2. Training USA-GP: Leclerc/Antonelli/Verstappen, drei Fahrer mit Strafen!
Zweites Training zum Traditions-GP der USA: Ferrari-Fahrer Charles Leclerc fährt Bestzeit, vor Kimi Antonelli, Max Verstappen und Lewis Hamilton. Schon drei Piloten wissen – sie werden strafversetzt.
Das zweite freie Training zum US-amerikanischen WM-Lauf fand wie die ersten 60 Minuten bei prachtvollem Wetter statt: 30 Grad, die Bahn bei 43 Grad.
Die kraftvollsten Eindrücke aus dem ersten Training: Ferrari gab mit Charles Leclerc den Ton an (zum sechsten Mal in einem ersten Training 2026) – auf eine Runde mit Bestzeit, im Dauerlauf ebenfalls der Schnellste.
Jedoch: Max Verstappen wäre einmal schneller gewesen, jedoch wurde dem Niederländer die Runde aberkannt, weil er dabei einmal kurz neben der Bahn gewesen war.
Kurze Aufregung gleich zu Beginn des Trainings: Missverständnis ausgerechnet zwischen den Red Bull-Fahrern Max Verstappen und Liam Lawson, in Kurve 1, der Neuseeländer hatte den Niederländer nicht kommen sehen.
Das hatten wir auch nicht kommen sehen: Schon drei Fahrer mit einer Strafversetzung. Racing Bulls-Fahrer wird wegen Einbaus eines neuen Verbrenners um fünf Ränge zurück müssen; Audi-Fahrer Gabriel Bortoleto startet am Ende des Feldes, 20 Plätze zurück; und Alpine-Pilot Franco Colapinto muss um 10 Ränge zurück. Mehr wird zweifellos folgen.
Max Verstappen setzte auf mittelharten Pirelli eine erste Messlatte (vor Russell, Hadjar und Norris), während sein Red Bull Racing-Stallgefährte Helm-Probleme hatte: «Ich kann das Visier nicht komplett schliessen, ich muss reinkommen.»
WM-Leader Kimi Antonelli am Funk: «Mein Sitz bewegt sich wie verrückt, es ist nicht angenehm.» Der 20-jährige kommende Weltmeister brachte seinen Mercedes zum kleinen Service an die Box. Die fleissigen Mechaniker arbeiteten fast zehn Minuten lang am störrischen Sitz.
Unter den Augen der US-amerikanischen Rennlegende Mario Andretti (zu Gast bei Cadillac) rückte Ferrari-Fahrer Charles Leclerc auf P2 hinter Verstappen.
Nach zwölf Minuten schnappte Norris dem vierfachen Champion Verstappen die Führung weg, dann sofort unterboten von George Russell im Mercedes, die Strecke baute rasant mehr Haftung auf.
Nach einer Viertelstunde übte Red Bull Racing mit Hadjar für Verstappen Windschattenfahren auf der Gegengeraden. Prompt holte sich Max auf mittelharten Reifen die Führung zurück, 101 Tausendstel vor Georg Russell.
Wo wir gerade bei Russell sind: Charles Leclerc wollte den Briten überholen, der Mercedes-Fahrer sah den Monegassen wohl nicht, da ging es nur noch um Zentimeter. Der Kommentar von Leclerc wurde nicht überliefert.
Russell erhielt die schwarz/weisse Flagge als Warnung, sich solch eine Blockade nicht nochmals zu leisten. Dann eine Meldung der FIA: Die Aktion wird genauer angeschaut. Aber kurz darauf wurde der Engländer vom Haken gelassen.
Kimi Antonelli rückte nach 22 Minuten (und festgezurrtem Sitz) auf P3 hinter Verstappen und Russell, Ferrari zu diesem Zeitpunkt auf P6 (Leclerc) und P9 (Hamilton), Nico Hülkenberg im Audi auf P13.
Die Top-Piloten gönnten sich nach einer knappen halben Stunde die weichste Reifenmischung von Pirelli: Leclerc klaute Verstappen die Führung, dahinter Hamiton (aber schon mehr als eine halbe Sekunde langsamer als Leclerc).
WM-Leader Kimi Antonelli rückte auf Platz 2 hoch, der 2025er Champion Lando Norris ruderte fast gleichzeitig von der Bahn, aber ausser seinem Stolz und einem linken Vorderreifen wurde nichts verletzt.
Williams in Schwierigkeiten. GP-Sieger Carlos Sainz stöhnte am Funk: «Ich habe null Vertrauen in die Hinterachse.» Nur Cadillac zu diesem Zeitpunkt schlechter als die beiden Williams.
Fernando Alonso hatte andere Probleme. Er zeigte Daumen hoch aus dem Cockpit und ätzte mit von Ironie triefender Stimme am Funk: «Bravo, Russell.»
Vielleicht leidet George Russell ja auch an Jetlag – obschon er um die ganze Welt das eigene Kissen und eine Matratze herumschleppt.
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