Antonelli (Mercedes) nach Russell-Provokation: «Habe nichts zu verlieren»
Mercedes-Ass Kimi Antonelli eilt derzeit mit dem Glück des Tüchtigen und der Unbekümmertheit des Teenagers von Erfolg zu Erfolg: Kann er in Monaco sein fünftes Rennen in Folge gewinnen?
Der Höhenflug des Kimi Antonelli ging auch in Montreal weiter – vierter Sieg in Folge, vierter Sieg im fünften Saisonrennen, vierter Sieg von Pole, damit WM-Punktebeute ausgebaut auf 131 Zähler, nun liegt er 43 Zähler vor seinem Mercedes-Stallgefährten George Russell.
Eine der grossen Fragen: Reicht der 19-jährige Antonelli in Monte Carlo Sieg Nummer 5 nach? Die Monaco-Zwischenbilanz des Italieners aus Bologna ist mittelprächtig – Vierter und Siebter mit der Formel 2 im Jahre 2024; 2025 im ersten F1-Jahr dann Leitschienenkuss in der Hafenschikane in Q1, im Rennen eine Berührung mit dem Sauber von Gabriel Bortoleto.
Vor dem Monaco-GP hat George Russell versucht, Antonelli unter Druck zu setzen. Mit der Aussage, er, Kimi, könne den Titel nur noch verlieren.
Aber am Bologneser perlt das ab wie Regen an einem sorgsam imprägnierten Regenmantel: «Klar habe ich davon gehört. Aber ich für meinen Teil finde – ich kann nicht verlieren, was ich ja noch gar nicht habe. Ich messe dem keine weitere Bedeutung zu, denn wir haben noch sehr viele Rennen. Da macht es für mich keinen Sinn, vom Titel zu reden.»
«Natürlich steigen die Erwartungen, aber ich werde an meiner Vorgehensweise nichts ändern: Ich steige in den Rennwagen und versuche, das bestmögliche Ergebnis zu erringen. Im Herbst gucken wir dann, wo ich stehe.»
«Ich fühle mich nicht unter Druck, ich bin eher entspannt. Ich weiss, dass mein Weg richtig ist, ich will so viele Rennen als möglich gewinnen, der Rest ergibt sich von selber. Ich weiss, dass mir George das Leben schwermachen wird, aber davon lasse ich mich nicht ins Bockshorn jagen.»
Was erwartet Kimi an diesem Wochenende? «Ich glaube, Ferrari wird hier ganz stark sein. Sie waren hier in Monaco selbst in Jahren schnell, in welchen sie eigentlich kein so gutes Auto hatten. Da erwarte ich in den kommenden Tagen tüchtig Gegenwind.»
«Oder sagen wir es mal so: Wenn Ferrari hier nicht vorne mitgeigt, dann würde mich das sehr verblüffen. Aber ich traue hier auch McLaren Einiges zu, und Red Bull Racing darf man ohnehin nie abschreiben.»
Es gab nach den knallharten Duellen Antonelli gegen Russell in Kanada Sitzungen bei Mercedes. Kimi zum Ergebnis: «Ja, wir haben mehrfach über die Szenen von Montreal gesprochen, wir haben uns die alle auch im Detail angeschaut.»
«Die Vorgabe ist: Wir dürfen frei fahren und auch hart. Aber es muss fair und respektvoll bleiben, und wir dürfen das Ergebnis von Mercedes nicht kompromittieren, also ist es ein absolutes No-No, dass wir ein Auto verlieren oder gar beide. George und mir ist das glasklar.»
«Gleichzeitig kannst du einen Piloten nicht an die Leine legen, schon gar nicht, wenn es um GP-Siege und Titel geht. Was George und ich angeht, so wollen wir das nach Kanada schlauer machen.»
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