Tom Booth-Amos beschert Triumph Heimsiege – doch die Wege trennen sich
Zum ersten Mal in seiner Karriere gewann Tom Booth-Amos zwei Rennen zur Supersport-WM an einem Wochenende – und das bei seinem Heimrennen in Donington Park. Aber der Haussegen hängt schief.
Von Freundschaft ist zwischen Tom Booth-Amos und Teamchef Simon Buckmaster schon länger nichts mehr zu spüren. Der Fahrer sagt, er müsse sich mit der Triumph Street Triple 765 dauernd am Limit bewegen, um siegfähig zu sein, und stürze deshalb so oft. Sein Boss meint, er wäre nicht konzentriert und fokussiert genug.
Trotz der Querelen im Hintergrund erlebten wir in Donington Park eine Machtdemonstration von Booth-Amos, Triumph und dem PTR-Team. Ein Heimsieg eines Briten auf einem britischen Bike und für ein britische Team – das gab es in einer Motorrad-Weltmeisterschaft seit vielen Jahrzehnten nicht mehr.
«TBA» qualifizierte sich für den dritten Startplatz, wurde wegen Bummelns in der Superpole aber um sechs Position nach hinten versetzt. Tom fuhr mit spielerischer Leichtigkeit durchs Feld und konnte sich in Führung sofort absetzen. Als die Zielflagge fiel, lag er 2,4 sec vor dem Zweiten, WM-Leader Albert Arenas (AS Yamaha).
Da er die schnellste Rennrunde gefahren war, stand Booth-Amos für Lauf 2 auf Pole – und siegte erneut souverän, dieses Mal 1,5 sec vor Arenas. Der Jubel im PTR-Team und bei Triumph kannte keine Grenzen, die britischen Fans feierten ihren Helden!
Nie gehörter Jubel für Booth-Amos
«Die Fans zu hören, war sehr cool», erzählte der 30-Jährige im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com, der sich mit seinen zwei Siegen auf den fünften WM-Rang verbessert hat. «Nie zuvor habe ich Leute so für mich jubeln gehört. Heimvorteil habe ich in Donington aber keinen, dort fahre ich erst, seit ich im SBK-Fahrerlager bin – ich fuhr viel öfter in Jerez. Ich weiß nicht warum, aber an diesem Wochenende hatte ich mehr in der Hinterhand und konnte der Gruppe davonfahren. Ich fühlte mich gut, das Bike fühlte sich gut an. Und mein Fahrstil passt zu dieser Strecke mit den flüssigen, schnellen Kurven und dem aggressiven Bremsen – ich war zuversichtlich. Das kam zur richtigen Zeit, ich muss gute Arbeit leisten.»
Erfolg zählt im Rennsport mehr als alles andere, diese Siege werden aber nicht genügen, um die Ehe zwischen dem Engländer und seiner Mannschaft zu kitten. Booth-Amos geht fest davon aus, dass er für 2027 in einem anderen Spitzenteam unterkommt.
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