Frage an den Champ – Gewinnt Marc Marquez wieder in Ungarn? «Vergesst es!»
Vor einem Jahr war der neue Balaton Park Circuit die persönliche Bühne von Marc Marquez – Pole, Siege in Sprint und GP. An eine Wiederholung dieses Erfolgs will der MotoGP-Weltmeister nicht denken.
Es ist noch keine zehn Monate her, da dominierte Marc Marquez auf seiner Ducati den Ungarn-GP. Der Weltmeister gewann Sprint und Rennen aus der Pole Position in überragender Art und Weise, es war damals sein siebter Doppelsieg in Folge in einem Lauf der Unbesiegbarkeit. In der aktuellen Saison sieht die Realität anders aus: Nach seinem Comeback in Mugello – im Sprint Fünfter, im Rennen Siebter – ist Marquez auf WM-Rang 8 mit 71 Punkten, bereits 102 Zähler hinter WM-Spitzenreiter Marco Bezzecchi (Aprilia).
Körper hinkt dem Motorrad noch hinterher
Das Wochenende in Mugello war für ihn ein Kraftakt. «Es war ein hartes Wochenende, aber wir sind es auf die richtige Weise angegangen – vor allem mental. Ich habe versucht, genau das zu fahren, was ich spüre», sagte Marquez während der Auftaktpressekonferenz. «Der Rest des Wochenendes war solide.» Danach sei sein bester Freund das Eis an seiner Seite zur Kühlung gewesen. Auch am Balaton Park will er denselben Ansatz verfolgen: «Ich kämpfe meinen eigenen Kampf.»
Die körperliche Baustelle benannte er klar. «Das erste Problem ist, die Nerven in den Griff zu bekommen, denn die Nerven hängen mit den Muskeln zusammen.» Der Rücken sei in Ordnung, doch die Zone vor der Schulter und der Bizeps bereiteten ihm noch große Mühe: «Das ist die Stelle, die ich in Indonesien verletzt habe.» Eine schnelle Lösung erwarte er nicht: «Ich weiß, dass es keine kurze Zeit dauern wird. Ich hoffe, zwischen Ungarn und Brünn eine Verbesserung zu spüren.» Priorität habe die körperliche Verfassung. Erst danach könne er daran arbeiten, das Vertrauen auf dem Motorrad zurückzugewinnen.
Marquez gibt zu: Aprilia auf anderem Level
Ob Marquez trotzdem, gestützt auf die Erinnerungen an seinen Vorjahres-Triumph, zumindest im Hinterkopf an Sieg oder Podium denke? Auf diese Frage antwortete Marquez unmissverständlich: «Vergesst es. Wenn ich um den Sieg kämpfe, bedeutet das, dass die anderen etwas falsch machen.» Der Vergleich mit dem Vorjahr liege nahe, doch die aktuelle Ausgangslage sei eine andere: «Bezzecchi, Martin und die anderen sind auf einem anderen Level. In Mugello haben sie mir gezeigt, wie viel schneller sie sind.»
Bruder Alex auf dem Weg der Besserung
Dass Jorge Martin ihn trotzdem als «Mann, den es zu schlagen gilt» bezeichnet hatte, kommentierte er trocken: «Die Fahrer, die es zu schlagen gilt, sind die beiden Aprilias.» Zum WM-Duell Bezzecchi gegen Martin meinte er, dass aktuell der Italiener die Oberhand habe, er sei konstanter.
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