Montoya: Mercedes-Motor für McLaren wie «Mona Lisa mit Buntstiften»
Der frühere Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya findet einen spannenden Vergleich, um den Unterschied zwischen Motorenhersteller und Motorenkunden zu veranschaulichen: Als malte man mit Buntstiften.
Der Mercedes-Motor gilt in der Frühphase der Saison 2026 als Benchmark. Die Stuttgarter führen die Team-WM klar an, auch die beiden Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind WM-Leader auf den Plätzen 1 und 2. Ein wenig im Hintertreffen ist Vorjahres-Weltmeister McLaren, obwohl das Team aus dem englischen Woking ja mit Mercedes-Motor fährt.
Ein Grund für den Punktevorsprung von Mercedes auf McLaren ist klar die Verlässlichkeit: In China konnten Lando Norris und Oscar Piastri beide gar nicht erst ins Rennen starten. Ex-Pilot Juan Pablo Montoya (7 GP-Siege) sieht noch einen weiteren Grund.
Motorenhersteller vs. Kunde
Bei der kolumbianischen AS sagte Montoya: «Es gibt Systeme, die Mercedes entwickelt hat. Als Kunde muss man, wenn sie einem geliefert werden, selbst herausfinden, wie man das bedient.»
Wie die Mona Lisa mit Buntstiften
Dann wählt der Kolumbianer einen interessanten Vergleich: «Die Auslieferung ist dann quasi, als würde man in einem Malkurs sagen: ‹Ich weiß, wie man die Mona Lisa malt, aber ich gebe euch nur Buntstifte›.» Wie Kunstkenner wissen, ist die Mona Lisa natürlich nicht mit Buntstiften gezeichnet, sondern vom legendären Leonardo da Vinci Anfang des 16. Jahrhunderts als Ölgemälde auf Pappelholz gemalt worden. Soll also auf die Formel 1 übertragen heißen: Der Motorenhersteller hat einen Initial-Vorteil.
Dann wird der frühere Formel-1-Pilot wieder etwas technischer: «Es gibt einen anfänglichen Nachteil, was komplett normal ist, da der eine den Motor baut und der andere der Kunde ist. Man bekommt zwar das gleiche Material, die Hardware ist genau dieselbe, aber man erfährt nicht unbedingt, wie man alles bedient.»
Tricks und Kniffe muss jeder selbst herausfinden
Montoya: «Sie erklären einem: ‹Schau mal, das funktioniert so und so›. Aber die Tricks und Kniffe muss jedes Team selbst herausfinden. Bis zu einem gewissen Grad sind sie leicht zu finden, weil man die Telemetriedaten herunterladen und viel davon sehen kann, was die anderen Teams machen, die Geschwindigkeiten mit dem GPS und so.»
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