24h Le Mans: Das Event 2019 hat nun bereits begonnen

Von Oliver Müller
24h Le Mans
Der Ford GT #67 wird heute um 13:45 Uhr überprüft

Der Ford GT #67 wird heute um 13:45 Uhr überprüft

Im Paddock von Le Mans ist mittlerweile Action angesagt. Die 62 teilnehmenden Fahrzeuge sind allesamt an der Strecke angekommen. Die technische Abnahme befindet sich in vollem Gange. Es kann losgehen.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist mit kaum einem anderen Autorennen vergleichbar. Das fängt schon mit der Dauer des Events an. Gemäß der offiziellen Ausschreibung begann die Veranstaltung bereits am gestrigen 30. Mai. Offizielles Ende ist dann am Montag, dem 17. Juni.  Zusammengezählt handelt es sich somit um nicht weniger als insgesamt 19 Tage. Untypisch für ein Autorennen ist auch die Tatsache, dass es zwei technische Abnahmen gibt. Die erste sogenannte 'Vérifications Techniques' (oder auch Scrutineering) startete bereits gestern und findet in einem Zelt am Ende der Boxengasse bzw. in den Garagen unterhalb des Welcome-Gebäudes statt.

Auch am heutigen Freitag geht die Untersuchung der Fahrzeuge noch weiter. Als Erstes werden die acht LMP1-Fahrzeuge genauestens inspiziert. Später folgt dann der Großteil des GTE-Pro-Feldes. So sind ab 13:30 Uhr beispielsweise die fünf Ford GT an der Reihe. Hier kann der entsprechende Zeitplan angeschaut werden. Das Prozedere bezieht sich jedoch lediglich auf die Überprüfung der Fahrzeuge für den Testtag, der am kommenden Sonntag (2. Juni) abgehalten wird.

Viel spektakulärer ist hingegen die vom 9. bis 10. Juni stattfindende technische Abnahme für das eigentliche Rennen. Denn diese wird üblicherweise in der Innenstadt von Le Mans durchgeführt und ist ein echtes Fan- und Medien-Highlight. Schauplatz ist seit einigen Jahren der 'Place de la République', da auf dem zuvor lange Jahre verwendenden 'Place de la Jacobins' (vor der Kathedrale) durch die Errichtung der stadteigenen Straßenbahn nicht mehr genügend Fläche zur Verfügung steht.

Neue BoP in der GTE-Klasse

Wenn die Fahrzeuge durchkontrolliert werden, müssen die technischen Kommissare auch eine neue Einstufung in der GTE-Klasse beachten. Denn mittlerweile wurde eine überarbeitete BoP (Balance of Performance) für den Testtag herausgegeben. Diese ist wie immer losgelöst von den anderen Rennen der FIA WEC und somit am besten mit der BoP von Le Mans 2018 (letztes Update erfolgte damals am 15.06.2018) vergleichbar.

In Bezug auf das Gewicht leicht profitieren konnten dabei der Aston Martin Vantage AMR (minus sieben Kilogramm – nun 1251 kg), die Corvette C7.R (minus sieben kg – nun 1242 kg) und der Ferrari 488 GTE Evo (minus sieben kg – nun 1284 kg). Die beiden WEC-Aussteiger Ford GT (1287 kg) und BMW M8 GTE (1280 kg) wurden mit zwölf bzw. neun Kilogramm an Zusatzgewicht bedacht. Der letztjährige Klassensieger Porsche 911 RSR (1271 kg) ist nun ebenfalls etwas schwerer (1271kg), da er zwei Kilogramm einladen muss.

Auch die Motorleistung wurde neu reglementiert. Ferrari und Ford dürfen jeweils 0,01 bar mehr Ladedruck fahren. Der Turbo im BMW muss hingegen mit 0,05 bar weniger Boost auskommen. Somit wurde der BMW als einziges Auto sowohl beim Gewicht als auch bei der Leistung heruntergerüstet. Ferrari bekam bei beiden Parametern Zugeständnisse gemacht. Deutet das auf einen Klassensieg aus Italien hin?

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