Arenas wurde um den finalen Angriff gebracht: «Sieg wäre möglich gewesen!»
Albert Arenas glänzte bei der Supersport-WM in Assen mit zwei zweiten Plätzen. Doch der Yamaha-Pilot ist überzeugt: Ohne Rennabbruch am Sonntag wäre sogar der Sieg drin gewesen.
Das Rennwochenende der Supersport-WM in Assen, nach Phillip Island und Portimao die dritte Station der Saison, verlief für Yamaha-Pilot Albert Arenas nahezu perfekt – und hinterließ dennoch einen kleinen Beigeschmack. Mit zwei zweiten Plätzen unterstrich der Spanier seine starke Form und etablierte sich als konstantester Yamaha-Spitzenfahrer im Feld.
Am Samstag musste sich Arenas lediglich Ducati-Pilot Jaume Masia geschlagen geben, am Sonntag lag er beim Rennabbruch hinter Philipp Öttl auf Rang zwei. Der Rennabbruch brachte Arenas um die Chance, einen Angriff auf die Ducati mit der Nummer 65 zu starten.
Schwierige Bedingungen in Assen: Nieselregen und Slicks
Die Bedingungen im Sonntagsrennen waren dabei alles andere als einfach: Gestartet wurde auf Slicks, obwohl es auf der Startaufstellung bereits nieselte. «Ja, es war extrem schwierig, weil es buchstäblich schon in der Startaufstellung geregnet hat und wir mit Slicks unterwegs waren. Einige Kurven waren nass, andere trocken, und man konnte es nicht richtig erkennen. Aber am Ende war es in Ordnung. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, nicht zu viel Risiko einzugehen und abzuwarten, wie sich das Rennen entwickelt», schilderte Arenas die knifflige Situation.
Im weiteren Rennverlauf fand der Yamaha-Pilot immer besser in seinen Rhythmus. Hinter Öttl liegend sah er sich in Schlagdistanz – und war überzeugt, dass ohne die rote Flagge noch mehr möglich gewesen wäre: «Ja, sicher. Ehrlich gesagt: Ja. Ich bin zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefahren, und je leerer der Tank wurde, desto besser funktionierte das Bike.»
«Mit vollem Tank hatte ich etwas zu kämpfen, aber später habe ich mich sehr stark gefühlt. Ich denke, wir konnten aufholen – und am Ende hätte ich versucht, um den Sieg zu kämpfen, besonders nach dem Rennen am Samstag, als ich ein etwas bittersüßes Gefühl hatte», so der ehemalige Moto3-Weltmeister.
Albert Arenas ist bereits in seiner Debütsaison einer der WM-Favoriten
Trotz der verpassten Chance überwog bei Arenas die Zufriedenheit. Vor allem die Konstanz und die Leistungsfähigkeit unter unterschiedlichsten Bedingungen stimmen ihn positiv: «Ich bin sehr glücklich über unsere Konstanz und die Geschwindigkeit, die wir unter allen Bedingungen zeigen können. Das ist definitiv positiv.»
Auch für Rennsieger Philipp Öttl fand Arenas anerkennende Worte – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Deutschland acht Jahre auf einen Sieg warten musste: «Natürlich freue ich mich für Philipp. Er ist sehr gut gefahren, und ich denke auch, dass sein Motorrad aktuell ein sehr gutes Gesamtpaket ist. Sie haben einige starke Bereiche. Wir sind ebenfalls stark, aber wir müssen an unseren Schwächen arbeiten – und genau das werden wir tun.»
«In dieser neuen Meisterschaft gibt es alle drei Rennen eine Überprüfung der Balance. Mal sehen, wie sich das entwickelt», bemerkte Arenas mit Blick auf die bevorstehende Neubewertung der Kräfteverhältnisse in der Supersport-WM. «Ich habe schon vor der Saison gesagt: Bewertet mich nicht zu sehr nach den ersten drei Rennen – danach können wir weitersehen. Ich bin neu hier, und Yamaha hat im letzten Jahr gewonnen, deshalb gab es eine gewisse Balance-Anpassung. Es gibt ein paar kleine Dinge, die wir berücksichtigen müssen.»
Nach drei von zwölf Veranstaltungen liegt Arenas in der Gesamtwertung nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Masia auf Rang 2 – doch der Spanier misst dem aktuell noch keine allzu große Bedeutung bei: «Das ist natürlich schön, aber ehrlich gesagt interessiert mich das nicht besonders. Mir geht es vor allem darum, mich an die Meisterschaft zu gewöhnen und alles zu verstehen. Dieses Wochenende war das erste, an dem ich beide Warm-ups fahren konnte. Ich versuche, mich an das Format und den Zeitplan zu gewöhnen.»
Zudem warten noch Strecken, die Arenas bislang nicht kennt – ein weiterer Grund für seine zurückhaltende Einschätzung: «Es wird noch Kurse geben, die ich nicht kenne, und es gibt viele erfahrene Fahrer, die sehr stark sind. Deshalb müssen wir ruhig bleiben und uns auf unsere Geschwindigkeit konzentrieren. Wir haben noch Potenzial, uns zu verbessern, und darauf werde ich mich fokussieren.»
Ein besonderes Lob richtete Arenas an sein Team: «Ich bin sehr glücklich mit meiner Crew. Sie arbeiten unglaublich gut, ich bin wirklich überrascht, wie stark sie sind. Aber wir haben noch Reserven, und darauf wollen wir uns konzentrieren – nicht zu sehr auf die Punkte.» So bleibt nach Assen ein klares Bild: Albert Arenas ist endgültig im Titelkampf angekommen – auch wenn er selbst den Blick lieber auf die eigene Entwicklung richtet als auf die Tabelle.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach