Desmo für die Dakar: Zubehörspezialist bringt Ducati zum Wüstenklassiker
Rebel X wirbt mit einem eigenen Motorrad für «Ducati bei der Dakar 2027» – das Projekt feierte auf der EICMA 2026 Publikumspremiere. Offiziell halten sich die Bologneser bei dem Projekt bedeckt.
Seit weniger als drei Jahren zählt Ducati zum Kreis der Hersteller für Offroad-Motorräder. Nach zaghaften Ansätzen mit der Multistrada Rally und dem im straßenzugelassenen Bereich vorläufigen Höhepunkt DesertX, starteten die Italiener mit der Desmo450 MX Anfang 2024 eine eigene Modelllinie für den Offroad-Sport.
Mittlerweile tritt die Bologneser Marke in der Motocross-WM (MXGP- und MX2-Klasse) an, das weltweit bekannteste Offroadsport-Event findet aber noch ohne den Traditionshersteller aus Borgo Panigale statt: Die Dakar-Rallye. Auch 2027 wird sich das, zumindest offiziell, nicht ändern. Doch unter Federführung von Manuel Lucchese will Zubehörspezialist Rebel X Sports eine modifizierte Ducati Desmo450 EDS bei der nächsten Ausgabe des Wüstenklassikers an den Start bringen. Tiziano Interno soll das Motorrad in der «Original»-Kategorie pilotieren, also ohne eigene Support-Mannschaft.
Der Konstrukteur Lucchese ist selbst erfahrener Motocross-Pilot und ging bei bislang fünf Ausgaben der Dakar-Rallye als Fahrer an den Start. Rebel X, sonst bekannt für Zubehörkits für unterschiedliche Hersteller, entwickelte für den Wettbewerb ein auf den Wüsteneinsatz mit der Desmo450 zugeschnittenes Paket mit Navigationsturm, auf knapp 34 Liter angewachsenem Tankvolumen und angepasster Elektronik. Diese setzt auf Motorsteuerung von GET und soll mit speziell für den Rallye-Einsatz vorgesehenen Kennfeldern arbeiten, ein GPS-gestützter Geschwindigkeitsbegrenzer für die Tempolimit-Zonen der Dakar kommt dazu, Wettbewerbsbremsen von Brembo und eine Titanauspuffanlage von Akrapovic gehören ebenso zum Umfang. Nach dem ersten Renneinsatz soll eine auf 35 Einheiten limitierte Auflage für Endkunden bestellbar sein.
Unter beträchtlichem Aufwand wurde für die Rallye-Ducati ein neues Design maßgeschneidert: Dafür sicherten sich Rebel X und Lucchese die Dienste des Turiner Designstudios «Hyle Project». Diese sprechen selbst lediglich von einem Designkonzept. In der Tat ist Ducati offiziell an dem Dakar-Einsatz und der Entwicklung des Motorrads nicht beteiligt. Ein hochrangiger Ducati-Mitarbeiter spricht gegenüber SPEEDWEEK.com, die Ducati sei «zu nullkommanull Prozent in das Projekt involviert». Man habe zwar schon «über ein derartiges Motorrad nachgedacht», denke aber über vieles nach. Der Einsatz bei der Dakar-Rallye sei auch eine Frage der Kapazitäten: «Wir sind in der MotoGP, Superbike-WM, Supersport-WM, MXGP und MX2 dabei. Das ist bereits ein sehr großer Aufwand.»
Rebel X Sports bringt Ducati im Januar 2027 stattdessen inoffiziell an den Start. Bologneser Beteiligung am Offroad-Klassiker hatte es vorher nur von Ende der 1980er bis Anfang der 1990er-Jahre gegeben, als Cagiva 1990 die Wüstenrallye gewann. Angetrieben wurde die «Elefant» damals von einem V2 aus dem Hause Ducati. Die Marke aus Borgo Panigale gehörte damals zu Cagiva.
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