Iker Lecuona (Ducati) wählte das Risiko: «Mit dem Sturz nicht gerechnet»
Mit einem Sturz im zweiten freien Training begann das Superbike-Meeting in Magny-Cours für Iker Lecuona unerfreulich. Der Ducati-Werkspilot hat entschieden, neue Wege mit seiner V4R einzuschlagen.
Außer, dass er Zeit auf der Rennstrecke verloren hat, ist Iker Lecuona durch den Sturz zu Beginn des zweiten freien Trainings auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours nichts passiert. Verletzt hat sich der Spanier nicht und seine Ducati war nach etwa 20 Minuten wieder fahrbereit. Am Ende fuhr der Spanier die fünftbeste Zeit. Seine schnellste Runde aus dem FP1 am Vormittag reichte wiederum für Platz 3 in der kombinierten Zeitenliste.
Also alles in Ordnung? Ja, sagt der 26-Jährige aus Valencia. «Ich hatte mit dem Sturz nicht gerechnet, er war seltsam. Ich habe das Bike gerade aufgerichtet und bin mit neuen Reifen ans Gas gegangen. Die Front wurde leicht und mir ist das Vorderrad weggerutscht», erklärte Lecuona gegenüber SPEEDWEEK.com die Situation. «Mein Team hat das Motorrad aber superschnell repariert, dennoch haben wir natürlich wichtige Minuten verloren. Die Zeit reichte aber aus, um mit dem Motorrad zu arbeiten. Der Sturz war einfach Pech, also warten wir ab.»
Vielleicht auch ein Grund für den Ausrutscher: Lecuona ist kein Freund der französischen Rennstrecke. «Überhaupt nicht, ich hasse sie regelrecht», ätzte der Ducati-Werkspilot. «Die Schikanen sind so anders als auf anderen Rennstrecken und die enge Kurve 5 halte ich für zu gefährlich. Mir ist es hier zu abgehakt mit dem harten Bremsen und dem starken Beschleunigen.«
Wenn wir nie etwas ändern, wird sich die Lücke zu Nicolò nicht ändern.Iker Lecuona
In jedem Fall kann Lecuona das letzte Saisondrittel gelassen angehen. Zuletzt in Donington Park hat er im ersten Lauf die Siegesserie seines Teamkollegen Nicolò Bulega beendet und somit sein Potenzial unter Beweis gestellt. Und in der Gesamtwertung ist ihm der Vizetitel realistisch nicht mehr zu nehmen – auf Ducati-Privatier Yari Montella hat er 147 Punkte Vorsprung.
«Ich bin zufrieden mit meiner Saison», nickte Lecuona zustimmend. «In Donington bin ich zwar im Superpole-Race gestürzt, aber für mich fühlte es sich dort als mehr als nur der eine Sieg an. Ein Sturz kann passieren, das gehört dazu. Nicolò ist aber viele Punkte vor mir und Yari wiederum viele hinter mir. Deshalb kann ich etwas ausprobieren. Hier habe ich etwas mehr Probleme, aber bei diesen letzten vier Rennen werde ich wohl selbst im schlechtesten Fall Dritter. Also werden wir mit dem Motorrad neue Dinge versuchen, damit mein Crew-Chief und ich dazulernen. Hier haben wir etwas probiert, was ich bei der MotoGP in Silverstone versucht habe – es funktioniert ziemlich gut, aber wir haben hier insgesamt mehr Schwächen als sonst. Wenn wir aber nie etwas ändern, wird sich auch die Lücke zu Nicolò nicht ändern. Auf manchen Rennstrecken bin ich ihm etwas näher, auf anderen hat er mir etwas mehr voraus.»
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