2
9. Al Qassimi/Martin (UAE/GB), Citroën DS3 WRC, + 15:17,6
10. Al-Kuwari/Duffy (QA/IRL), Ford Fiesta RRC, + 17:27,7  

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