Rallye Schweden: Nägeln mit Köpfen, für Reifen

Von Toni Hoffmann
WRC
Die «blauen» Sieger 2015

Die «blauen» Sieger 2015

Seit 2012 gewannen nur Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier die Schweden-Rallye – doch es gab im kühlen Norden immer auch andere heiße Siegkandidaten.

So verpassten Andreas Mikkelsen, Thierry Neuville und Mads Östberg den großen Triumph jeweils nur knapp. Die diesjährige Ausgabe dürfte ebenfalls sehr abwechslungsreich werden. Eine feste Größe sind dagegen die Schneereifen von Michelin: 25 Mal gewann die Marke den WM-Lauf im verschneiten Värmland.

Rückblende: Voriges Jahr lieferten sich Mikkelsen, Ogier und Neuville einen packenden Dreikampf. Vor der finalen Wertungsprüfung (WP) lagen nur fünf Sekunden auseinander. Das Kopf-an-Kopf-Rennen entschied letztlich Weltmeister Ogier für sich.

Die Chancen stehen gut, dass es auch dieses Mal wieder zu spannenden Showdowns kommt. Nur die üblichen Schneemassen haben sich noch nicht eingestellt. Nach einer heftigen Frostperiode mit Temperaturen von unter -20°C im Januar taut es jetzt in den Wäldern von Värmland.

Aber keine Sorge: Die Wetterfrösche haben für kommende Woche Schneefall bei leichten Minustemperaturen in der Region Hagfors vorhergesagt. Sollte auf den WP-Strecken tatsächlich frischer Schnee liegen – selbst wenn es nur wenig ist – dürfte das den amtierenden Champion Ogier mächtig ärgern: Als WM-Leader muss der Franzose auf der ersten Etappe als Erster in die Loipe und fährt die Spur für die Gegner frei. Bei den zweiten Durchgängen, wenn die dünne Schneeschicht geräumt ist, präsentieren sich die WP-Wege dagegen eher steinig, was den Spikes in den Michelin Schneereifen so manchen Zahn ziehen könnte.

Vier Mal in Folge haben die heutigen VW-Teamgefährten Ogier und Latvala die Schweden-Siege unter sich aufgeteilt. Der finnische Vizeweltmeister möchte sich im Zielort Karlstad nur zu gerne zum vierten Mal als Sieger feiern lassen, denn so käme er den Rekordmarken von Marcus Grönholm und Björn Waldegard (je fünf Siege) einen Schritt näher. Hinzu kommt: Nach der für ihn desaströs verlaufenen Rallye Monte Carlo muss schon jetzt schnellstens das Punktemaximum her, damit Latvala nicht wieder die ganze Saison einem Rückstand hinterherfährt.

Mit dem Trio Ogier, Latvala und Mikkelsen hat die Paarung Volkswagen Motorsport/Michelin drei Top-Trümpfe auf der Hand. Letzterer wirkt nach seinem Debütsieg in Spanien 2015 wie befreit und möchte unbedingt als erster Norweger seit 2005 im Nachbarland triumphieren. Damals gewann Petter Solberg – mit Mads Östberg will ein weiterer Norweger in dessen Fußstapfen treten. Östberg sitzt mittlerweile wieder im Michelin bereiften Ford Fiesta RS WRC, also jenem Fahrzeug, mit dem er 2011, 2012 und 2013 in Schweden jeweils unter die Top-Drei fuhr. Auch Thierry Neuville im neuen Hyundai i20 WRC mit Michelin Bereifung und Kris Meeke im Michelin bestückten DS3 WRC peilen vordere Platzierungen an. Hayden Paddon – im zweiten Hyundai für Markenpunkte nominiert – und Ford-Pilot Ott Tänak haben versprochen, auf Angriff zu fahren.

Für die Schweden-Neulinge Eric Camilli (Ford/Michelin) und Craig Breen (Citroën/Michelin) geht es wohl eher darum, Erfahrungen mit den speziellen Bedingungen zu sammeln. Yazeed Al-Rajhi steuert mit dem Michelin bereiften Ford Fiesta RS WRC erstmals überhaupt ein World Rally Car, Henning Solberg gibt auf einem baugleichen Fahrzeug ein Kurz-Comeback in der WM.

Die Aussichten auf die Fights in der WRC2-Kategorie machen den Fans jetzt schon den Mund wässrig. Michelin rüstet dabei die aussichtsreichsten Crews aus: Skoda setzt für Esapekka Lappi und Pontus Tidemand je einen Fabia R5 ein, Elfyn Evans und Eyvind Brynildsen steuern zwei der überarbeiteten Ford Fiesta R5. Für Topergebnisse kommt auch der amtierende Junioren-Europameister Emil Bergqvist, der auf seinem DS3 R5 genau wie Ole-Christian Veiby in einem weiteren Fabia R5 auf Reifen von Michelin vertraut. Sander Pärn (Fabia R5), Anders Gröndal (Fiesta R5), Teemu Suninen (Fabia R5) und Marius Aasen (Fiesta R5) runden die Hochkaräter der «zweiten Liga» ab.

Rund ein Viertel der Streckenführung wurde gegenüber dem Vorjahr verändert, der Haupt-Servicepark zog nach Karlstad um. Dies bringt längere Anfahrten zu und von den WP mit sich – oft mehr als 100 Kilometer. Bis auf Reifenwechselzonen in Kirkenaer und Hagfors wird es keinen Remote Service geben.

Quelle: Best-of-RallyLive!

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