Wales: Die Wolfsburger Meistersaison

Von Toni Hoffmann
WRC
Der «Überflieger» Sébastien Ogier

Der «Überflieger» Sébastien Ogier

Volkswagen hat seine erste Meistersaison mit dem zehnten Saisonsieg beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in Wales gekrönt.

Die Wolfsburger erzielten beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft im verregneten Wales mit dem Franzosen Sébastien Ogier und dem Finnen Jari-Matti Latvala ihren zweiten Doppelsieg. Nach 22 teils sehr schlammigen Prüfungen in den walisischen Wäldern lag der 29-jährige Weltmeister Ogier 21,8 Sekunden vor Latvala, dem Wales-Sieger von 2011 und 2012. 

«Ein unglaubliches Jahr für Volkswagen und für mich. Dieser schöne Sieg macht die Saison für uns nun perfekt», kommentierte Ogier seinen neunten Saisonerfolg und seinen 16. Gesamtsieg. Ogier und Volkswagen standen schon vor dem Saisonausklang als Titelgewinner fest. «Ich habe hier meinen dritten Sieg verpasst. Ich habe zu Beginn zu viele Fehler gemacht und habe auch nicht gleich den richtigen Rhythmus gefunden», gestand Latvala.  

Vize-Champion Thierry Neuville

Thierry Neuville beendete seine letzte Dienstfahrt im Ford Fiesta RS WRC auf dem dritten Platz (Rückstand: 124,5 Minuten). Der 25 Jahre alte Neuville, der ab 2014 für den WM-Heimkehrer Hyundai fährt, sicherte sich damit auch die Vize-Weltmeisterschaft, 14 Punkte vor Latvala. «Ich bin nur sehr glücklich. Ich habe mein Saisonziel erreicht. Jetzt freue ich mich auf mein neues Auto und mein neues Team. Auf uns wartet nun sehr viel Arbeit», sagte Neuville. HInter ihm reihten sich sein M-Sport-Kollege Mads Östberg und Andreas Mikkelsen im dritten VW Polo R WRC ein.

In der WRC2, diesmal eine Domäne der neuen Ford Fiesta R5, hat Elfyn Evans beim Heimspiel seinen ersten Sieg vor Jari Ketomaa und Mark Higgins erzielt.  

Desaster für Citroën

Für den achtfachen Marken-Weltmeister und aktuellen Vize-Champion Citroën endete der Saisonausklang sehr enttäuschend. Der ehemalige Formel 1-Pilot Robert Kubica patzte beim Aufstieg in die Königsklasse gleich zweimal. Sowohl am Freitag als auch am Samstag hatte der Pole einen Crash bei seiner Jungfernfahrt im Citroën DS3 WRC. Am Samstagvormittag folgte der Finnen Mikko Hirvonen seinem Beispiel und schied ebenfalls aus. Der dritte und letzte Citroën-Pilot Dani Sordo aus Spanien erreichte trotz seiner fünf Strafminuten wenigstens den siebten Endplatz.  

Das Jahr der Wolfsburger

Volkswagen hat diese WM-Saison dominiert wie kaum ein anderer Neueinsteiger. Ohne einen WM-Test im brandneuen VW Polo R WRC vor der ersten kompletten Saison drückte gerade Sébastien Ogier mit seinem Sieg in Schweden diesem Jahr den Stempel der Überlegenheit auf. Für Volkswagen und Ogier war 2013 ein Sieger-Durchmarsch. Selten traf in der Rallye-WM der Ausdruck von Julius Cäsar «veni, vidi, vici» (ich kam, sah und siegte) so auf einen Neuling zu wie bei Volkswagen. Die Wolfsburger gewannen in ihrem ersten WM-Jahr zehn der 13 Rallyes. Nur Citroën war 2008 mit dem inzwischen aus dem Rallyesport ausgestiegenen Sébastien Loeb, der es auf elf Siege brachte, besser. Volkswagen dominierte auf allen Belägen, auf den verschneiten und vereisten Straßen in Schweden, auf den Schotterpisten in Mexiko, Portugal, Italien, Griechenland, Finnland, Australien sowie auf den Schlammpisten in Wales, aber auf Asphalt in Frankreich und Spanien. Beim drittletzten Lauf sicherte Ogier sich vorzeitig bei seinem Heimspiel in Straßburg seinen ersten WM-Titel. In Spanien gewann Volkswagen eine Rallye vor dem Saisonende die Hersteller-Wertung.  

Seb bürgt für Qualität

Seb scheint zurzeit im Automobilsport das Erfolgskürzel zu sein. Sebastian Vettel gewann seinen vierten WM-Titel in der Formel 1. Sébastien Loeb trat mit neun Titelgewinnen in der Rallye-WM ab. Und sein Titelnachfolger 2013 heißt Sébastien Ogier.  

Die Saison 2014 beginnt traditionell mit der berühmten Rallye Monte Carlo (14. bis 19. Januar 2014) und wird bei 13 Läufen ausgefahren.  

Chaos zum Saisonstart, Chaos zum Saisonende

Die Saison endete, wie sie begonnen hatte, mit einem Zeiten-Chaos. Ab der drittletzten Prüfung, der unsinnigen zweifachen Passage der nur 2,18 km langen «Kimmel Park 1 und 2», gab es keine verlässlichen Zeiten mehr.

Vorläufiger Stand nach 22 Prüfungen:

1. Ogier/Ingrassia (F), VW Polo R WRC, 3:03:36,7 h.
2. Latvala/Anttila (FIN), VW Polo R WRC, + 21,8 sec.
3. Neuville/Gilsoul (B), Ford Fiesta RS WRC, + 1:24,5 min.
4. Östberg/Andersson (N/S), Ford Fiesta RS WRC, + 1:48,2
5. Mikkelsen/Markkula (N/FIN), VW Polo R WRC, + 2:03,4
6. Prokop/Ernst (CZ), Ford Fiesta RS WRC, + 7:37,5
7. Sordo/Del Barrio (E), Citroën DS3 WRC, + 8:26,9
8. Evans/Barritt (GB), Ford Fiesta R5, + 11:13,1
9. Ketomaa/Suominen (FIN), Ford Fiesta R5, + 12:16,2
10. Higgins/Williamson (GB), Ford Fiesta R5, + 13:21,0

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