So wirkt sich die Krise im Nahen Osten auf die Formel-1-Logistik aus
Die Krise im Nahen Osten wirkt sich nicht nur auf den Rennkalender aus, sondern beeinflusst auch die Logistik der Formel-1-Teams. Warum es die kleinen Teams besonders trifft und was die Folgen sind.
Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich nicht nur auf die Leben der Menschen vor Ort aus. Auch die Formel 1 ist betroffen – wenn auch in einem natürlich nicht vergleichbaren Maße. Die beiden Rennen in der Golfregion im April mussten bekanntermaßen abgesagt werden. Am heutigen Sonntag wäre eigentlich Renntag in Jeddah gewesen. Die Rennen finden nicht statt, der Kalender wurde angepasst.
Aktuell ist eine fünfwöchige Rennpause, in der sich die Teams auf die kommenden Rennen vorbereiten, im Simulator und am Auto arbeiten – und auch ein paar Probleme lösen, die durch die Rennabsagen aufgekommen sind.
Krise am Golf beeinflusst die Logistik
Denn sowohl die konkreten Rennabsagen als auch allgemeiner betrachtet die Krise im Nahen Osten und ihre weltweiten Folgen rund um die Blockade der Straße von Hormus, steigende Ölpreise und den zumindest teilweisen Ausfall von Logistikdrehkreuzen in der Region haben ihre Effekte auf die Formel 1. Im globalen Warenverkehr auch über die Formel 1 hinaus läuft viel über den Golf und Logistikzentren in den Emiraten. Aktuell verändern sich Abläufe – und die Kosten steigen kurzfristig und langfristig. So auch beim Team Haas.
Weniger Fracht für Miami
Hoagy Nidd, Head of Car Engineering, erklärte in einem Mediengespräch zu Abläufen in Fabrik und Team: «Einige der großen weltweiten Ereignisse, die derzeit stattfinden, haben für uns zu recht hohen Frachtkosten geführt. Das schlägt sich in höheren Kosten pro Kilogramm für die kommenden Rennen in diesem Jahr nieder. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt, den Umfang der Ausrüstung, die wir bei einigen der kommenden Rennen nach Miami mitnehmen, zu reduzieren. Das ist gut für uns, sowohl in Bezug auf die Kosten als auch im Hinblick auf unsere Umweltziele.»
Kosten steigen, Teile der Fracht noch in Bahrain
Die Kosten steigen insgesamt, was besonders Teams wie Haas trifft. Nidd: «Die Frachtkosten sind gestiegen. Für die kleineren Teams ist das eine größere Belastung, da die Frachtkosten für uns zwar genauso hoch sind wie für ein größeres Team, aber einen größeren Anteil unseres Budgets ausmachen. Wir müssen also auf jeden Fall vorsichtig sein und klug vorgehen. Und jetzt schauen wir natürlich auf den Rest des Jahres und überlegen, was das bedeuten könnte. Es gibt auch Folgewirkungen, nicht nur bei der Luftfracht. Ich weiß, dass unsere Logistikabteilung sehr hart an der Seefracht gearbeitet hat. In Bahrain und in Saudi-Arabien gab es natürlich viel Seefracht, und es ist derzeit eine Herausforderung, diese Fracht dort herauszubekommen.»
Viel Fracht ist derzeit also noch am Golf, Haas habe beispielsweise ein komplettes Garagen-Set-up in Bahrain. Doch kurzfristig stelle das kein Problem dar: «Das ist derzeit aber noch kein Problem. Das wäre es höchstens am Ende des Jahres. Ich glaube, aber dass alle Teams die Fracht hoffentlich bald herausbekommen.»
Gerade kommen in der Formel 1 zwei Herausforderungen zusammen: Ein neues Reglement, das mehr Flexibilität in Produktion und Transport von Ersatzteilen verlangt. Und die Weltlage kommt noch obendrauf. Dazu kommen punktuelle Herausforderungen wie zuletzt nach dem Rennen in Shanghai.
Nidd: «Das erste große Problem, auf das wir stießen, war, dass es keine Rückfracht aus China gab. Alles wurde im Gepäck mitgenommen. Für uns war das ziemlich mühsam. Von anderen Teams habe ich gehört, dass manche 30 oder 40 Koffer voller Kleinteile mit nach Hause genommen haben.»
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