Audi-Teamchef Mattia Binotto: Sein Urteil über Hülkenberg und Bortoleto
Die Audi-Fahrer Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto haben das zweite freie Monza-Training auf den Rängen 13 und 15 abgeschlossen. Teamchef Mattia Binotto glaubt: Audi ist auf Kurs.
Der Formel-1-Rennstall von Audi hat an den vergangenen vier GP-Wochenenden vier Mal gepunktet – Bortoleto Achter in Silverstone und in Belgien, dann Hülkenberg Neunter auf dem Hungaroring und Achter in Zandvoort.
In den beiden ersten Monza-Trainings ist Nico Hülkenberg auf P13 gelandet, Gabriel Bortoleto auf den Rängen 8 und 15.
Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto (56) sagt über den Stand der Dinge bei Audi gegenüber meiner Kollegin Giulia Toninelli in der Gazzetta dello Sport: «Wir müssen immer im Hinterkopf behalten, dass wir erst am Anfang eines langen Weges sind. Unser Ziel für 2026 bestand nicht darin, an jedem Wochenende in die Top-Ten zu fahren; wir wollten vielmehr als Rennstall wahrgenommen werden, der sehr ernsthaft ein Fundament für die Zukunft giesst. Und genau daran sind wir nun.»
«Was wir an der Rennstrecke machen, das ist das Sichtbare. Im Hintergrund jedoch läuft der Aufbau des Rennstalls. Wer in der modernen Formel 1 erfolgreich sein will, braucht die richtige Infrastruktur, und die bauen wir auf. Dazu gehört auch, die Belegschaft zu vergrössern.»
«Wir verpflichten derzeit viele junge Mitarbeiter, oder wir bauen an einem neuen Gebäude für den Rennsimulator. Das wird erst Ende 2027 fertig, der Simulator wird dann ab 2028 im Einsatz sein.»
Binotto, langjähriger Ferrari-Technikdirektor und -Teamchef, sagt: «Ich bringe als Italiener eine andere Kultur in den Rennstall, als Ergänzung zur deutschen und Schweizer Mentalität. Ich finde es eine Bereicherung, ein durchmischtes Ambiente zu haben.»
Der erste Monza-Besuch von Binotto fand vor mehr als dreissig Jahren statt. «Das war 1995, bei einem Test von Ferrari. Ich war eben verpflichtet worden, und als ein Ferrari auf die Piste hinausfuhr, auf diese scheinbar unendliche Gerade, da hatte ich Gänsehaut.»
Ein Jahr später gewann Michael Schumacher in Monza. Binotto sagt: «Michael ist bis heute ein Massstab. Ich rede mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto viel über Michael. Ich pflege zu sagen: ‘Einen Champion erkennt man nicht nur am aufgesetzten Sturzhelm.’ Schumacher konnte ein Team regelrecht mit sich reissen. Er hat von seinen Mitarbeitern viel verlangt, aber er hatte ein grosses Herz und hat auch viel zurückgegeben.»
Wo wir es von Hülkenberg und Bortoleto hatten, wie zufrieden ist Binotto mit seinen Fahrern? Mattia Binotto: «Sehr zufrieden. Nico und Gabi sind schnell, arbeiten harmonisch zusammen und tragen sehr viel dazu bei, dass wir im Laufe der Saison konkurrenzfähiger geworden sind. Ich sehe sie nicht als den Erfahrenen und den Jungen, ich sehe sie als zwei überdurchschnittliche Piloten, die bei jedem Einsatz ihr Bestes geben.»
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