Carlos Sainz (Williams): Animalischer Instinkt gegen Disziplin!
Williams-Pilot Carlos Sainz erläutert, wie gut er seinen Boliden nach drei Rennwochenenden versteht. Und er beschreibt, warum das neue Reglement ein Kampf zwischen Instinkt und Disziplin ist.
Großer Streitpunkt der neuen Saison 2026 sind immer noch die neuen Autos und ihr Reglement, vor allem das umstrittene Energiemanagement, das den Fahrern vor allem im Qualifying zu schaffen macht. Zu viel Energiemanagement und zu wenig Vollgas, so lässt sich das Meinungsbild unter den Fahrern vereinfacht zusammenfassen.
Williams-Pilot Carlos Sainz, der auch in der Fahrervertretung GPDA, einer Art Gewerkschaft für die GP-Piloten, engagiert ist, erklärt, wie gut er sein Auto nach drei Rennwochenenden versteht – und warum es ein Kampf von Instinkten gegen Disziplin ist.
Sainz: Verständnis liegt bei 90 bis 95 Prozent
Sainz verriet: «Mein Ingenieurteam und ich haben über den Winter hinweg sehr gute Arbeit geleistet, um das Auto zu verstehen, und ich habe das Gefühl, dass wir es gut verstehen und ich es gut fahre. In diesem Sinne glaube ich, dass ich zu 90 bis 95 Prozent alles verstanden habe. Es gibt zwar hin und wieder Überraschungen, aber angesichts dessen, wie neu das Auto ist, hat mich das nicht sonderlich überrascht.»
Eine Frage der Disziplin
Der Spanier betont einen Punkt, der unter den meisten Piloten besonders kritisch gesehen wird: «Es geht eher darum, wie diszipliniert man beim Fahren sein will. Es geht also darum, wie dein natürlicher Instinkt oder dein animalischer Instinkt in einer Runde in Q2 oder Q3 zum Tragen kommt, wenn du alles gibst. Wie sehr du das System aus dem Gleichgewicht bringst und das System dann zurückschlägt.»
Sainz: «Ich glaube, wir alle verstehen, dass es einfach unserem natürlichen Instinkt widerspricht, und ich denke, dass wir nach dem Qualifying immer ein bisschen enttäuscht sein werden, weil man immer das Gefühl hat, man hätte es besser machen können. Man hat immer das Gefühl, man hätte mehr tun können, man hat immer das Gefühl, man könnte beim Fahren effizienter sein.»
Der Williams-Pilot bilanziert also: «Zumindest was mich betrifft, verstehe ich es. Es geht einfach darum, wie diszipliniert ich dabei sein will.»
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