MotoGP: Marc Marquez hatte Motocross-Unfall

Staring: «Claiming-Rule ist meine MotoGP-Chance»

Von Ivo Schützbach
Bryan Staring (li.) wittert eine Chance

Bryan Staring (li.) wittert eine Chance

Der Australier Bryan Staring weiß, dass er in einem Claiming-Rule-Team keine Chance auf vordere Plätze hat. Er begreift es trotzdem als Karrierechance.

Dass er Talent hat, bewies Bryan Staring letztes Jahr mit drei Siegen im Superstock-1000-Cup, der Nachwuchsschule für die Superbike-WM, die er als Vierter beendete. Er war es, der dem Team Pedercini Kawasaki den ersten Sieg bescherte.

Trotz seiner guten Leistungen hatte Staring nie eine Chance, 2013 Superbike-WM zu fahren. Es fehlt ihm an Unterstützern, die für einen der raren Plätze in den unterfinanzierten Privatteams aufkommen.

Staring unterschrieb dafür bei Go & Fun Honda Gresini und steuert dort ein Claiming-Rule-Bike, ein Prototypen-Chassis von FTR mit aufgemotztem Serienmotor einer Honda CBR1000RR. «MotoGP ist eine schwierige Klasse, das kann ich nicht verleugnen», gibt Staring zu. «Aber ich bin glücklich, dass ich jetzt hier bin.»

Während des zweiten Sepang-Tests Ende Februar war der 25-Jährige von einer Knöchelverletzung geplagt, die er sich beim Motocross fahren zugezogen hatte. «Es ist aber nichts gebrochen. Laufen bereitet mir größere Schwierigkeiten als laufen», versicherte er SPEEDWEEK.de. «Wir werden dieses Jahr in einer guten Position sein, brauchen aber noch mehr Zeit.»

Rang 28 und damit der letzte Platz führten Staring eine harte Realität vor Augen. Ebenso die über 5 sec Rückstand auf die Bestzeit von Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha). Oder besser vergleichbar: Die 2,5 sec Rückstand auf den schnellsten Claiming-Rule-Piloten Randy de Puniet.

«Ich hatte ein Superbike erwartet»

«Mich auf das Motorrad einzustellen dauert länger, als ich erwartet habe», gibt der Mann aus dem australischen Miami zu. «Zudem hatten wir von FTR viele Sachen zum Probieren. Ich hatte gehofft, dass dadurch mein Gefühl für das Motorrad besser wird, bislang ist das aber nicht so. Um ehrlich zu sein, habe ich gar nicht so arg auf die Rundenzeiten geachtet. MotoGP ist eine andere Welt. Ich hatte erwartet, dass diese Motorräder etwas anderes sind. Aber der Charakter des Bikes ist etwas ganz anderes. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte erwartet, dass es sich mehr wie ein Superbike anfühlt. Aber das tut es nicht. Den einzigen Vergleich, den ich ziehen kann, ist zu einem 125er-GP-Bike, das ich vor zehn Jahren fuhr.»

Fahrer auf einem Claiming-Rule-Bike wissen, dass sie es ohne Stürze oder Ausfälle der zwölf Piloten auf einem Prototypen unter normalen Umständen nicht in die Top-10 schaffen. Staring versichert, dass ihn die geringe Aussicht auf gute Ergebnisse nicht frustriert: «Im Rennsport zählen nur Resultate. Aber es geht auch darum, dass man sich für einen Weg entscheidet und dann im Rahmen der Möglichkeiten den bestmöglichen Job erledigt. Wenn du herausragende Arbeit ablieferst, dann werden das andere Leute wahrnehmen und Türen öffnen sich. Genau so sehe ich meinen jetzigen Job. Über die Claiming-Rule-Bikes gibt es viele verschiedene Meinungen; für mich ist es die beste Möglichkeit, ins MotoGP-Fahrerlager zu kommen, Teil dieser Meisterschaft zu sein und bei Gresini mit wirklich professionellen Leuten zu arbeiten. Ich kann nichts Negatives daran sehen. Für einen Fahrer wie mich ist CRT eine fantastische Klasse, dort kann ich lernen. Ohne CRT würde ich nicht MotoGP fahren.»

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