Euro Moto Supersport
Lennox Lehmann will mehr als zweite und dritte Plätze in der Euro Moto
Nach verspätetem Saisonstart und der einzigen MV Agusta im Feld könnte man meinen, dass Luca Göttlicher der Außenseiter im Supersport-Feld sei. Mitnichten, wie nun sein erster Podestplatz zeigte.
Bei der Euro Moto-Premiere auf dem Sachsenring fehlte Luca Göttlicher noch im Starterfeld der Klasse Supersport. In Brünn kam der 19-Jährige aus dem oberbayrischen Schwifting auf den Plätzen 5 und 7 ins Ziel. Bei der dritten Saisonstation in Most fuhr der Pilot vom Team LJ Racing mit seiner MV Agusta F3 800 RR am Samstag als Dritter aufs Podest und wurde am Sonntag, wie alle seine Klassenkameraden, nach zwei Rennabbrüchen und keinem dritten Rennstart um ein gegebenenfalls vergleichbares Ergebnis gebracht.
Im anschließenden Gespräch mit SPEEDWEEK.com waren seine Gedanken aber erst einmal bei den verunfallten Fahrern. «Also zunächst einmal gute Genesung an die betroffenen Fahrer, so eine Situation ist für jeden Rennfahrer Kacke. Marcel Brenner ist unmittelbar vor mir gestürzt, das sah sehr, sehr heavy aus. Dennoch ist es schade, dass es nicht für eine Wertung gereicht hat. Sonst wäre das für mich noch mal eine Extra-Belohnung obendrauf gewesen. So wollte ich auch das Rennwochenende abschließen und hatte wieder einen dritten Platz geplant. Dass dann sogar ein zweiter Platz möglich gewesen wäre, hätte keiner gedacht.»
Mit den verletzungsbedingt zwei verpassten Rennen vom Sachsenring geriet Luca Göttlicher in Sachen Tabellenplatz natürlich gleich ins Hintertreffen. Auf die Frage, was noch geht, meinte er: «Da wir ein noch sehr kleines Team sind, ist es für uns im Moment wichtig, uns erst mal weiterzuentwickeln. Da sind uns die größeren Teams natürlich ein bisschen voraus. Da nimmt man natürlich die kleineren Erfolge gern mit, und am Jahresende sehen wir, was die Wertung sagt. Aktuell bin ich auf dem achten Platz, das ist, so würde ich mal sagen, nach meinem zweiten Rennwochenende schon sehr gut.»
Wenngleich er mit der MV Agusta F3 800 RR auf einem vermeintlichen Underdog-Motorrad, was er nun schon entkräftet hat, bzw. einem Marken-Farbtupfer im Feld sitzt, sieht er seine nähere Zukunft in der gleichen Konstellation. «In diese Richtung haben wir jedenfalls geplant, sprich, je nach Verhandlungen wird es noch ein zweites Jahr für uns geben. In diesem Jahr müssen wir uns erst einmal alle im Team zusammenfinden und schauen, wie wir miteinander klarkommen. Ganz wichtig ist fürs nächste Jahr, das komplette Team ohne Personalwechsel zu haben, dass wir da wirklich eine Verbindung haben und sich alle wohlfühlen.»
Zum Thema MV fügte er daran an: «Ich will mich diesbezüglich immer ein bisschen zurückhalten, weil, man weiß ja nie. Aber ich sag mal so: In Most waren wir konkurrenzfähig und hoffen für Oschersleben auch das Beste. Da haben wir schon ein paar Daten, das will ich dann auch dementsprechend umsetzen. Ich denke, unter den ersten Sieben werde ich schon rumkrümeln.»
Zu seinen Verletzungen, wegen denen er das Sachsenring-Wochenende auslassen musste, erklärte er, dass er sich seine erste (Schulter-)Verletzung beim Wintertraining in Valencia zugezogen hatte. Allerdings nicht mit der MV und auf der Rennstrecke, sondern am Ende eines Testtages mit dem Rennrad auf regennasser Straße im unmittelbaren Umland. Bei einem Test in Oschersleben hatte er noch mal einen kleinen Sturz, diesmal auf der Strecke, und verletzte sich dabei am Unterarm und am Knie. «Die Verletzungen haben mich zwar ein bisschen zurückgeworfen, aber jetzt fühle ich mich auf jeden Fall pudelwohl.»
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