Werner Daemen (BMW): Weshalb Suzuka über allem steht
Werner Daemen strebt als Teammanager von BMW in der Endurance-WM nach dem Titel. Im Interview mit SPEEDWEEK.com beleuchtet er Reifenwechsel, Pechsträhnen, Suzuka-Faszination und Promoter Discovery.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Werner Daemen traf sich mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach im Rahmen der BMW-Präsentation in Berlin. Seit 2019 tritt Daemen als Teammanager im BMW-Werksteam in der Endurance-WM an. Der größte Erfolg war der zweite Platz in der Gesamtwertung 2021. Das große Ziel bleibt jedoch der WM-Titel, den man für BMW endlich gewinnen will – unter anderem mit einem neuen Reifenlieferanten.
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"Im Februar wird der Wechsel klar werden, ich gehe davon aus, dass es so kommt." Für den ehemaligen Rennfahrer ist der Wechsel von Dunlop auf Bridgestone notwendig, sind diese Pneus für ihn aktuell das beste Material. "Es ist mental wichtig für die Rennphase. Wenn du dasselbe Material hast wie die anderen, gibt es keine Ausreden mehr." Den Reifen die alleinige Schuld zuweisen, dass es bisher mit dem Titel nicht funktioniert hat, will er aber nicht. "Manches war auch Pech." "Wir hatten einige Probleme, kleine Fehler, die schwer bestraft wurden." Lernen kann man von SERT, die Franzosen gehen seit Jahren mit der gealterten Suzuki an den Start. "Sie haben viel Erfahrung, was du auf der Langstrecke brauchst. Ihre Techniker machen kaum Fehler. Die Suzuki mag alt sein, aber von der Leistung ist sie ähnlich wie unser Motorrad, der Spritverbrauch ist perfekt."
Vor allem das 8-Stunden-Rennen in Suzuka polarisiert seit Jahrzehnten und zieht Fahrer aus der Superbike-WM an. "Niemand interessiert es, ob du in Misano oder Cremona gewinnst. Suzuka war schon immer speziell. Die Motoren, die dort gefahren werden, sind nicht die gleichen wie die, die wir in Europa einsetzen." Ob Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu dort zum Einsatz kommen könnte, entscheidet nicht Daemen. "Das ist eine politische Entscheidung."
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Seit 2015 ist Warner Bros. Discovery Sports der Promoter der Endurance-WM. "Sie sagen, die Events seien fast immer ausverkauft. Sie machen das wirklich gut. Die Endurance-WM ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen", äußerte sich Daemen positiv.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Immer wieder wird die Endurance-WM als Abstellgleis gescheiterter Superbike-WM-Piloten bezeichnet, Daemen teilt diese Ansicht nicht: "Früher war das so, aber momentan nicht mehr. Ich habe viele Anfragen aus der WorldSSP, aber sie sind zu langsam." Als Beispiel nannte er Eugene Laverty, der in der Endurance-WM nach seiner Superbike-Karriere Fuß fassen wollte. "Nach 30 Runden am Stück sagte er, das sei nichts für ihn. Warum? Ein Stint ist die doppelte Renndistanz mit schlechteren Reifen. Das ist etwas ganz anderes als in der Superbike-WM."
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