VW-Highspeed-Duell in Polen

Von Toni Hoffmann
WRC
Polen-Leader Sébastien Ogier

Polen-Leader Sébastien Ogier

Weltmeister Sébastien Ogier führt in Polen vor Andreas Mikkelsen, acht Prüfungen, sechs Führungswechsel zwischen den Volkswagen Piloten, Vollgas durch Polen und Litauen – bis zu 137 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

Nichts für schwache Nerven: Das Duell Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) gegen Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) hält die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bei der Rallye Polen in Atem. Die beiden Volkswagen Werksduos mit den Polo R WRC #1 und #9 schenkten sich auf den ersten 93,45 von insgesamt 304,21 Kilometern nichts. Sechsmal wechselte auf den bisher acht ausgetragenen Sonderprüfungen zwischen dem aktuellen Weltmeister und seinem teaminternen Herausforderer die Führung. Stets betrug der Abstand zwischen den beiden dominierenden Fahrern der Rallye Polen weniger als drei Sekunden. Vor den abschließenden beiden Rallye-Tagen liegen Ogier/Ingrassia mit 0,9 Sekunden Vorsprung an der Spitze – oder mit 29,59 Metern. Auch Ogiers und Mikkelsens Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) zeigten sich in Top-Form – sie verbesserten sich im dritten Polo R WRC von der achten auf die vierte Position und liegen in dichter Schlagdistanz zum Podium.

Zwei der ersten zehn Wertungsprüfungen mussten am Rallye-Freitag vom Veranstalter der Rallye Polen abgesagt werden. Auf den zweiten Durchgängen der beiden WPs, die in Litauen ausgetragen wurden, wurde wegen tiefer Löcher und Spurrillen und teilweise wegen des enormen Zuschauerzuspruchs aus Sicherheitsgründen verzichtet.

Stimmen, 2. Tag Rallye Polen

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
«Natürlich bin ich mehr als zufrieden, Julien und ich liegen in Führung – wenn auch nur knapp vor unseren Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Ola Fløene. Morgen wird der vorentscheidende Tag bei der Rallye Polen und ich freue mich auf ein tolles Duell mit Andreas. Aber genauso wichtig ist es mit Blick auf die WM für mich die Rallye vor Jari-Matti Latvala zu beenden. Schade für die Fans, dass die Prüfungen am Nachmittag abgesagt werden mussten, aber es war die richtige Entscheidung der Veranstalter. Die Streckenbedingungen waren extrem schlecht, brüchig und mit tiefen Furchen. Schon am Morgen waren einige Abschnitte, die von der Nacht und dem Morgennebel noch feucht waren, kaum befahrbar. Auf den Fotos sieht man, dass man eher ein Traktor als ein Rallye-Auto gebraucht hätte.»  

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
«Wir haben das Set-up im Vergleich zum Donnerstag verändert. Wir haben damit einen Schritt vorwärts gemacht und uns Stück für Stück verbessert. Darauf können wir für die kommenden Tage aufbauen und im Kampf um das Podium eingreifen. Meine Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier sind wirklich sehr schnell unterwegs und für uns sicher nicht aus eigener Kraft zu schlagen. Aber ich stecke noch mitten in einem Zweikampf mit Mads Østberg um Platz drei. Wir müssen uns weiter bewusst sein, dass es erst am Ziel einer Rallye Punkte gibt – und die wollen wir für den Kampf um die Weltmeisterschaft auf jeden Fall einfahren.»

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
«Wir genießen bei dieser Rallye jeden Meter. Auf den Wertungsprüfungen haben Ola und ich sogar ab und an ein breites Grinsen, weil das Rallye-Fahren hier in Polen richtig Spaß macht. Die Wertungsprüfungen liegen mir, meine Linie ist gut und der Aufschrieb stimmt. Ich habe viel Selbstvertrauen und kann eigentlich nicht schneller sein als heute. Aber wir wissen gleichzeitig auch, dass noch eine lange Rallye vor uns liegt und wir stets auf der Hut sein müssen. Der Zweikampf mit meinem Teamkollegen Sébastien Ogier ist großartig und sicher für die Fans sehr unterhaltend. Aber wir werden weiter versuchen, sauber durchzukommen und kein zu großes Risiko zu gehen.»

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
«Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier sind hier bei der Rallye Polen eine Klasse für sich – keine Frage. Die beiden zeigen, was in ihnen und im Polo R WRC steckt. Bei den flüssigen und ultraschnellen Passagen kommt es auf ein großes Urvertrauen in das eigene Können, in den Aufschrieb und in das Auto an. Jari-Matti Latvala hat dieses Vertrauen heute zurückgewonnen und Plätze gutgemacht. Der größte Teil der Rallye liegt noch vor uns und wir müssen weiter als gesamtes Team konzentriert arbeiten, um die perfekte Ausgangslage mit den Plätze eins, zwei und vier auch in zählbare Resultate zu verwandeln.»

Und da war dann noch ...

... die schnellste WP des bisherigen Rallye-Jahres. Mit der Bestzeit auf dem zweiten Durchgang der Sonderprüfung «Wieliczki» übernahmen Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) nicht nur zwischenzeitlich die Führung der Rallye Polen, sie schrieben auch die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit in das Geschichtsbuch des Polo R WRC. 136,88 Kilometer in der Stunde wurden für das Duo gemessen. Die bisher schnellste WP, seit Volkswagen 2013 mit dem Polo R WRC in die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eingestiegen war, stellte bis heute der Rekord Sébastien Ogiers auf der legendären «Ouninpohja»-Stage bei der Rallye Finnland 2013 dar. Seinerzeit betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 130,75 km/h.

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