Jack Miller (12.) fiel zurück: «24 Runden lang waren wir konkurrenzfähig»
Jack Miller (Pramac Yamaha) lag im MotoGP-Rennen auf dem Sachsenring auf Rang 8 – ehe ihn in der Schlussphase Reifen und Motor-Mapping zurückwarfen. Am Ende blieb nur Platz 12.
Von Startplatz 11 aus kam Jack Miller mit seiner Pramac-Yamaha gut weg und profitierte vom schwachen Start von Franco Morbidelli (Ducati). Lange Zeit sah es für den Australier sehr gut aus: Miller fuhr auf Rang 8 und hielt sich im Kampf um die Top-10. Doch gegen Rennende brach seine Pace ein und er wurde bis auf Position 12 durchgereicht. Bis zur Sommerpause stehen für den Australier 19 WM-Punkte zu Buche.
Neues Mapping machte Miller langsamer – es war kein Fehler
Millers eigene Bilanz fiel entsprechend zweigespalten aus: «Bis etwa 5 Runden vor Schluss war es gut. Doch dann fielen die Reifen ab – im wahrsten Sinne des Wortes.» Hinter Fabio Quartararo (Yamaha) habe er sich zunächst wohlgefühlt: «Er hatte etwas mehr Vortrieb aus allen Rechtskurven, ich musste in anderen Bereichen pushen. Ich habe versucht, die Reifen zu schonen.» Vier Runden vor Schluss musste er die Notbremse ziehen: «Ich habe das Mapping gewechselt, weil ich zu leiden begann. Ich hatte keine Leistung mehr.»
Luca Marini, der Miller in der Schlussphase überholte, hatte den Eindruck, der Australier habe einen technischen Defekt gehabt. Miller wiegelte das ab und verwies auf die Umstellung des Mappings: «Das letzte Mapping war nicht ideal. Bis dahin fühlte ich mich stark, aber der Reifen war auch am Ende, sonst hätte ich das Mapping einfach zurückgestellt. Ich hielt es für nötig, weil der Hinterreifen anfing, auf gerader Strecke zu stark durchzudrehen.» Ob man sich bei den Berechnungen verkalkuliert habe, ließ er zunächst offen.
Kleine Fortschritte im Yamaha-Projekt
Trotz des Rückschlags zieht Miller Positives aus dem Wochenende. Man habe die Abstimmung bewusst nicht dramatisch verändert, auch wenn er sich mehr Grip gewünscht hätte. «Das Bike war im Sprint einigermaßen und im Rennen über 24 Runden konkurrenzfähig. Die Fortschritte sind da, wir kommen näher und näher.» Die Hoffnungen ruhen nun auf der dreiwöchigen Pause: «Hoffentlich finden die Jungs in den drei Wochen etwas, damit wir in der zweiten Saisonhälfte ein verbessertes Motorrad haben». Dass der Sachsenring der Yamaha besser lag als erwartet, überraschte ihn nicht. Die Strecke verlange nicht übermäßig viel Leistung.
Zur eigenen Situation im schwierigen Yamaha-Projekt fand Miller klare Worte. Seine Zukunft ist offen: «Ich wusste, dass es bei diesem Projekt schwierige Tage geben würde. Ich habe dafür unterschrieben. Wir nehmen die Siege mit, wenn wir sie bekommen können – die kleinen Siege, die kleinen Fortschritte. Ich arbeite weiter an mir, mehr kann ich nicht tun. Ich versuche, ein besserer Fahrer zu werden. Und hoffentlich verbessern wir das Motorrad weiter.»
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