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Wie die Anfänger: So peinlich waren die Starts
Beim Startprozedere gab es vor der Saison 2019 Änderungen, die es den Piloten schwerer machen sollten. Mit Erfolg: Teilweise wurde es peinlich.
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Das Bild gehört fraglos zu denen, die im Kopf geblieben sind. René Rast auf der Pole Position beim siebten Saisonrennen auf dem Norisring. Der Start erfolgt und Rast steht. Und steht. Und steht.
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Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis der Audi des 33-Jährigen losrollt. Tatsächlich: Rast hat den RS 5 DTM klassisch abgewürgt. "Ich hab etwas weniger Gas gegeben und die Kupplung zu schnell kommen lassen. Wie im PKW. Da hab ich auch gedacht: Du Volldepp!", sagte er nach dem Fauxpas und lachte. Er hatte allerdings auch gut lachen, denn trotz des Pannenstarts gewann er das Rennen. Es ist aber das Paradebeispiel, wie schwierig die Starts geworden sind, nachdem man den Fahrern vor der Saison technische Hilfen weggenommen hatte. Sie konnten das Auto nicht mehr wie früher automatisch vorspannen, um bestmöglich aus der Startbox zu kommen. Eine elektronische Arretierung des Bremsventils via Schalter am Lenkrad sowie optische Hilfen (Dioden), die den optimalen Schleifpunkt der Kupplung anzeigten, sorgten früher für einen nahezu perfekten Start. Waren Starts so eher Formsache, sind sie heute vor allem Gefühlssache, wenn die Fahrer mit Kupplung, Gas und Bremse spielen und mit zwei Füßen drei Pedale betätigen. Wenn die Piloten in dieser Saison weiter vorspannen wollen, müssen sie das inzwischen komplett also mit den Füßen machen.
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Erhöhtes Fehlerrisiko inklusive. Schlechte Starts können so viel schneller passieren. "Es ist schwierig hinzubekommen. Es bringt mehr Performance beim Start, hat aber auch ein größeres Risiko", sagte Vizemeister Nico Müller.
Rasts Teamkollege Jamie Green beschreibt bei audi.com das genaue Prozedere. "Sobald die erste der fünf roten Ampellampen aufleuchtet, lege ich per Schaltwippe den ersten Gang ein. Mein linker Fuß tritt währenddessen das Kupplungspedal voll durch. Mit der rechten Fußspitze drücke ich aufs Gaspedal, gleichzeitig mit der rechten Hacke aufs Bremspedal. Auf meinem Dashboard beobachte ich die dort digital angezeigte Drehzahl des Motors. Sobald die fünf Ampellampen erlöschen, rutsche ich mit dem rechten Fuß voll aufs Gaspedal, lasse parallel dazu mit links das Kupplungspedal los, gebe noch mehr Gas und schalte während des Beschleunigens in die nächsten Gänge hoch."
Erwischt man den richtigen Moment, kann man beim Start viele Plätze gutmachen, regelrecht nach vorne schießen, während andere das Auto vielleicht nicht gleich abwürgen, aber vergleichsweise los schleichen. Es kann aber auch nach hinten losgehen. Und: Es gibt noch mehr Peinlichkeiten beim Start. Für einen professionellen Rennfahrer durchaus unangenehm. "Du kannst zum Beispiel deine Startbox verfehlen, wie es mir leider in der letzten Saison bei einem meiner zwei Heimrennen in Brands Hatch passiert ist", erzählt Green.
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Weil die Begrenzungen der Markierungen der Startbox aus dem tief und weit hinten positionierten Cockpit eines DTM-Autos nicht millimetergenau abschätzbar sind, wird in der DTM jeder Fahrer von seinem Renningenieur per Funk in seine Startbox gelotst. Green: "Bei mir macht das Erich Baumgärtner, einer der erfahrensten Mitarbeiter des Audi Sport Team Rosberg. Mit den Kommandos vier, drei, zwei, eins zählt er die letzten Meter runter. Ganz wichtig: Neben der verbleibenden Distanz muss Erich auch mein Tempo per Augenmaß kontrollieren. Komme ich nämlich zu schnell an, besteht das Risiko, dass ich beim Befehl ,Stop‘ nicht mehr rechtzeitig anhalten kann und über meine Startbox hinausfahre." Zeit und Plätze verliert man auch, wenn man den Start schlicht und einfach verschläft. "Das Gegenteil davon ist ein Frühstart. Wenn du also vor dem Ausgehen der Startampel losfährst. Auslösen kann das dein Reaktionsfehler, aber auch ein Technikdefekt deines Autos, beispielsweise an der Kupplung", sagte er. Wie bei Müller, der in einem wichtigen Moment im Titelkampf den ersten Frühstart seiner Karriere hinlegte. Am Nürburgring war das, im viertletzten Rennen des Jahres. "Das tut weh", sagte er damals. "Die Kupplung hat zugemacht. Anstatt das Auto abzuwürgen, habe ich darauf spekuliert, dass die Ampel ausgeht." Ein paar Zehntelsekunden fehlten dann allerdings, er zuckte viel zu früh und konnte nichts mehr retten – Durchfahrtsstrafe.
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Ein Rennen später war Rast vorzeitig Meister. Es war nicht der Fehler, der das Titelrennen entschied. Bitter war es trotzdem.
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