Gabriel Bortoleto erklärt: Deshalb macht Audi Ernst mit der Monza-Berufung
Nach dem Rennen in Monza kündigte das Audi-Werksteam an, gegen das Ergebnis des Italien-GP zu protestieren. Das Team aus Hinwil hielt Wort. Aus gutem Grund, wie Audi-Pilot Gabriel Bortoleto betont.
Das Rennergebnis von Monza ist noch nicht in Stein gemeisselt. Denn nur Stunden nach dem Fallen der Zielflagge im Königlichen Park bestätigte das Audi-Team, dass es innerhalb der nötigen Frist offiziell die Absicht geäussert hat, gegen das Ergebnis des Italien-GP vorzugehen. Damit begann die 96-stündige Frist, in der das Team entscheiden musste, die Berufung offiziell einzureichen.
Am heutigen Donnerstagabend bestätigte der Rennstall aus Hinwil nun: Die Berufung wurde nicht zurückgezogen. Damit hat die Hatz auf der High-Speed-Strecke ein längeres Nachspiel. Was Audi sauer aufgestossen ist: Eine Szene beim Restart, der nach dem Crash von Charles Leclerc anstand. Die Rennleitung kündigte an, dass es einen stehenden Start geben würde. Und die Fahrer machten sich auf, um sich in der Startaufstellung einzureihen.
Dabei unterlief Yuki Tsunoda ein Fehler. Er sortierte sich zunächst links ein, in letzter Minute bog er zu seiner Startbox auf der rechten Seite ab – womit er am Ende schief dastand. Die Rennleitung brach den Start ab und liess das Feld eine weitere Formationsrunde drehen. Tsunoda reihte sich danach richtig ein und fuhr von der Startaufstellung los.
Gemäss Audi wurde damit Artikel B5.9.4 des sportlichen Reglements verletzt. Dieser besagt, dass ein Fahrer, der eine Extra-Formationsrunde auslöst, in die Boxengasse abbiegen und von dort losfahren muss. Das war im Falle von Tsunoda nicht passiert. Für Audi geht es um viel, denn Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg landeten auf den Plätzen 11 und 12 – und verpassten die Punkte nur knapp. Tsunoda wurde Zehnter und sammelte damit einen Punkt für das Racing Bulls Team, bei dem er für Liam Lawson einsprang, der seinerseits bei Red Bull Racing den verletzten Isack Hadjar ersetzte.
Bortoleto betont: Jeder Punkt zählt
Die Rennkommissare hatten noch diskutiert, ob Tsunoda für den abgebrochenen Start bestraft werden muss. Sie kamen aber zum Schluss, dass Tsunoda nicht gebüsst werden kann, weil Team und Fahrer sich nicht bewusst waren, dass sie als Grund für die Extra-Formationsrunde in Betracht gezogen worden waren und Tsunoda offiziell nicht in einer falschen Startposition war. Die Extra-Runde vor dem Restart sei aus Sicherheitsgründen und in gutem Glauben eingesetzt worden, hiess es in der Begründung ausserdem.
Bortoleto verteidigte das Vorgehen seines Teams. Er erklärte: «Ich denke, die Regeln sind ganz eindeutig: Wenn ein Fahrer eine zusätzliche Einführungsrunde verursacht, muss er aus der Boxengasse starten – und in diesem Fall hat Yuki das nicht getan. Deshalb legt Audi Berufung gegen das Ergebnis ein. Für uns zäglt eder Punkt, und letztlich geht es darum, dass alles seine Richtigkeit hat.»
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