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Barcelona: Bottas bleibt 1., Crash von Ferrari-Junior

​Der Silberpfeil von Valtteri Bottas ist am ersten Testttag auf dem Circuit de Catalunya-Barcelona nicht zu schlagen. Aufregung wegen Ferrari-Junior Callum Ilott – Crash im Alfa Romeo-Sauber.

Formel 1

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Der fünffache GP-Sieger Valtteri Bottas erzielte eine Bestzeit, an welcher sich seine Gegner die Zähne ausbissen: Vor der Mittagspause fuhr der Mercedes-Pilot schon eine 1:16,625 min, kurz vor einer Testunterbrechung (der Red Bull Racing-Honda von Pierre Gasly war bei Start/Ziel liegengeblieben) senkte er das auf C5-Pirelli auf 1:15,511 min. Zum Vergleich: Seine Pole-Position vom Samstag zuvor hatte der 29jährige Finne mit 1:15,406 min erzielt, allerdings auf zwei Stufen härteren C3.

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Gasly vermutet: "Ausgangs der letzten Schikane muss etwas gebrochen sein, ab da bin ich nur noch gerollt. Zum Glück hatten wir zuvor aber den grössten Teil unseres Programms absolvieren können."

Der Abstand von Ferrari auf die Spitze ist erschreckend: Auf identischen Reifen wie Bottas war Charles Leclerc acht Zehntel langsamer als der Silberpfeil. Ebenfalls bezeichnend: Der Mercedes von Bottas waren in allen drei Pistensektoren am schnellsten.

Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel kümmete sich den ganzen Tag ausschliesslich um Testarbeit im Hinblick auf die nächstjährigen Walzen. Wenn ein Auto wie von Ferrari für Pirelli bereitgestellt ist, dann darf der jeweile Rennstall nicht an der Abstimmung arbeiten. Alle gewonnenen, die Reifen betreffenden Daten werden den anderen Rennställen zur Verfügung gestellt. Bei Racing Point tat Sergio Pérez übrigens das Gleiche.

Alles in allem riss die Action in Katalonien keinen der wenigen Zuschauer von den Tribünensitzen. Ferrari-Junior Callum Ilott ratterte am Morgen mal durch ein Kiesbett, am Nachmittag war der Abflug dann ein wenig gravierender, der Renner des Briten musste mit einem Pistenfahrzeug aus dem Kies gezogen werden. 40 Minuten Testpause, Auto dringend reparaturbedürftig, viel Arbeit für die Mechaniker. Der Crash war so heftig, dass Ilott sogar ins Pistenkrankenhaus musste – das ist vorgeschrieben nach Einschlägen mit hoher Verzögerung.

Viele Fans fragen sich: Wieso sitzt eigentlich der Kanadier Nicholas Latifi satte zwei Tage lang im Williams-Renner? Antwort – der Formel-2-Tabellenleader wird Anfang Juni für Williams vor seinem Heimpublikum in Montreal fahren, im ersten freien Training. Daher nun zwei Tage lang Tests in Spanien.

Zwischendurch flitzte RBR-Fahrer Pierre Gasly mit grünem Aston-Martin-Logo am Heckflügel auf die Bahn. Nachdem wir am Morgen die Verwendung der aufwändigen Messgitter erklärt haben, hier nun Teil 2 des kleinen Test-ABC, mit ein paar Worten zu FloViz.

FloViz ist eine Abkürzung für "flow visualization" (Flussveranschaulichung). In der Formel 1 ist die Verwendung dieser Paste verhältnismässig jung: McLaren benutzte die Farbe 2010 erstmals auf dem Testplatz in aller Öffentlichkeit. In den Werken war schon länger damit gearbeitet geworden. Wieso das späte Debüt an der Teststrecke? Weil nicht nur die eigenen Techniker den Strömungsverlauf sehen, sondern auch die Argusaugen der Konkurrenz.

Die Paste muss flüssig genug sein, um sich leicht auftragen zu lassen und wenig zu tropfen. Aber auch aushärtend genug, um nicht vom Luftstrom komplett weggeschmiert zu werden. Die Ingenieure wissen: Die CFD-Progamme können noch so hochgestochen sein, der Windkanal nach dem jüngsten Stand – nichts ersetzt die Arbeit an der Strecke.

Das Vorgehen ist immer gleich: Ein bestimmtes aerodynamisches Teil, sagen wir ein Frontflügel, wird mit der Paste eingeschmiert. Der Fahrer legt eine Runde zurück. Die Farbe verschmiert nach Strömungszwang und trocknet aus. An der Box können die Spezialisten dann überprüfen, ob der Verlauf so ist, wie sie sich das vorgestellt hatten. Es muss nicht immer grün sein. Ich kann mich an einen McLaren von Fernando Alonso in Barcelona 2016 erinnern, der auf der linken Seite rot eingefärbt war und auf der linken grün – sah ziemlich wild aus.

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Barcelona-Test, Tag 1 (14. Mai)

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes-Benz W10 EQ Power+ 1:15,511 (131 Runden)

2. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF90, 1:16,933 (132)

3. Daniil Kvyat (RU), Toro Rosso STR14-Honda, 1:17,679 (121)

4. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.19, 1:18,051 (68)

5. Pierre Gasly (F), Red Bull Racing RB15-Honda, 1:18,140 (118)

6. Carlos Sainz (E), McLaren MCL34-Renault 1:18,263 (64)

7. Pietro Fittipaldi (BR), Haas VF-19-Ferrari 1:18,326 (103)

8. Nick Yelloly (GB), Racing Point RP19-Mercedes, 1:18,361 (111)

9. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF90, 1:18,425 (133) *

10. Lando Norris (GB), McLaren MCL34-Renault 1:18,567 (44)

11. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP19-Mercedes, 1:19,719 (118) *

12. Callum Ilott (GB), Alfa Romeo-Sauber C38-Ferrari, 1:19,891 (41)

13. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW42-Mercedes, 1:20,670 (134)

* Arbeit mit 2020er Pirelli-Reifen

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