Kelvin van der Linde absolviert ersten Test nach schweren Unfall
Kelvin van der Linde hat seinen ersten Test nach dem schweren DTM-Unfall am Norisring absolviert. Sein Manager Dennis Rostek nennt einige Details. Torsten Schubert beziffert Schaden auf 180.000 €.
Kelvin van der Linde ist zurück! Am Mittwoch absolvierte er seinen ersten Test nach dem fürchterlichen Unfall im ersten DTM-Rennen auf dem Norisring. In Oschersleben absolvierte er mit Schubert Motorsport einen Test im BMW M4 GT3. Der Südafrikaner ist damit bereit für den Start auf dem Kurs in der Magdeburger Börde in der kommenden Woche. Seinen ersten Renneinsatz seit dem Unfall wird van der Linde dabei bereits in dieser Woche beim GT World Challenge Europe Sprint Cup in Misano für das belgische WRT-Team absolvieren.
Maximilian Paul verlor beim Anbremsen auf die Grundig-Kehre auf einer Ölspur die Kontrolle über seinem Lamborghini Temerario GT3, schlug heftig in die Barriere ein und traf daraufhin Kelvin van der Linde mit hohen Tempo in der Fahrertür, ehe er in den Reifenstapel der ersten Kurve einschlug.
Während Paul sich das Schien- und Wadenbein brach sowie eine Wirbelverletzung erlitt, blieb van der Linde bis auf Prellungen unverletzt.
«Wir haben in unserem Team seit vielen Jahren einen Vertrauensarzt im Hintergrund. In einem solchen Fall rufen wir ihn sofort an. Er nimmt dann direkt Kontakt mit dem leitenden Arzt vor Ort auf. Das war auch bei Kelvin der Fall. Nach der ersten Untersuchung waren sich beide Ärzte einig, dass zunächst einmal alles in Ordnung aussieht. Um jegliche Verletzungen auszuschließen, haben sie aber gemeinsam entschieden, ein MRT durchführen zu lassen. Deshalb wurde Kelvin zur abschließenden Untersuchung ins Krankenhaus nach Nürnberg gebracht», erklärte van der Lindes Manager Dennis Rostek in einem Interview mit dem Motorsport-Magazin.
Im Athlete Performance Center von Red Bull bereitete sich Kelvin van der Linde auf sein Comeback vor. Dennis Rostek erklärt: «Wir haben gemeinsam mit unserem Partner Red Bull entschieden, dass Kelvin eine Art Reha-Maßnahme vornimmt. Er hat sich in Fuschl die Woche über verschiedenen Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen unterzogen. Am Freitag vergangener Woche wurde dann entschieden, dass er wieder einsatzbereit ist. Deshalb haben wir beschlossen, dass er probieren wird, den Test in Oschersleben zu fahren.»
«Ich habe absolut keine Bedenken, dass Kelvin den Unfall nicht auch mental gut verarbeitet hat. Wir wissen alle, dass Motorsport gefährlich ist. Er ist sehr sicher und wird auch immer sicherer, aber am Ende des Tages betreiben wir eine Risiko-Sportart. Damit müssen wir uns auseinandersetzen, auch, wenn wir das häufig gerne mal verdrängen. Bei Vorfällen wie auf dem Norisring wird uns das aber wieder sehr direkt vor Augen geführt. Es gibt unvorhersehbare Dinge im Motorsport, die wir nicht beeinflussen und die unser Leben verändern können. Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, dass Kelvin nichts Schlimmeres passiert ist», so Rostek weiter.
Den Schaden am Fahrzeug des Südafrikaners, welcher Red-Bull-Athlet ist, bezifferte Teamchef Torsten Schubert auf rund 180.000 €. «Zu unserem Glück war sein verunfalltes Auto reparabel und konnte auf einer neuen Karosse wieder aufgebaut werden. Kelvins Auto war am Dienstagmittag nach den letzten Vermessungsarbeiten fertig», erklärt Schubert gegenüber dem Motorsport-Magazin.
Trotz zwei Pole-Positions und einem Sieg am Red Bull Ring erlebt Kelvin van der Linde bislang eine schwierige Saison in der DTM und liegt derzeit nur auf dem zwölften Meisterschaftsrang. Ein Umstand, den weder van der Linde noch Rostek glücklich stimmt, wie der Manager erklärt: «Leider fehlte Kelvin häufig auch das nötige Quäntchen Glück. Zur BoP möchte ich mich nicht äußern. Ich sehe aber, dass der BMW im Moment in der Startaufstellung nicht gut genug für die Top-10 ist. Das hat man am Norisring gesehen. Wenn du in der DTM nicht aus den Top-10 startest, hast du keine Chance, egal, auf welchem Kurs. Wir wollten das, was wir am Red Bull Ring begonnen hatten, fortsetzen und zur Saisonhalbzeit um die Meisterschaft kämpfen. Kelvin ist davon derzeit weit entfernt. Es ist noch keine komplette Gefahr in Sicht. Wenn jetzt allerdings nicht etwas Drastisches passiert, dann bekommen wir Probleme.»
Dabei empfindet Rostek das Produkt der DTM weiterhin als positiv, auch wenn er angibt, dass es zuletzt einige Warnschüsse gab: «Die Zuschauerzahlen in der DTM sind nach wie vor fantastisch. Es ist Wahnsinn, wie die Serie die Fans weiterhin mobilisieren kann. Die Fans lieben das Produkt. Was die Zuschauerzahlen betrifft, entwickelt sich die DTM absolut in die richtige Richtung. Das ist die positive Seite. Die Zuschauer wollen allerdings auch Autos und bekannte Rennfahrer sehen, die im Kreis fahren. Das Spitzenprodukt namens DTM funktioniert noch, aber mit Blick auf die Rahmen- und Nachwuchsserien hat es schon einige Warnschüsse gegeben. Da muss man sehr gut aufpassen, denn ansonsten bricht das Ganze irgendwann zusammen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach







