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Vor 30 Jahren: Erstes Autorennen auf dem neuen Sachsenring

Am 26. Mai 1996 wurde der Sachsenring mit einem neuen Kurs wiedergeboren. Genau 69 Jahre nach dem ersten Rennen fand damals ein Motorradrennen statt. Einen Monat später folgte das erste Autorennen.

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Im Motorradrennsport hat der Sachsenring die größere Tradition und den größeren Zuspruch. Dennoch hat er von Beginn an des ADAC GT Masters sowie der heutigen DTM seinen festen Platz im Kalender. Heute vor 30 Jahren, am 30. Juni 1996, fand mit dem Super Tourenwagen Cup (STW) dort das erste Autorennen statt.

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Während es in Hockenheim, nicht zuletzt wegen eines Wilhelm und später Dieter Herz, in Sachen Automobil- und Motorradrennsport viele Jahre ziemlich ausgeglichen zuging, standen die Zweiräder auf dem Nürburgring stets im Schatten der großen Auto-Schlachten. Mit der Solutide bei Stuttgart und dem Hockenheimring konkurrierend fanden von den 46 Großen Preisen von Deutschland für Motorräder bis einschließlich 1997 nur deren 17 in der Eifel statt. Danach übernahm der Sachsenring mit seinem besonders Motorrad-affinen Rennsport-Publikum.

Dort lockten wiederum die Rennwagen in der Regel weniger Fans an. So gab es dort vor dem Zweiten Weltkrieg überhaupt keine Autorennen, dafür aber Rennen zur Europameisterschaft, dem damals höchsten Prädikat.

Erst beim ersten Nachkriegsrennen 1949 waren zwei der zehn Rennen zusammengefassten Autoklassen mit mehreren Wertungen gewidmet. Während der ersten Motorrad-WM-Ära von 1961 bis 1972 waren Wagenklassen nur bis 1966 als Rahmenprogramm mit von der Partie.

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Im selbstisolierten DDR- bzw. Ostblock-Rennsport ab 1973 wurden von Freitag bis Sonntag kombinierte Motorrad- und Auto-Rennen ausgetragen, wobei die Autos ab Samstagnachmittag übernahmen, sich die Tribünen jedoch schlagartig leerten und diese am Sonntag von Haus aus viel magerer frequentiert wurden.

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Mit dem allmählich beginnenden Untergang der DDR waren am 9. Juli 1989 letztmals Automobile auf dem alten Sachsenring am Start. Das letzte Rennen auf der 8,618 Kilometer langen alten Berg- und Talbahn vor den Toren Hohenstein-Ernstthals war vom 6. bis 8. Juli 1990 Motorradklassen vorbehalten. Dann kam das Aus des alten Straßenkurses, doch dank des Baus des Verkehrssicherheitszentrums Sachsenring war ab 1996 wieder Motorsport in der Region erlebbar.

Den Anfang machten am 25. und 26. Mai 1996 die (internationale) Deutsche Motorradmeisterschaft und die Pro Superbike. Wenngleich die Autos am Sachsenring, wie bereits beschrieben, stets im Schatten der Motorräder standen, hatten die vierrädrigen Motorsport-Gerätschaften auch ihre Fans. Und da der geneigte Motorsport-Enthusiast am Sachsenring sowie im näheren Umland umfassend gut informiert und vielseitig interessiert ist und zudem die stärkere Autoindustrie auf dem neuen Absatzmarkt Ex-DDR stark getrommelt hatte, war es kein Wunder, dass am Wochenende des 29. und 30. Juni 1996, also vor 30 Jahren, rund 75.000 Fans dem Internationalen ADAC-Preis der Freien Presse mit dem Kernthema STW (Super Tourenwagen Cup) beiwohnten. Bei einer Präsentation im April säumten bereits unglaublich viele Zuschauer den neuen Kurs. Zum im Prinzip nationalen Motorradrennen mit ausländischen Gästen waren «nur» 60.000 Zuschauer gekommen. Und das alles, obwohl sich auf Grund explodierter Kosten und Reglementzwistigkeiten zwei Jahre zuvor die Hersteller Audi und BMW aus der deutschen Top-Tourenwagenrennserie DTM zurückgezogen hatten. In Zusammenarbeit mit dem ADAC stellte man dann die Alternativ-Serie STW, die nach internationalem Tourenwagenreglement mit sogar Weltfinales am Saisonende fuhr, auf die Beine.

Am 29. und 30. Juni 1996 waren auf dem Sachsenring neben dem D1 ADAC Super-Tourenwagen Cup, der D1 ADAC GT-Cup die BMW Formel ADAC Junior und der Formel Euro Cup am Start. Nach den Trainings am Samstag und den Warm-up am Sonntagmorgen standen mit dem Sprintrennen über 16 Runden ab 11.30 Uhr und dem nach einer kleinen Servicepause eine Stunde später vorgesehenen (Haupt-)Rennen die Highlights des Wochenendes auf dem Programm.

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Die Ouvertüre musste allerdings nach einem furchterregenden Unfall des Briten Warren Hughes in einem Ford Mondeo in der Startrunde abgebrochen werden. Nach den lang anhaltenden Aufräumarbeiten wurde die Rundenzahl von 16 auf 13 verkürzt. Beim verkürzten Sprintrennen feierte Audi mit dem A4 sowie dem Österreicher Philipp Peter, Christian Abt, dem Italiener Emanuele Pirro und dem Ex-Formel-1-Piloten Karl Wendlinger, ebenfalls aus Österreich, einen Vierfach-Triumph. Erst auf Platz 5 folgte der erste BMW (320i), der von Steve Soper pilotiert wurde. Immerhin gelang dem Briten die schnellste Rennrunde. Ihm folgte ein weiterer Audi, und zwar jener der Italienerin Tamara Vidali.

Das Hauptrennen gewann Emanuele Pirro vor Steve Soper und Christian Abt. Tamara Vidali wurde hinter dem erneuten Vierten, Karl Wendlinger, und noch vor Laurent Aiello in einem Peugeot 406 Fünfte.

Bei den Rennen zum ADAC GT-Cup teilten sich Herbert Drexler aus Salzweg und Jörg Breuer aus Geilenkirchen, beide in einem Ford Escort Cosworth, die Siege.

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