Kein Masterplan für die Zukunft: Ex-Teamchef Christian Horner packt aus
Im vergangenen Jahr wurde Christian Horner nach 20 Jahren an der Spitze des Red Bull Racing Teams entlassen. Die Comeback-Gerüchte haben sich bisher nicht bewahrheitet. Was plant der Ex-Teamchef?
Seit Christian Horner das Formel-1-Fahrerlager im Juli 2025 verlassen hat, wird immer wieder über eine mögliche Rückkehr des langjährigen Red Bull Racing-Teamchefs spekuliert. Der Brite wurde schon mit unterschiedlichen Teams in Verbindung gebracht, etwa mit dem Alpine-Team und zuletzt sogar mit Ferrari. Doch bisher gab es kein Comeback des 52-Jährigen, der aktuell mit der Veröffentlichung seiner Autobiografie für Schlagzeilen sorgt.
Im Gespräch mit dem Kollegen von «Bild am Sonntag» sprach er über seine Zukunftspläne. Diese sind sehr vage, beteuert der frühere Kopf des Red Bull Racing Teams. Auf die Frage, ob sein letztes Formel-1-Kapitel schon geschrieben sei, sagt er: «Das kann ich nicht beantworten.» Und er offenbart: «Ich habe keinen Masterplan für meine Zukunft. Nach über zwei Jahrzehnten mit einem durchgetakteten und immer nach Plan laufenden Leben ist das sehr aufregend. Ich kann nur soviel sagen: Ich bin in der privilegierten Situation, dass ich nichts mehr machen muss – aber kann, wenn ich möchte.»
Und was Horner möchte, verrät er kurz darauf: «Ich will nicht zu irgendeinem Mittelfeld-Team, nur damit ich wieder jedes Wochenende im Fahrerlager bin. Dann mähe ich lieber zu Hause den Rasen, verbringe Zeit mit der Familie und schaue das Rennen von der Couch. Mittelmass ist nicht meins! Mein Ziel war und bleibt es immer, das Establishment aufzumischen und zu gewinnen.»
Christian Horner: Kein Formel-1-Comeback um jeden Preis
Und zwar als Anteilseigner, stellt der Brite klar: «Das wäre für mich eine der Grundbedingungen. Aber auch da gibt es Unterschiede zu machen. Ein paar Prozente an einem Team, sprich eine Minderheitsbeteiligung, bringen nichts. Wenn, würde ich das Heft des Handelns in der Hand haben wollen.» Dies sei eine Grundvoraussetzung für den Erfolg, betont er: «Man kann einen Formel-1-Rennstall nicht demokratisch führen. Wer das tut, ist immer zu langsam und wird niemals Rennen gewinnen, geschweige denn Weltmeister werden.»
Der Blick auf den eigenen Erfolgsausweis beweist allerdings das Gegenteil: Bei Red Bull Racing war er angestellt, dennoch feierte das Team in den 20 Jahren, in denen er an der Spitze war, 14 WM-Titel, 124 GP-Siege und 287 Podestplätze.
Horner sagt zu seinen Errungenschaften: «Ich weiss, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss. Alles, was ich vielleicht in Zukunft mache, mache ich aus Freude und Überzeugung an der Sache. Ich werde kein Projekt übernehmen, das bei mir nicht auf Anhieb diesen Funken auslöst, der sich dann zum lodernden Feuer entwickeln kann.»
Eine Liste von Teams, bei denen er sofort zusagen würde, gibt es nicht, sagt der frühere Teamchef. «Jede Entscheidung wird individuell getroffen.» Es müsse schon das richtige Projekt mit den richtigen Leuten sein, fügt er an. Und falls sich eine Gelegenheit ergibt, ein solches in Angriff zu nehmen, ist er bereit, beteuert Horner. «Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten viele tolle Investoren kennengelernt, die unheimlich gerne in die Formel 1 wollen. Das Interesse ist nach wie vor ungebrochen. Das heisst: Sobald sich eine Chance auftut, wären wir bereit.»
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