EICMA-Premiere für V4-Superbike: V4SR-RR als Technik-Vorreiter für CF Moto
Was als «Master of Speed» seinen Anfang nahm, findet 2027 als «V4SR-RR» den Weg auf die Straße: CF Moto zeigt in Mailand die Serienversion eines V4-Superbikes, das zum Imageträger für die Marke taugt.
Sie zählt zweifellos zu den Highlights der EICMA 2026: Nach Studien und Prototypen auf den letzten beiden Ausgaben der Mailänder Leitmesse präsentiert CF Moto dieser Tage die Serienvariante seines künftigen Superbike-Flaggschiffs. «V4SR-RR» heißt sie und stellt den vorläufigen Höhepunkt einer zwei Jahre währenden Vorbereitungsphase dar, mit der die chinesische Marke Markt und Kunden auf die Erweiterung ihres Produktportfolios nach oben vorbereitete: «Master of Speed» hieß ein Designkonzept, das CF Moto 2024 auf der EICMA erstmals zeigte, parallel zur Enthüllung eines V4-Motors unter dem Namen «Core of Speed». Nur ein Jahr später stand bereits ein in seiner Entwicklung fortgeschrittener Prototyp auf der Messe, gefolgt von zahlreichen Wasserstandsmeldungen, Patentanmeldungen und einer Rekordfahrt. Letztere bildet gleichzeitig die Basis einer der Kennzahlen, mit denen CF Moto wirbt: Über 315 km/h ist ein Vorserienmotorrad bei Testfahrten in China gefahren und hat damit die Höchstgeschwindigkeit bestätigt, die die Marke für ihr Serien-Superbike angibt.
Verantwortlich für diesen Vortrieb sind «mehr als 210 PS» aus dem 997 Kubikzentimeter Hubraum messenden V4-Aggregat mit 90-Grad-Zylinderbankwinkel – bei 15.000 U/min setzt der Drehzahlbegrenzer dem Vortrieb ein Ende. Der Motor sitzt als mittragendes Element in einem Alu-Rahmen, an den er über die Zylinderköpfe festgeschraubt wird. Der Rahmen selbst wird im Hohlgussverfahren hergestellt, und mit unterschiedlichen Rahmendicken soll passender Flex sichergestellt werden. «Aerocast» nennen die Chinesen die Technik im Firmensprech, die für das Trockengewicht von 180 Kilogramm elementar sei. Für CF Moto ist das Superbike damit Vorreiter, denn das Konstruktionsprinzip des Chassis soll, so hört man auf der EICMA, auch bei künftigen hubraumschwächeren Sportlern von CF Moto zum Einsatz kommen.
Schon während der Messe wurde vom Hersteller der Aufwand beworben, den der KTM-Produktionspartner in die Aerodynamik einfließen ließ (
Dass die nun gezeigte Serienversion der V4SR-RR längst nicht das Ende der Fahnenstange für CF Moto ist, macht ein Derivat deutlich, das die Chinesen in Mailand ebenfalls ins Scheinwerferlicht rollten: Unter dem Namen «Carbon Black» firmiert eine Version, die rein für die Nutzung bei Trackdays gedacht scheint. Zwar sei die Extremversion laut CF Moto-Pressemitteilung lediglich ein «Showbike», das für die EICMA auf die Räder gestellt wurde und «Möglichkeiten zur Personalisierung zeigen soll». Am Stand in Mailand hört man hinter vorgehaltener Hand jedoch kaum Zweifel, dass aus der in ein Carbonkleid gehüllten Studie ein rennstreckenexklusives Derivat für Endkunden entstehen dürfte. Gleichzeitig wird CF Moto beständig mit einem Einstieg in die Superbike-WM in Verbindung gebracht. Hinter den Kulissen erforscht die chinesische Marke obendrein schon jetzt Lösungen, wie sich der V4-Motor weiterentwickeln lässt.
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