Volkswagen: Matchbälle für alle drei WM-Titel

Von Toni Hoffmann
Einen großen Schuss zusätzlicher Motivation zieht das Team aus der Möglichkeit, bereits in Deutschland alle drei WM-Titel nach Wolfsburg zu holen. Die Meinungen der VW-Piloten.

In der Hersteller-Wertung liegt Volkswagen mit 305 Punkten bereits 175 Zähler vor dem direkten Verfolger Citroën. Werden bei der Rallye Deutschland 172 davon verteidigt, ist Volkswagen wie im Vorjahr Hersteller-Weltmeister. Auch die Fahrer- und Beifahrer-Wertung können die Werksduos schon bei der Rallye Deutschland klarmachen. Verteidigt WM-Spitzenreiter Sébastien Ogier 112 seiner derzeit 121 Punkte Vorsprung auf Mads Østberg (N, Citroën), kann nur noch einer der drei Volkswagen Fahrer am Ende Weltmeister werden.

Heimliche Hochzeit im Sommer – Ogier und seine «Co-Pilotin» Kaiser

Heimlich, still und leise – das trifft auf die Hochzeit von Sébastien Ogier und seiner Freundin Andrea Kaiser zu. Der Weltmeister und die deutsche TV-Moderatorin haben sich im Sommer im engsten Familien- und Freundeskreis das Jawort gegeben. Volkswagen wünscht den beiden Vermählten alles Gute für die Zukunft. Mit neuer Co-Pilotin – im Privatleben versteht sich – an der Seite geht es für den Volkswagen Piloten mit der Startnummer eins auf dem Polo R WRC zur Rallye Deutschland – und vielleicht gibt es dort den nächsten Grund zum Feiern.

Stimmen vor der Rallye Deutschland

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
«Wir wollen bei der Rallye Deutschland an die bisherigen Erfolge in dieser Saison anknüpfen. Zudem gilt es, das magere Resultat aus dem Vorjahr mit einem Sieg wieder gutzumachen. Wir haben dieses Jahr schon erfolgreich auf Asphalt getestet. Dem Polo R WRC liegt auch dieser Untergrund – deshalb rechnen wir damit, dass wir sehr schnell sein werden. In Deutschland haben wir die große Chance, unseren WM-Titel zu verteidigen. Diese Chance wollen wir nutzen. Beim Heimspiel steht das ganze Team stärker unter Druck als bei anderen Rallyes, was aber auch von Vorteil sein kann, weil man dann in der Regel noch fokussierter ist. Die Rallye Deutschland wird auf jeden Fall keine Spazierfahrt. Die Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘ wurde in der Vergangenheit vielen Fahrern zum Verhängnis, weil sie so anspruchsvoll und tückisch ist. Außerdem haben wir richtige Asphalt-Spezialisten im Feld – darunter vor allem Thierry Neuville, der vergangenes Jahr um den Sieg mitgefahren ist. Ich rechne damit, dass Hyundai sehr stark sein wird. Auch Kris Meeke habe ich auf der Rechnung. Er war in Finnland verdammt schnell und ist auch auf Asphalt sehr gut unterwegs.»  

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
«Die Rallye Finnland zu gewinnen war etwas ganz Besonderes. Die Fans haben mich unglaublich toll unterstützt – und auf heimischem Boden zu gewinnen ist ein einzigartiges Gefühl. Dieses möchte ich mit in die nächste Rallye nehmen – schon wieder ein Heimspiel, dieses Mal für Volkswagen. Eine der größten Herausforderungen bei der Rallye Deutschland ist das Wetter: Es kann sehr unbeständig sein. Wenn es regnet, sind einige Passagen sehr nass und somit extrem rutschig, andere Stellen sind wiederum trocken und können mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden. Das macht zum einen das Fahren und zum anderen die Reifenwahl ziemlich knifflig. Mit dem Untergrund selbst habe ich kein Problem – ich mag Asphalt-Rallyes und besonders die Streckeneigenschaften der Rallye Deutschland. Am meisten freue ich mich auf die Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘. Mit den Hinkelsteinen habe ich leider im vergangenen Jahr schlechte Erfahrungen gemacht, als ich in Führung liegend einen Stein erwischt habe. Das soll mir dieses Jahr natürlich nicht passieren. Mein Ziel ist es, an die Rallye Finnland anzuknüpfen und wieder um den Sieg zu kämpfen – ein Ergebnis unter den Top Drei wäre aber schon erfreulich.»

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
«Im vergangenen Jahr konnte ich leider nicht an der Rallye Deutschland teilnehmen. Da wir die ‚Recce‘ noch mitgemacht haben, konnte ich mir aber einen guten Eindruck von den Wertungsprüfungen und der Bodenbeschaffenheit machen. Diese Erfahrung sollte Ola und mir in diesem Jahr zugutekommen. 2012 habe ich im Škoda den sechsten Platz erreicht und einige stärkere World Rally Cars hinter mir gelassen – von daher bin ich ziemlich zuversichtlich. Ich freue mich darauf, die Heim-Rallye von Volkswagen endlich mit dem Polo R WRC zu bestreiten. Ein gutes Ergebnis wäre für Volkswagen bei der Rallye Deutschland besonders wichtig. Alle Beteiligten werden besonders fokussiert, das Medien-Interesse wird groß sein. Die vielen Fans an der Strecke und im Service Park werden uns wieder fantastisch unterstützen. Die Rallye wird allerdings alles andere als einfach, denn die Konkurrenz ist stark und die Karten werden bei der ersten Asphalt-Rallye des Jahres neu gemischt.»

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